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Helio vertont das Handwerk

Sagt von sich selbst, er hat zwei linke Hände: Martin Genßler, Sänger der Rockgruppe Helio
Sagt von sich selbst, er hat zwei linke Hände: Martin Genßler, Sänger der Rockgruppe Helio © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 14.09.2016, 22:41 Uhr - Aktualisiert 15.09.2016, 19:16
Altranft (MOZ) Es ist eine Neukonzeption, die in der kommenden Woche auf dem Berg-Schmidt-Hof in Altranft entstehen wird. Gemeinsam mit der Rockband Helio sowie Studenten der HNE Eberswalde wird das Museum Altranft eine Rockoper aufleben lassen. Premiere ist am 23. September.

Rockmusik und Oper? Eine seltene Kombination. Aber einen Versuch wert, fand der Altranfter Museumsleiter Kenneth Anders im vergangenen Jahr als er mit seinen Mitarbeitern das Konzept für das diesjährige Themenjahr festlegte.

Genau deshalb wird es in der kommenden Woche auf dem Berg-Schmidt-Hof des Museums etwas lauter werden. Denn dann werden die Mitarbeiter des Museums, Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde sowie die Wriezener Rockband Helio eine Rockoper auf die Beine stellen.

Bezug nehmen soll die Oper im Themenjahr des Handwerks auf die Entwicklungen, Perspektiven und Probleme der regionalen Handwerksunternehmen.Herausgepickt hat sich der Museumsleiter einige Schwerpunkte, die aus Interviews mit regionalen Handwerkern, die bereits vor mehreren Monaten geführt wurden, hervortraten. So ging es etwa um die Nachwuchssorgen, von denen viele Betriebe betroffen sind oder schlechte Zahlungsmoral. Ebenso trat das Radio in den Vordergrund. "Es gab so viele, die sagten, dass sie bei ihrer Arbeit immer das Radio anschalten", erinnert sich Kenneth Anders.

Für den Museumsleiter Anlass genug, eine Musikgruppe mit ins Boot zu holen. Helio sollte es sein, denn "sie zeigen ein starkes Interesse, die Kultur- und Regionalentwicklung zu fördern", sagt Kenneth Anders. Ein Konzept, welches auch das Museum unterstützt.

Als Grundlage für die Zusammenarbeit hat der Museumsleiter aus den Befragungstexten der Interviews mehrere Liedtexte entworfen, die er Helio zukommen ließ. "Eigentlich habe ich mit Handwerk nichts am Hut. Ich habe zwei linke Hände", sagt Martin Genßler, Sänger der Gruppe Helio. Nachdem er sich aber mehr und mehr damit beschäftigte, entdeckte er, dass ihm Handwerk doch nicht so fremd ist. In seiner Familie gibt es Verwandte, die handwerklich gearbeitet haben oder es immer noch tun, erzählt Martin Genßler. "Ich habe großen Respekt vor der Arbeit und auch versucht, diesen in den Texten zu verarbeiten." Bis zum Sonntag sollen alle Lieder und Texte, die in die Rockoper eingebaut werden, stehen. Wahrscheinlich werden die Ergebnisse auch aufgenommen, kündigt der Sänger an. "Das kommt darauf an, wie sie ankommen werden." Gerade im kulturellen Bereich ist das Geld ist rar, schätzt Kenneth Anders den Einsatz der Gruppe. Aus diesem Grund müsse auch das Museum bei einigen Projekten improvisieren und auf Unterstützung von außen bauen.

Unterstützung bekommt die Einrichtung zudem von Studenten. Sie werden in der kommenden Woche noch einmal losziehen und Interviews führen, kündigt Kenneth Anders an. Die jungen Frauen und Männer der HNE-Sommerschule werden in den Gesprächen die Schicksale und Arbeitsweisen der regionalen Handwerker kennenlernen, erklärt der Museumsleiter.

Wie die Musik in Kombination mit schauspielerischen Leistungen und Ergebnissen der Studenten am Ende aussehen soll, werden die Künstler und Organisatoren in der kommenden Woche herausfinden. Spätestens am 23. September um 20 Uhr werden es alle wissen. Dann erfolgt die Premiere in der Scheune des Altranfter Berg-Schmidt-Hofs. Am 24. September wird die Rockoper wiederholt. Der Eintritt kostet acht Euro.

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