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Sieger des diesjährigen uckermärkischen Kunstpreises der Sparkasse stehen fest

Kunst
Dunkles Herz gewinnt

Oliver Schwers / 29.09.2018, 06:15 Uhr
Prenzlau (MOZ) Das Geheimnis ist gelüftet: Uwe Kahl und Jutta Siebert sind die Gewinner des diesjährigen uckermärkischen Kunstpreises. Eine Jury hat ihre Arbeiten aus insgesamt 21 Nominierungen in zwei Kategorien ausgewählt. Das Preisgeld beläuft sich auf jeweils 2500 Euro.

Nein, beide haben nicht damit gerechnet. Bis zuletzt hat die Jury dicht gehalten und kein Sterbenswörtchen verloren. Und so standen dann Uwe Kahl und Jutta Siebert sichtlich überrascht im Rampenlicht, um den diesjährigen uckermärkischen Kunstpreis, gestiftet von der Sparkasse Uckermark, aus den Händen von Vorstand Wolfgang Janitschke entgegenzunehmen. „Ich hätte gedacht, dass man spätestens in der Woche vorher informiert wird“, so Jutta Siebert aus Lychen. „Aber als das nicht passierte, dachte ich mir, dass es nichts geworden ist. Und jetzt bin ich völlig fassungslos.“

Die Jury entschied sich für ihr Bild „Sansibar“. Die Idee dazu ist tatsächlich in Tansania entstanden, wo sich die 67-Jährige im Januar bei einem zweiwöchigen Arbeitsaufenthalt inspirieren ließ.

Es ist ein abstraktes Werk, obwohl es im Vergleich mit ihren sonstigen Arbeiten schon geradezu einen „Ausbruch in den Realismus“ darstellt. „Ich male nur Striche“, sagt Jutta Siebert. „Ordentlich und zwanghaft.“ Das Werk überzeugte die Jury durch seine „Rhythmik, seine gedämpfte Farbgebung“, so der vormalige Preisträger Christian Breßler aus Angermünde in der Laudatio.

Dunkel ist das Herz, das Uwe Kahl in den Raum stellte. Bei der Arbeit handelt es sich rein optisch um eines der größten Objekte des diesjährigen Kunstpreises. An einem Metallgestell hängt ein aus einer Walnussbaumwurzel gefertigtes dunkles Herz. Aber nicht in der romantisierenden Form, sondern in der anatomischen Anlehnung mit Herzgefäßen. Das Material bleibt in seiner ursprünglichen Form erhalten, nachdem der Künstler es mit Kettensäge, Brenner und Drahtbürste bearbeitet und anschließend geölt hat. Kahl arbeitet in Bagemühl. Als sein Name aufgerufen wird, muss er sich erst fassen. „Natürlich wünscht man sich, den Preis zu gewinnen“, so seine erste Reaktion. „Aber als ich all die nominierten Arbeiten gesehen habe, dachte ich mir: Da musst du dann schon Glück haben.“

Insgesamt bewarben sich in der dritten Runde des seit 2014 vergebenen Preises 33 Künstler mit 34 Arbeiten. 21 kamen in die Auswahl, darunter zwölf Werke der Kategorie Malerei/Grafik und neun in der Kategorie Plastik. Eine schwere Entscheidung für die Jury, nicht immer unumstritten. Christian Breßler weiß, wie sich ein gestandener Künstler fühlt, der sich mit einer „Ausnominierung“ zufrieden geben muss. Dennoch solle man es „sportlich nehmen und immer weiter machen“, so sein Ratschlag für künftige Beteiligungen. „Ein Kunstpreis ist nur so gut wie die Summe der eingereichten Kunstwerke.“

Für die Beteiligten bedeutet das auch mehr publikumsträchtige Öffentlichkeit. Genau das brauchen Künstler der Uckermark, wo Galeriebesucher nicht unbedingt in Scharen anrücken. „Für uns ist die Wanderausstellung wichtig“, sagt der Prenzlauer Bildhauer Claus Lindner. Er hat sich mit einer kleinen Statuette zum 100. Todestag von Gustav Klimt beteiligt, die unter den anwesenden Kollegen und Kunstverständigen für viel Aufmerksamkeit sorgte.

„Wir wollen Kunst und Kultur fördern und nicht kneifen, wenn es ans Bezahlen geht“, sagt Sparkassenchef Janitschke. In zwei Jahren folgt die nächste Runde des Uckermark-Kunstpreises.

Wanderausstellung

Die Ausstellung aller für den Kunstpreis nominierten Arbeiten wird bis zum 4. November im Sonderausstellungsraum des Prenzlauer Dominikanerklosters präsentiert. Anschließend wandern die 21 ausgewählten Werke in den Kategorien Malerei/Grafik und Plastik in die Sparkassenzentrale Prenzlau, wo sie vom 9. November bis zum 4. Januar zu sehen sind. Danach geht die Reise zum Multikulturellen Centrum Templin mit einer Ausstellungszeit vom 11. Januar bis 10. März 2019. Es folgen das Kloster Chorin (16. März bis 5. Mai) und das Angermünder Franziskanerkloster (11. Mai bis 10. Juni).

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