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Preis
Streitbarer Künstler für Lebenswerk geehrt

Der Chemnitzer Grafiker und Bildhauer Michael Morgner wurde für sein Lebenswerk mit dem Schmidt-Rottluff-Preis ausgezeichnet.
Der Chemnitzer Grafiker und Bildhauer Michael Morgner wurde für sein Lebenswerk mit dem Schmidt-Rottluff-Preis ausgezeichnet. © Foto: dpa/Martin Schutt
dpa / 09.03.2018, 16:38 Uhr - Aktualisiert 25.04.2018, 21:40
Chemnitz (dpa) Der Maler, Grafiker und Bildhauer Michael Morgner hat den ersten Schmidt-Rottluff Preis für sein Lebenswerk erhalten.

Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 75-Jährigen am Freitag in seiner Heimatstadt Chemnitz überreicht. „Ich fühle mich wahnsinnig geehrt“, sagte Morgner.

Verbunden mit dem Preis ist eine Festschrift, in der langjährige Weggefährten und Freunde Morgners in Text und Bild über ihre Begegnungen mit dem Künstler berichten. „Das ist schon etwas, das einen zu Tränen rührt, wenn man nicht so einen beschissenen Charakter hätte wie ich“, sagte der Geehrte.

Morgner gilt als streitbarer Geist und hat ein gespaltenes Verhältnis zur sogenannten DDR-Kunst. „Ich habe das Pech, dass ich jetzt als DDR-Künstler gelte. Ich war Künstler in der DDR“, sagte er vor der Preisverleihung. Er wolle niemals mit Bernhard Heisig (1925-2011), Willi Sitte (1921-2013) oder Werner Tübke (1929-2004) in einen Topf geworfen werden, betonte er.

Der Chemnitzer hatte 1973 die „Galerie oben“ im damaligen Karl-Marx-Stadt mitbegründet und später die Künstlergruppe Clara Mosch. „Er hat eine raue Schale und manchmal auch Stacheln“, sagte Sonja Oehlschläger, Mitbegründerin der Stiftung Schmidt-Rottluff Kunstpreis, über den Preisträger.

Laudatorin Katrin Arrieta erklärte, es könne keinen würdigeren ersten Träger des Preises geben. In den Werken des Chemnitzer Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) habe es immer die Suche nach authentischer Ausdrucksform gegeben. „Das finden wir auch in den Werken von Michael Morgner“, sagte die Kunsthistorikerin. Er habe ein Werk geschaffen, das immer unbequem war.

Das Ehepaar Jürgen und Sonja Oehlschläger hatte die private Stiftung 2015 gegründet. Ziel sei es gewesen, den Künstler Schmidt-Rottluff zu ehren und ins Bewusstsein der Chemnitzer zu bringen. „Der Preis ist ein Preis der Stadt von uns“, sagte Jürgen Oehlschläger. Die Stifter kündigten an, dass es künftig eine Jury die Preisträger auswählen soll. Morgner erklärte sich bereit, dem Gremium anzugehören und bei der Auswahl zu helfen. „Überall auf der Welt gibt es Künstler, die nicht mit den Wölfen heulen. Und die müssen gefunden werden“, erklärte er.

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