Berlin (MOZ) In einer Woche ist es soweit: Die Fußball-Legenden Franz Beckenbauer und Uwe Seeler geben am kommenden Donnerstag im Velodrom an der Landsberger Allee den Startschuss für das 103. Berliner Sechstagerennen.
Dieter Stein, der Sportliche Leiter des Sport- und Show-Events in der Hauptstadt, zu dem wieder mehr als 70  000 Besucher erwartet werden, zählt schon die Stunden, bis es endlich wieder rund geht im Velodrom. „So kurz vor dem Start steigt die Nervosität. Immer kann noch etwas passieren, das die Planungen überden Haufen wirft“, sagt der in vielen Rennschlachten auf der Winterbahn in der einstigen Werner-Seelenbinder-Halle erprobte Rad-Experte.
Und genau ein solches Szenario muss der 58-Jährige jetzt meistern. Denn mit Morgan Kneisky hat sich ganz kurzfristig einer der Top-Fahrer abgemeldet. Der Franzose musste sich am Knie operieren lassen und kann damit nicht in Berlin starten. „Damit platzt das Weltmeisterduo Kneisky/Brisse“, informierte der Sport-Chef am Mittwoch. „Das ist super schade für die Fans. Wir werden jetzt Vivien Brisse den Münchner Christian Grassmann an die Seite stellen.“
Damit erscheint der Ausgang des ältesten Sechstagerennens der Welt offener denn je. Zu den Top-Favoriten gehört auf jeden Fall Leif Lampater. Der Rosenheimer triumphierte am Dienstag bei den 50. Bremer Six Days. Zusammen mit dem Niederländer Wim Stroetinga lieferte er sich mit dem Berlin-Brandenburger Duo Marcel Kalz/Robert Bartko ein selten erlebtes spannungsreiches Finale, das erst mit dem letzten Sprint entschieden wurde. Beide Teams waren rundengleich und hatten jeweils
359 Punkte auf dem Konto.
„Das war Wahnsinn“, sagt Dieter Stein und wünscht sich für „sein“ Rennen in Berlin natürlich einen ähnlichen Ausgang. Was gut möglich ist, denn die Spitzenpaare im 32-köpfigen Feld sind recht ausgeglichen. Bremen-Sieger Lampater, der sich nach Meinung von Dieter Stein in dieser Saison zu einem Weltklassemann entwickelt hat, fährt mit dem belgischen U-23-Europameister Jasper de Buyst. Doppel-Olympiasieger und Publikums-Liebling Robert Bartko, der in Berlin bereits dreimal triumphierte, hat den WM-Dritten Theo Reinhardt an der Seite. Nicht zu vergessen die spanischen Vize-Weltmeister David Muntaner/Albert Torres, die zum ersten Mal an der Spree auf Rundenjagd gehen, und die belgisch-österreichische Kombination Kenny de Ketele/Andreas Müller.
„Das diesjährige Rennen wird seinen Vorgängern in keiner Weise nachstehen“, verspricht Stein. „Ein Weltklassefeld mit Fahrern aus 13 Nationen – das kann kein anderer Veranstalter aufbieten.“