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Brandenburger Theater
Theaterfrühstück gibt Vorgeschmack auf die neue Eigenproduktion "Hans im Glück"

Fritz Schulze wird als Hans I, der Genügsame, auf Kuh, Pferd, Schwein und Gans sowie sein zukunftsorientiertes Ich treffen.
Fritz Schulze wird als Hans I, der Genügsame, auf Kuh, Pferd, Schwein und Gans sowie sein zukunftsorientiertes Ich treffen. © Foto: Schober
Franziska Schober / 13.01.2020, 10:15 Uhr
Brandenburg Speziell für die Brandenburger Bürgerbühne wurde am Sonntagvormittag zum dritten Mal ein Theaterfrühstück von den Theaterfreunden Brandenburg veranstaltet. Dabei wurde zunächst der Frage nachgegangen, wo sich diese Bühne denn befände. Die Antwort: Nirgends. "Bei der Bürgerbühne handelt es sich nicht um einen konkreten Ort, sondern um ein Projekttheater von und mit Bürgern der Stadt, also um ein Theater Ensemble", so Gesche Rintelen, Pressesprecherin des Brandenburger Theaters (BT).

Regie führt auf der Bürgerbühne Steffan Drotleff, der sich über das Engagement der  vielen neuen Mitwirkenden freut: "Die Bürgerbühne als offenes Projekttheater richtet sich an alle interessierten Bürger und gibt uns im Theater die Möglichkeit, mit den Bürgern der Stadt gemeinsam Theater zu machen."  Dabei agieren diese nicht nur als Akteure, sondern können sich auch aktiv in die Gestaltung mit einbringen. Neben Beruf und Schule haben die Akteure seit September wöchentlich das neue Stück "Hans im Glück" geprobt, um mit ihrer Darbietung ab Samstag vor Publikum zu stehen.

Dabei werden Humor und Kritik im Sprechtheater miteinander vereint und konfrontieren den Zuschauer mit der zentralen Frage des Stückes: "Was ist Glück?". Eine Frage, der die Gebrüder Grimm schon 1818 auf den Grund gingen und daraufhin das allseits bekannte Märchen des erfolgreichsten Gescheiterten "Hans im Glück" veröffentlichten.

Die moderne Version des Brandenburger Theaters orientiert sich jedoch an der erweiterten Ausführung des Schriftstellers Peter Ensikat. Dabei steht Hans I, der Genügsame, im Hier und Jetzt als lebender Zeitgenosse plötzlich seinem kompletten Gegenpart Hans II gegenüber, der sich durchtrieben von Zukunftsängsten dem Konkurrenzkampf hingibt. Akteur Thomas Leopold betonte als Hans im Glück II beim Theaterfrühstück in einer eindrucksvollen Kostprobe dramatisch seine Sicht: "Ich kanns nicht sehen, wenn einer hat was ich nicht hab. Ich bin erst glücklich, wenn ich alles alles, alles, alles hab!" und ließ seinem gewinnorientierten Gemüt freien Lauf. Die lebhafte Inszenierung bezieht dabei, wie auch bereits bei Ensikat, sprechende Tiere mit ein. So bekommen die Kuh, das Schwein, das Pferd, die eine Gans und die andere Gans menschliche Wesenszüge, konfrontieren Hans mit ihrem Erleben, und kreieren aus dem Theaterstück eine märchenhafte Fabel mit theatralisch humorvoller Umsetzung. Absolutes i-Tüpfelchen:  der personifizierte Goldklumpen, der die Zuschauer mit den schönsten Wanderliedern beglückt.

Regisseur Drotleff verrät nur so viel: "Ideelles Glück steht dem materiellen Glück direkt gegenüber. Es wird spannend, welche Entwicklung die Figuren im Verlauf des Stückes machen werden."

Das Publikum des Frühstücks zeigt sich beeindruckt, lobt das Stück und freut sich auf die bevorstehenden Vorführungen. Die Premiere am Samstag ist bereits ausverkauft, einige Karten können jedoch noch für die darauffolgende Vorstellung am Sonntag, 19. Januar, um 15 Uhr im Theater erworben werden.

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