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Theater
Oranienburger Gymnasiasten bringen Shakespeare und Aristophanes auf die Bühne

Spielen am Donnerstag in der Aula des Louise-Henriette-Gymnasiums Shakespeares "Was ihr wollt": Rebekka Ahl, Lukas Gorecki, Clara Mund und Johannes Harder (v.l.)
Spielen am Donnerstag in der Aula des Louise-Henriette-Gymnasiums Shakespeares "Was ihr wollt": Rebekka Ahl, Lukas Gorecki, Clara Mund und Johannes Harder (v.l.) © Foto: privat
Johannes Harder / 11.03.2020, 14:24 Uhr
Oranienburg Zweierlei Theater spielte sich vergangene Woche am Louise-Henriette-Gymnasium ab. Nach einem langen Hin und Her mussten zwei Aufführungen des Theaterkurses der 12. Klasse krankheitsbedingt abgesagt werden. Diese Woche wird die geplante Komödie nachgeholt, nun erwarten die Zuschauer nacheinander gleich zwei Stücke: am Donnerstag Shakespeares "Was ihr wollt" und am Freitag "Lysistrata" von Aristophanes.

Unter der Leitung von Thomas Rehfeld wagte die Schülergruppe sich an das berühmte, schon 400 Jahre alte Stück Shakespeares, in dem eine Verwechslungsgeschichte im Mittelpunkt steht. Dabei spielt auch Liebe zum gleichen Geschlecht eine Rolle – für die Theaterwelt zu Shakespeares Zeiten höchst ungewöhnlich, im modernen Kontext allerdings umso aktueller.

Selbstgeschneiderte Kostüme

"Wir haben vor allem versucht, die alte Handlung als Grundgerüst mit Elementen der Neuzeit zu kombinieren. Shakespeare in modern eben", erklärt Clara Mund, die eine Hauptrolle im Stück übernimmt. Die Schüler hätten dabei ihre Kostüme selbst gestalten und das Szenenbild mitbestimmen dürfen.

Das zweite Stück ist bereits über 2.000 Jahre alt und behandelt eine Verschwörung von Frauen im alten Griechenland. Um den jahrelangen Krieg zu beenden, wollen sie sich den Männern sexuell entziehen, bis diese Frieden schließen. Die Entscheidung für das Stück hätten alle Schüler gemeinsam getroffen, sagt Kursleiter Achim Dawid. Die Gleichberechtigung der Frau sei ein uraltes Thema, das in Aristophanes‘ Komödie "kongenial gelöst" werde. "Die Frage ist auch immer, was das Stück mit der heutigen Zeit zu tun hat", so Dawid. "Das gesamte Theater fußt auf Stücken wie diesem, weil sie urmenschliche Konflikte aufzeigen."

Eine besondere Herausforderung bei der Erarbeitung sei das Sprechen im Chor gewesen – ein häufiges Mittel in alten griechischen Stücken. Dawid spricht von den generellen Problemen bei der Zusammenarbeit mit einer so großen Schülergruppe: "Es ist schwierig, aus dieser sehr heterogenen Gruppe eine richtige Gemeinschaft zu machen." Letztendlich sei aber der Weg das Ziel: der Entstehungsprozess sei dabei genauso wichtig wie die finale Aufführung.

Interessierte können sich Donnerstag ("Was ihr wollt") und Freitag ("Lysistrata") für 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro Eintritt um 19 Uhr in der Aula des LHG von der Zeitlosigkeit beider Stücke überzeugen.

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