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Der Herbst kann kommen: Im Theater am Rand steht ab September einen Mix aus Altbekanntem und neuen Stücken an.

Saisonstart
Das hässliche Entlein im Randtheater

Geben Lesungen und Konzerte: Tobias Morgenstern und Thomas Rühmann im Theater am Rand in Zollbrücke.
Geben Lesungen und Konzerte: Tobias Morgenstern und Thomas Rühmann im Theater am Rand in Zollbrücke. © Foto: Wolfgang Rakitin
Nadja Voigt / 29.07.2019, 21:13 Uhr
Zollbrücke (MOZ) Als das Oderland Echo im Theater am Rand vorbeischaut, ist das neue Programm noch warm. "Ich habe es gerade aus der Druckerei geholt", berichtet Uwe Wolf, der für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der Spielplan ist voll gepackt für das zweite Halbjahr. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit "alten Bekannten" in den beliebten Repertoirestücken aber auch Platz für Neues. Ein schmaler Grat, zwischen Planung und Spontaneität, wie Intendant Tobias Morgenstern im Editorial verrät.

Planung kurz- oder langfristig?

"Wandlungen und schnelle Veränderungen bestimmen im Moment unser Leben sehr stark. Sei es direkt tagespolitisch oder in grundsätzlichen Fragen zum Verhältnis Natur und Mensch. Ich habe das Gefühl, es wird immer schwieriger, echte Prognosen über die Zukunft zu erstellen, selbst in der eigenen Zukunftsplanung weicht man Entscheidungen gerne aus. Vieles bleibt irgendwie offen, so lange es nur geht, bei den jungen Leuten heißt es dann: Na, mal gucken. Oder: Warten wir’s ab, das findet sich schon." Gefunden hat sich das Theater-Team zwischen kurzfristiger Planung und in der Vergangenheit und der Notwendigkeit, durch Förderanträge zum Beispiel längerfristig zu planen. In der (näheren) Zukunft.

Los geht es mit dem neuen Spielplan am 1. September. Und einem Kinderstück. "Das hässliche Entlein" wird es geben. Und künftig vielleicht noch mehr Kinderstücke, denn der Bedarf ist da, haben Uwe Wolf und Geschäftsführerin Almut Undisz festgestellt. Gleich danach steht die erste von gleich zwei Premieren im zweiten Theaterhalbjahr an: "Kabakon" heißt das Stück. Und es wird fragmentarisch erzählt und ebenso von den Zuschauern erlebt. Nicht alle Zuschauer erleben zur selben Zeit das gleiche. In Gruppen aufgeteilt sehen sie das Stück auf verschiedenen Bühnen. Ein Theaterspektakel nach Christian Krachts Roman "Imperium" soll das werden. Es spielen: Julia Jäger, Christian Schmidt, Wolfgang Krause Zwieback und natürlich Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern.

Provokante Kunstform

Und nach dem Motto, eine provokante Geschichte verlangt auch eine provokante Kunstform, geht das Theater am Rand mit dem neuen Stück volles Risiko und fordert seine Zuschauer heraus. "Vom Thema und von der Machart ist das etwas ganz Neues", sagt Uwe Wolf. Bis zum Herbst gibt es dann Lesungen und Konzerte, aber auch Kabarett. Als Repertoirestücke kehren "Ein ganzes Leben" nach Robert Seethaler und "Die Entdeckung der Langsamkeit" nach Sten Nadolny an die Oder zurück. Auch ein Randthema wird es erstmals nach langer Zeit wieder geben. Es widmet sich Anfang Oktober der Agrarwende. Und das sowohl filmisch als auch in der Diskussion. Mit "Dshamilja" nach Tschingis Aitmatow und "Gier.Unterm Birnbaum" von Christian Schmidt als Fontane-Stück fürs Hier und Heute, schreitet der Herbst voran. Bis Ende Oktober eine weitere Premiere auf die Zuschauer wartet: "Böse Mädchen". Dabei erzählen Holger Daemgen und Thomas Rühmann nach den "Fiesen Fabeln" nun um die überraschenden und gefeierten Lesarten des amerikanischen Schriftstellers Michael Cunningham.

Den Höhepunkt, so Uwe Wolf und Almut Undisz, stellt dann das zweite Internationale Akkordeonfestival dar. Dabei soll gezeigt werden, was alles, in dieser "Orgel to go" steckt. Verabschieden müssen sich die Fans in diesem Jahr vom "Wunder von Ballybradawn". Das wird es 2019 ein letztes Mal geben, bevor im kommenden Jahr eine neue Weihnachtsproduktion startet.

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