Eine Woche lang haben zwölf Künstler verschiedenster Richtungen und Herkunft die großen Hallen der alten Fabrik und die Herbergsbedingungen der eigens hergerichteten Fabrikantenvilla nutzen können, um gemeinsam oder allein zu arbeiten. Das Symposium Oder/Odra stand diesmal unter dem Zeichen ID für Identität oder Identifizierung.
Doch zunächst stoßen Besucher auf die Abkürzung UFO. Die prangt in überdimensionaler Größe in Form weißer Farbe auf den Außenfenstern des Speichers, unterbrochen vom Mauerwerk.
Drinnen wird es dunkel. Zumindest bei der Lichtinstallation in der Kelleretage. Und mit Licht spielen und experimentieren weitere Künstler auf den nach oben folgenden Ebenen. Die Objekte und Installationen sind frisch, teils mutig und haben Witz.
Mit größtem Interesse, Nachdenken und Schmunzeln liest man die Rückseiten beschriebener Postkarten, die an Fäden von der Decke hängen. Rund 500 an der Zahl, anderthalb Jahre lang täglich eine. Wie ein Tagebuch wird die so dokumentierte Reise durch Singapur und andere Länder in kurzen Notizen und Gedanken dauerhaft festgehalten. Bis hin zu der Bemerkung, dass die dicken Ratten den Appetit verderben.
Auf einem Podest liegt das autobiografisch gestaltete Buch von Moritz Wiedemann. Er liest daraus vor. An anderer Stelle nutzen Künstler Fernsehbildschirme, Leuchtstofflampen und das Mittel der Fotografie, um mit der eigenen Identität oder der Identifikation anderer auf das Thema zurückzukommen. Das Projekt wird an weiteren Orten präsentiert.