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Die Kunstfans dürften im neuen Jahr wieder auf ihre Kosten kommen.

Ausstellungsjahr 2019
Von der Renaissance bis Emil Nolde

Eine Besucherin steht vor Bildern Emil Noldes im Bildersaal der Nolde-Stiftung.
Eine Besucherin steht vor Bildern Emil Noldes im Bildersaal der Nolde-Stiftung. © Foto: Frank Molter/dpa
dpa / 07.01.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 30.01.2019, 18:25
Berlin (dpa) Italienische Renaissance und Emil Nolde, das Bauhaus und die Mauer - die Kunstmuseen in Berlin bieten im neuen Jahr wieder ein vielseitiges Programm. Neben den ständigen Ausstellungen gibt es zahlreiche spannende und hochkarätige Sonderschauen. Einige Highlights:

KARIN SANDER (26. Januar bis 3. März): Das Haus am Waldsee, ein international renommierter Ort für Gegenwartskunst, feiert nach eineinhalbjähriger Bauzeit seine Wiedereröffnung mit einer großen Einzelausstellung von Karin Sander. Unter dem Titel „A bis Z“ zeigt die vielfach ausgezeichnete Künstlerin nicht nur ihre seit den 1990er Jahren entstandenen Arbeiten, sondern setzt sich auch auf subtile und humorvolle Weise mit dem Haus auseinander, wie die Veranstalter ankündigen. Die Villa im Berliner Stadtteil Zehlendorf war nach mehr als 70 Jahren Ausstellungsbetrieb erstmals grundlegend saniert worden.

MANTEGNA UND BELLINI (1. März bis 30. Juni): Die Gemäldegalerie am Kulturforum stellt die beiden Meister der italienischen Renaissance in einer ersten umfassenden Ausstellung mit rund 100 Arbeiten vergleichend gegenüber. Andrea Mantegna (um 1431-1506) und Giovanni Bellini (um 1435-1516) waren miteinander verschwägert, ihr Schaffen ist eng miteinander verwoben. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit der National Gallery in London. Sie läuft dort nach Angaben von Berlins Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer bereits mit großem Erfolg.

EMIL NOLDE (12. April bis 15. September): Der Vorzeigekünstler der Klassischen Moderne ließ sich nach dem Krieg als Opfer der NS-Kunstpolitik feiern. Das Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof rückt dieses Bild gemeinsam mit der Nolde Stiftung Seebüll gerade. Nach einer ersten wissenschaftlichen Auswertung seines Nachlasses war Nolde bei den Nazis zwar ab 1937 als „entartet“ verfemt und wurde 1941 mit Berufsverbot belegt. Er blieb aber bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945 Anhänger des NS-Regimes. Die Ausstellung sei eine „kritische Dekonstruktion der Legende von Nolde“, die auch selbstkritisch mit früheren Ausstellungsprojekten umgehe, erklären die Veranstalter. Zu sehen sind mehr als 100 zum Teil noch nie gezeigte Werke.

ORIGINAL BAUHAUS (6. September bis 27. Januar 2020): Zum 100. Gründungsjahr des Bauhauses erzählt das Berliner Bauhaus-Archiv anhand von 14 Originalobjekten 14 Geschichten über die legendäre Kunst- und Designschule. Sie war 1919 von Walter Gropius gegründet worden und bestand nur 14 Jahre. Dennoch war sie weltweit Wegbereiter der Moderne. Neben eigenen Objekten des Bauhaus-Museums sind in der Berlinischen Galerie wertvolle Leihgaben aus internationalen Sammlungen zu sehen. Die Ausstellung in Berlin gehört zum bundesweit gefeierten Jubiläumsjahr.

PREIS DER NATIONALGALERIE (Herbst 2019 bis Frühjahr 2020): Die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin verleiht im Herbst zum 10. Mal ihren renommierten Kunstpreis. Vier nominierte Künstler stellen sich aus diesem Anlass im Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof in einer gemeinsamen Shortlist-Ausstellung vor. Der Preis fördert junge, wichtige Protagonisten der Gegenwartskunst, die die Internationalität und Lebendigkeit der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln, so die Veranstalter. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Anne Imhof, Cyprien Gaillard und Monica Bonvicini.

DURCH MAUERN GEHEN (12. September bis 12. Januar 2020): Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls geht der Berliner Martin-Gropius-Bau der Frage nach, welche Auswirkungen von Menschen errichtete Barrieren, Grenzen, Trennungen und Mauern haben. International renommierte Künstler wie Jose Dávila, Mona Hatoum, Nadia Kaabi-Linke, Christian Odzuck und Anri Sala setzen sich mit den physischen und psychischen Folgen des Zusammenlebens in gespaltenen Gesellschaften auseinander. Das Thema „Durch Mauern gehen“ spielt auch auf die Lage des Gropius-Baus an, der bis 1990 auf der West-Berliner Seite direkt an der Mauer lag. Das Hauptportal war versperrt, der Zugang musste auf die Rückseite verlegt werden.

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