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Guten Morgen Eberswalde gibt einen Vorgeschmack aufs 15. Filmfest / Eingangsbereich karikiert die Filmbranche

Festival
Erster Einlass am „Tor zur Provinz“

Bitte durchtreten: Das „Tor zur Provinz“ steht am Sonnabend für Guten-Morgen-Eberswalde offen. Mit den teilweise animierten Figuren nimmt der Künstler und Szenograf Matthias Friedrich Mücke im Eingangsbereich zum Paul-Wunderlich-Haus Berufe der Filmbranche aufs Korn. Ende der Woche beginnt hier die „Provinziale“.
Bitte durchtreten: Das „Tor zur Provinz“ steht am Sonnabend für Guten-Morgen-Eberswalde offen. Mit den teilweise animierten Figuren nimmt der Künstler und Szenograf Matthias Friedrich Mücke im Eingangsbereich zum Paul-Wunderlich-Haus Berufe der Filmbranche aufs Korn. Ende der Woche beginnt hier die „Provinziale“. © Foto: Andreas Gora
Ellen Werner / 01.10.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 01.10.2018, 07:34
Eberswalde (MOZ) Eine Woche vor Festivalstart ist am Sonnabend das von Matthias Friedrich Mücke gestaltete „Tor zur Provinz“ eröffnet worden. Zur Einweihung wurden Filme gezeigt, die es nicht in den „Provinziale“-Wettbewerb geschafft haben.

Ein Kameraassistent mit hochkonzentriertem Blick lässt die Filmklappe mit der Aufschrift „Eberswalde“ auf und zu schlagen. Auf und ab schwingt der Schminkpinsel der Maskenbildnerin. „Und Action!“ brüllt der Regisseur ins ebenfalls bewegliche Megafon – das „Tor zur Provinz“ ist in diesem Jahr animiert.

Seit sechs Jahren gibt es mittlerweile den jedes Jahr von einem anderen Künstler gestalteten Eingangsbereich zum Eberswalder Filmfest „Provinziale“ im Paul-Wunderlich-Haus. In diesem Jahr ist er erstmals schon vor Beginn des Festivals eingeweiht worden – wenn auch in Abwesenheit des Künstlers.

Nach Katja Ziebarth, Gudrun Sailer, Holger Barthel, Sven Ahlhelm und Antoinette hatten die Festivalmacher für 2018 Matthias Friedrich Mücke gebeten, seinen Ideen zum „Provinziale“-Portal Form zu geben. Mücke, geboren 1965, hat das Portal mit Unterstützung von Festivalleuten in der zurückliegenden Woche hochgezogen.

Dass er selbst beim ersten Einlass nicht dabei ist, „hat auch ein bisschen mit dem zu tun, was er macht“, erläutert am Guten-Morgen-Eberswalde-Vormittag Veranstalter Udo Muszynski. Der Maler und Grafiker, der im Dorf Krummenpfahl (Märkisch-Oderland) lebt und vor fünf Jahren mit dem Brandenburgischen Kunstpreis der MOZ geehrt wurde, ist auch Szenenbildner. „Er reist seiner Arbeit hinterher, arbeitet viel im Filmkosmos, richtet Situationen beim Film ein“, so Muszynski. Mücke ist gerade im Ausland.

Die einladenden Karikaturen von Berufsbildern aus der Filmbranche auf dem Portal sind nicht ganz neu. Bildkünstler Mücke gibt in seiner Edition mueckenschwarm selbst Künstlerbücher heraus. Die Figuren sind „...und Action!“, seinem Lexikon der Filmbranche, entsprungen. „Wir werden den Künstler beim Filmfest kennenlernen“, sagt Udo Muszynski.

Auf die Filme, die das „Provinziale“-Team für den Guten-Morgen-Samstag ausgewählt hat, trifft das überwiegend nicht zu. Es sind drei Streifen, die, obwohl heiße Kandidaten, es nicht in den Wettbewerb geschafft haben. „Es sind dennoch sehenswerte Filme“, sagt Orga-Chef Sascha Leeske. Anders als in den Vorjahren, in denen zur Vorschau Filmschnipsel aus dem Wettbewerbsprogramm liefen, habe man dem Preview-Publikum dieses Mal ein vollständiges Kinovergnügen bieten wollen.

Die Qualität der drei aussortierten Filme lässt für das Festival einiges erwarten. Der tschechische Animationsfilm „Happy End“, eine schwarze Komödie über den Tod, besticht nicht nur durch seine Idee, das Happy End durch eine umgekehrte Abfolge der Filmkapitel zu provozieren, sondern auch die großartigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Im Kurzspielfilm „Parades“ stößt ein Vogelschützer auf die lebensmüde Anarchistin Margot, die dem Ranger gegenüber die verschwundenen Lebensräume an einem künstlichen See verteidigt. Die französisch-schweizerische Produktion war bereits in Locarno für den European Film Awards nominiert. Einzig der wie in vordigitalen Zeiten auf 16 Millimeter gedrehte Film „Herr und Frau Dettmann“ – ein Kurzausflug auf einen Hof in der Uckermark – wird auf dem Filmfest noch zu sehen sein: im „Heimatfenster“.

Bei der Veranstaltung am Sonnabend gingen neben Festivalpässen auch die neuen Provinziale-T-Shirts in den Verkauf. Diesmal mit der Aufschrift „Provincialist“ – der obersorbischen Übersetzung für „Provinzialist“, wie sich die Festivalaktivisten nennen. Das Filmfest wird am Sonnabend mit dem Dokumentarfilm „Das Dorf der schwimmenden Kühe“ (Polen) eröffnet.

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