So richtig fassen kann Marlies Heide ihre Einladung zur Auszeichnungsveranstaltung uckermärkischer Ehrenamtler noch immer nicht. Als der Brief nach Hause kam, habe sie gedacht: "Was ist das denn jetzt' - und sofort begonnen, nach dem Urheber zu suchen. Doch dieser hielt, wie er sagt, die Füße still, habe nichts durchdringen lassen. Jürgen Mittelstädt, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Bauern-Ländlicher Raum (BLR), hat die Angermünderin wegen ihrer besonderen Leistungen in der Aus-und Weiterbildung von Landwirten vorgeschlagen. Zunächst in der Fraktion und dann beim Landrat, denn vorschlagsberechtigt sind sowohl Bürgermeister, Amtsdirektoren und der Landrat, als auch Kreistagsfraktionen und der Vorsitzende.
Marlies Heide engagiert sich seit 25 Jahren im Ehrenamt. Sie war von Anfang an dabei, als es 1992 hieß, ein System für die landwirtschaftliche Aus- und Fortbildung in der Uckermark aufzubauen. Seitdem ist sie mit Begeisterung dabei, ob in sämtlichen Prüfungsausschüssen oder Facharbeitsgruppen, so die Begründung für die Auszeichnung.
"Ihr unermüdliches Engagement ist kaum zu beschreiben und in einem hohen Maß vorbildhaft", heißt es in der Laudatio. Doch für Heide ist das Engagement eine Selbstverständlichkeit. Auch Landrat Schulze spricht in seiner Eröffnungsrede davon, dass er bei vielen Geehrten beobachtet hat, dass sie finden, ihr Engagement sei eine reine Selbstverständlichkeit.
"Wofür soll ich denn ausgezeichnet werden?", werde er oft gefragt. Doch durch die ehrenamtlichen Tätigkeiten würde die Gemeinschaft zusammengehalten werden, so Schulze. "Ohne ihren Blick und ihre Tatkraft wäre die Uckermark sehr viel ärmer."
Beim abschließenden Gruppenfoto strahlen die Geehrten. Acht Männer und neun Frauen präsentieren voller Stolz ihre Urkunde, die Anstecknadel und die Blumen. Sie würden die Vielfalt ehrenamtlichen Engagements in der Gesellschaft repräsentieren, sagt Kreistagsvorsitzender Wolfgang Seyfried (SPD/BVB). Menschen, die nicht auf die Uhr schauen, wenn sie in der Feuerwehr, der Kunst und Kultur, der Heimatpflege, Landwirtschaft oder Kommunalpolitik ihren Tätigkeiten nachgehen. Zusätzlich würde ein Blick auf die Geburtsjahre verraten, dass sich ehrenamtliches Engagement durch alle Altersschichten zieht, so Seyfried. Einige wären schon über Jahre hinweg dabei. Andere, noch jüngere, engagieren sich und haben noch viel vor.
Dazu gehört Lukas Stemwedel. Der 19-Jährige aus der Gemeinde Boitzenburger Land ist mit Abstand der Jüngste, dem die Würdigung zuteil wird. Das sei ein tolles Gefühl und eine Wertschätzung seines Engagements in der Feuerwehr von hoher Stelle. "Klar finden die Leute im Dorf meinen Einsatz toll", sagt er. "Aber als Ehrenamtler vom Landrat geehrt zu werden, ist nochmal was ganz anderes."

Auszeichnung des Ehrenamts

¦ Die Anstecknadel für besondere Verdienste um den Landkreis Uckermark erhielten:Annette Clauß (Schwedt), Gerda Seehafer (Milmersdorf), Dorothea Janowski (Melzow), Wolfgang Drewlo (Prenzlau), Regina Behrendt (Lychen), Günter Töpfer (Lychen), Nils Graf (Woldegk), Marlies Heide (Angermünde), Willi Magnus (Schwedt), Jürgen Bischof (Prenzlau), Petra Rissmann (Warthe), Lukas Stemwedel (Klaushagen), Ros-witha Bade (Wichmannsdorf), Ramona Krägenow (Prenzlau), Werner Lehmann (Gramzow), Ilona Pahl (Kummerow), Hans-Jürgen Waldow (Arendsee) ¦ Von den 17 Geehrten erhielten die Auszeichnung neun Personen auf Vorschlag der jeweiligen Bürgermeister, sechs Personen wurden von einer Kreistagsfraktion vorgeschlagen und erhielten so die Anstecknadel. Zwei Personen konnten durch den Vorschlag eines Amtsdirektor die Auszeichnung bekommen.(jro)