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LeseUFO
Eine besondere Tour nimmt ihren Anfang in Müllrose

Janet Neiser / 14.05.2020, 17:00 Uhr - Aktualisiert 14.05.2020, 17:19
Müllrose (MOZ) Das LeseUFO wird im Oktober in Müllrose landen. Damit startet eine ganz besondere Lesetour durch den Landkreis Oder-Spree. Details zum Projekt verrät Ursula Maria Berzborn, die Künstlerische Leiterin des mit dem Landkreis kooperierenden Theaters Grotest Maru.

Frau Berzborn, warum ausgerechnet ein Ufo? Wie sind Sie auf das Thema Außerirdische gekommen? Muss man sich etwa wie ein Alien fühlen, wenn man noch analog Bücher liest?

Der Ansatz ist gut. Aber das Thema ist entstanden im Gespräch mit den Verantwortlichen der Fahrbibliothek des Landkreises Oder-Spree. Bei der künstlerischen Ideenfindung haben die Mitarbeiterinnen der Fahrbibliothek gesagt, sie würden sich manchmal wie Aliens fühlen, wenn sie mit dem Bus in ein Dorf kommen, dort quasi landen. Das fanden wir als Bild sehr schön: Etwas Fremdes landet, die Leute vor Ort kommen, schauen, sind neugierig und informieren sich.

Was reizt Sie an dem Projekt?

Es soll insgesamt darum gehen, die Lust am Lesen zu bearbeiten. Das dann künstlerisch umzusetzen, das empfinden wir als tolle Sache. Für das LeseUFO kooperieren wir dazu mit der Regisseurin Heike Scharpff. Wir mit Grotest Maru, unserer Theatergruppe, machen ja mobiles Theater und haben seit über 20 Jahren zahlreiche ortsspezifische Projekte realisiert. Insofern ist es reizvoll für uns, an einen solchen Kulturbus wie die Fahrbibliothek anzudocken.

Was war beziehungsweise ist die größte Herausforderung?

Das LeseUFO ist als partizipatives Projekt geplant. An jedem Ort werden lokale Partner mit einbezogen. Das ist dann immer wieder anders. Wir landen da als Ufo und machen über mehrere Stunden ein Happening daraus. Im Vorfeld kontaktieren wir dafür die lokalen Partner. Wir suchen Schulen, Kindergärten und Seniorenwohnheime sowie Künstler aus dem Ort, die mitmachen wollen. Das ist insbesondere jetzt zu Corona-Zeiten eine große Herausforderung. Vieles, was wir uns ausgedacht hatten, wird nun etwas schwieriger. Wir müssen also Wege finden, wie wir die Inszenierung trotzdem realisieren können.

Sie haben die Menschen aufgefordert, vorab Texte einzuschicken, aus denen Sie dann etwas machen.

Genau, uns interessieren alle Dinge, bei denen man denkt: Das müsste ein Alien von den Menschen und ihrem Leben erfahren. Wer sich beteiligen möchte, kann die Texte per Brief schicken oder online.

Haben Sie schon Einsendungen bekommen?

Wir haben schon ein paar Sachen erhalten. Sogar zwei selbst geschriebene Texte sind dabei. Ganz toll. Das ist natürlich auch eine Option, dass man selbst etwas schreibt. Wir haben ein Gedicht bekommen und ein Textfragment aus einem Kinderbuch. Aber mehr verrate ich da noch nicht. Wir müssen sichten, was kommt. Die Idee ist letztlich, dass wir mit den Texten, die eingeschickt werden, mit den Menschen vor Ort arbeiten – ganz spielerisch natürlich.

Ein Besuch ist also auch für Kinder geeignet?

Ja. Wir wollen die Leute generationsübergreifend ansprechen. Das ist generell ein Anliegen unserer Theatergruppe: Für wollen Theater machen für unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, also ein Theater für alle.

Mit wie vielen Aliens werden Sie landen?

Es sind fünf Performer sowie Heike Scharpff und ich als Regisseurinnen. Dann gibt es noch die Organisatoren der Fahrbibliothek, die selbst vor Ort sein werden. Besucher können sich den Bus natürlich anschauen. Das soll eine Lese-Lounge werden, ein Jahrmarkt der Wortspiele. Im Endeffekt geht es darum, das Buch und das Lesen publik zu machen.

Hatten Sie in der Corona-Zeit mehr Zeit zum Lesen oder mussten Sie aufgrund der ganzen Situation viel mehr managen als sonst?

So ist es. Mal eben die Füße hochlegen, das geht in unserer Branche gerade gar nicht. Da muss zu viel verlegt, zu viel organisiert werden. Bei dem LeseUFO haben wir Glück, das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert und erstreckt sich über zwei Jahre. Aber wir hatten auch andere Gastspiele geplant, die wurden alle abgesagt. Nun freuen wir uns aber aufs Lesen der Textbeiträge zum LeseUFO.

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