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Bettina Hünicke malt am liebsten im Freien und reist deshalb Landschaften hinterher

Kunstpreis
Bilder im richtigen Licht

Spezialisiert auf Farben und Landschaften: Bettina Hünicke in ihrem Atelier in Potsdam
Spezialisiert auf Farben und Landschaften: Bettina Hünicke in ihrem Atelier in Potsdam © Foto: MOZ/Inga Dreyer
Inga Dreyer / 21.02.2018, 06:45 Uhr
(MOZ) Dieses Werk habe sie mit Blick aus ihrem Atelier gemalt, erzählt Bettina Hünicke und deutet auf ein Bild an der Wand, das eine Gruppe grüner Bäume zeigt. Das Fenster stand dabei offen. „Ich brauche den Wind“, erklärt sie. Am liebsten aber male sie draußen. Dann befestigt sie die Staffelei am Gepäckträger ihres Fahrrades und fährt in die Natur. „Ich bin eine Pleinair-Malerin“, betont sie. Mit Vorliebe gehe sie auch im Winter hinaus. Wegen der Kälte arbeite sie dann besonders konzentriert und schnell. „Das bündelt die Energie.“

An diesem Wintertag scheint die Sonne durch die großen Fenster ihres Ateliers in einem Potsdamer Industrieviertel. „Jetzt zum Beispiel ist das Licht doch fantastisch“, sagt sie mit Blick nach draußen.

Viele ihrer Bilder zeigen Landschaften, die ihr nahe sind. Immer wieder zieht es sie dabei auch ans Meer. 2016 wurde sie vom Usedomer Kunstverein eingeladen, dort ihre an der Ostsee entstandenen Küstenlandschaften zu zeigen. Diese Woche verbringt sie mit einer Gruppe von Künstlerinnen auf Hiddensee, um dort Landschaften zu malen und Akte zu zeichnen. Zudem bereitet sie eine Ausstellung in der Rostocker Galerie Klosterformat vor, die am 20. März eröffnet wird.

Die 1961 in Berlin geborene Malerin ist viel herumgekommen. Sie hat häufig an Freilichtmalerei-Workshops teilgenommen, war in Polen, mit einem Stipendium in Venedig und malte in Frankreich und Griechenland. Nun hat sie sich für ein Stipendium beworben, um zwei Monate in Norwegen verbringen zu können.

Aufgewachsen ist Bettina Hünicke mitten in Berlin, doch ihre Familie hatte ein Waldgrundstück außerhalb der Stadt. „Die Kiefer ist mein Lieblingsbaum. Ich glaube, das hat mit meiner Kindheit zu tun“, erzählt sie. Stadt und Land – beides findet sich in ihren Bildern wieder. Auch in ihren scheinbar wilden Landschaftsaquarellen ist das Grafische, die Struktur der Natur, präsent.

Die Malerin arbeitet unter anderem mit Öl und mit Wasserfarben, lässt bewusst Weißräume auf ihren Bildern. Auch Porträts malt sie in dieser Technik, die intuitiv und gleichzeitig sicher komponiert erscheinen. Außerdem arbeitet sie an Collagen und Frottagen. Beim Malen denke sie nicht an das Ergebnis, erzählt Bettina Hünicke. „Völlig frei zu sein – das ist die größte Herausforderung.“

Sie könnte sich auch vorstellen, noch größere Bilder zu malen, erzählt sie. Denn die Arbeit ist für sie ein körperlicher Akt. Bei Bettina Hünicke spielen Kunst und Handwerk immer zusammen. Nach dem Abitur hat sie eine Maler-Ausbildung absolviert und sich dann in Potsdam an der Fachschule für Werbung und Gestaltung beworben. Dort studierte sie Farbgestaltung und Restaurierung für Architektur und schloss als Diplom-Farbdesignerin ab. An der Volkshochschule gibt sie regelmäßig Kunstkurse für Erwachsene, um ihr Wissen weiterzugeben und arbeitet auch gerne mit Kindern.

Neben ihrer freischaffenden künstlerischen Tätigkeit nimmt sie auch handwerkliche Aufträge an, stellt beispielsweise die gründerzeitliche Ausmalung historischer Gebäude wieder her. In einem Gutshaus hat sie ein neobarockes Treppengeländer an der gegenüberliegenden Wand gespiegelt. Durch diese Illusionsmalerei sieht es von Weitem aus, als würde auf beiden Seiten ein Geländer nach oben führen.

Immer wieder kommt es vor, dass sie gebeten wird, bestimmte Landschaften oder Stadtansichten für Privatpersonen festzuhalten. So ist beispielsweise eine Serie in Gottesgnaden, einem Ortsteil der Stadt Calbe (Saale) in Sachsen-Anhalt entstanden. Eines der Bilder zeigt einen ockerfarbenen Giebel neben grünen Bäumen. Die Farben hätten sie fasziniert, erzählt sie. Vor dem Haus ist ein Mann zu sehen, der Heu transportiert. „Der lief dreimal durchs Bild. Dann dachte ich: Dann muss ich ihn auch malen“, sagt Bettina Hünicke und lacht.

Falls es mit Norwegen klappt, wird ihr das dort wohl eher nicht passieren. Zwei Monate Einsamkeit stünden ihr bevor, erzählt die Malerin mit Respekt und Faszination in der Stimme.

Ausschreibung

Die Märkische Oderzeitung und die Stiftung Schloss Neuhardenberg laden mit dieser Ausschreibung zum Brandenburgischen Kunstpreis 2018 Künstlerinnen und Künstler ein, sich für diese ihnen gewidmete Auszeichnung zu bewerben.

Die gemeinsam von der Märkischen Oderzeitung und der Stiftung Schloss Neuhardenberg sowie mit Unterstützung von EWE und unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, zu verleihende Auszeichnung umfasst Werke der Malerei, Grafik, (Klein-)Plastik und erstmals auch der Fotografie. Über die Vergabe der dotierten Preise entscheidet eine Jury unter Leitung von Frank Mangelsdorf.

Bewerben können sich alle Künstlerinnen und Künstler, die im Land Brandenburg leben oder arbeiten. Die Anzahl der Einreichungen ist auf ein Werk begrenzt, das aus mehreren Teilen bestehen kann und in den letzten zwölf Monaten entstanden sein soll. Die Bewerbung erfolgt mit der Übermittlung einer digitalisierten Abbildung, die die Arbeit gegebenenfalls in verschiedenen Perspektiven und in einer Qualität zeigt, die für eine gedruckte Veröffentlichung geeignet sein sollte (mindestens 300 dpi als jpg- bzw. tiff-Datei, vorzugsweise als Email oder CD).

Im Bereich Fotografie erfolgt die Bewerbung ebenfalls in digitalisierter Form, zugelassen ist eine fotografische Arbeit, welche aus bis zu fünf separaten Fotografien bestehen kann (Serie).

Eine Jury trifft aus diesen Einreichungen eine Auswahl für die Vergabe der Preise für Malerei, Grafik, Bildhauerei und Fotografie bzw. die Auswahl für die damit verbundene Ausstellung in Neuhardenberg. Die Künstlerinnen und Künstler der so ermittelten Arbeiten werden danach eingeladen, die Originalwerke einzureichen. Prämiert wird nur das Original.

Einreichungsschluss für die digitale Bewerbung ist am 10. März unter der E-Mail-Adresse kunstpreis@moz.de oder unter der Postadresse: Märkisches Medienhaus, Kunstpreis, Chefredaktion, Kellenspring 6, 15230 Frankfurt (Oder), Tel. 0335 5530-511, 0151 41622285 oder 0151 11312162.

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