Voraus gegangen war der Abstimmung die Mitteilung des Landesamtes für Umwelt, es erwäge, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen, sprich: die Umnutzung zu genehmigen. Die vorgetragenen Ablehnungsgründe der Gemeinde, unter anderem zum Immissions-, -Tier,- und Gesundheitsschutz, sind der Behörde offenbar nicht ausreichend.
Sie folgt vielmehr der Argumentation des Landwirtschaftsbetriebes, der unter anderem erklärt: Durch Ausbreitungsrechnungen habe nachgewiesen werden können, "dass erhebliche Beeinträchtigungen durch Gerüche, Schallwellen sowie Stäube und Keime nicht zu erwarten sind". Zum Ausgleich der Eingriffe in das Schutzgut Boden soll eine Wildkräuterwiese angelegt sowie der Rückbau der Gewächshausanlage in Golzow anteilig übernommen werden. In der geplanten Hähnchenmastanlage soll es 73 390 Tierplätze geben. Die Neubelegung soll erst zehn Tage nach der Ausstallung erfolgen. Nach dem Fairmast-Prinzip sind die Bodenhaltung auf Einstreu und überdachte Auslaufflächen vorgesehen.
Die Lindendorfer Vertreter sind trotzdem sauer: "Die Argumente der direkt Betroffenen zählen nicht. Die Behörden entscheiden über unsere Köpfe hinweg, rein nach Gesetzeslage", empörte sich die Sachsendorfer Ortsvorstehrin Beate Frey. Die Dolgeliner Lehrerin Gabriele Dreger erklärte frustriert: "Wir lehren in der Schule Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, aber die Realität sieht anders aus."