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Zwei Mal Geld im Gepäck

Olav Schröder / 21.12.2016, 22:14 Uhr
Bernau (MOZ) Das brandenburgische Bauministerium fördert die Entwicklung des Stadtzentrums und des Wohnungsbaus in Bernau. Ministerin Kathrin Schneider (SPD) übergab am Mittwoch die entsprechenden Bescheide in Bernau.

Einen Zuwendungsbescheid über 775000 Euro überreichte die Ministerin Bürgermeister André Stahl (Linke). Der größte Teil davon steht für die Förderung des geplanten Rathausneubaus in der Stadt zur Verfügung. Damit steigt das Fördervorlumen für das Neubauvorhaben auf nunmehr drei Millionen Euro. Außerdem werden aus dem Programm "Aktive Stadtzentren" Einzeldenkmale wie die Brauerstraße 20 (ehemals Gasthaus "Zum goldenen Löwen"), das Haus Kirchplatz 6 und die Johanna-Schule gefördert.

"Eine wachsende Stadt wie Bernau benötigt eine mitwachsende Infrastruktur für den Einzelhandel, die Verwaltung und mit Treffpunkten für die Bürger", sagte Kathrin Schneider. Die Mittel werden jahresweise vergeben, jedoch nach einem Gesamtkonzept. Zugleich blickte die Ministerin auf die Entwicklung der Stadt zurück. In den zurückliegenden Jahrzenten seien rund 21 Millionen Euro an Städtebauförderungsmitteln nach Bernau geflossen.

Im aktuellen Fall werden die Fördermittel durch den Eigenmittelanteil der Stadt auf 1,1 Millionen Euro aufgestockt. Dass die beiden neuen Förderprogramme Aktive Stadtzentren I und II ebenso erfolgreich sind wie die bisherige Städtebauförderung, hielt André Stahl fest. Er verwies auf zwei weitere wichtige Vorhaben in diesem Zusammenhang. Dies sind der Ausbau der Ladestraße zur Aufrechterhaltung des fließenden Verkehrs in Bernau sowie die Sanierung des ältesten noch bestehenden Hauses der Stadt, das Kantorhaus.

Ein Investitionsvolumen von 8,8 Millionen Euro umfasst das Neubauvorhaben an der Schönwoer Chausse/Ecke Blumenhag durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobau. Dort entstehen 53 barrierearme Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen. Alle sind mit einem Aufzug erreichbar, die Wohnungen im Erdgeschoss sind behindertengerecht. Von der Investitionssumme werden rund 6,4 Millionen durch ein Förderdarlehen des Landes finanziert, die übrige Summe durch die Wobau. Mit dieser Förderung entstehen dort 20 Sozialwohnungen, die durch die Stadt vergeben werden(preisgebundene Miete bei 5,50 Euro pro Quadratmeter). 20 Wohnungen erhalten Mieter, die die Kriterien für einen Wohnberechtigungsschein leicht überschreiten (maximal sieben Euro). 13 Wohnungen werden frei vergeben.

"Wir brauchen immer wieder Wohnungen von privaten Investoren, von kommunalen Gesellschaften und Genossenschaften", sagte Kathrin Schneider. Die Wobau sei beim Wohnungsbau unter sozialen Aspekten das "Vorzeigebeispiel" in Brandenburg. Sie erinnerte daran, dass das kommunale Unternehmen als erstes noch nach den früheren Förderrichtlinien mit einem Neubau in der Oranienburger Straße gestartet sei.

Wobau-Geschäftsführerin Antje Mittenzwei verwies im Umfeld des angespannten Wohnungsmarkts auf den Bedarf auch im mittleren Preisbereich. Kostendeckende Mieten in den unterschiedlichen Bereichen auf insgesamt sozialverträglichem Niveau würden Mietpreisbindungen gar nicht erst erforderlich machen.

Die Wobau sei eine "Garantie für bezahlbaren Wohnraum in der Stadt", unterstrich André Stahl. Im Gegensatz zum frei finanzierten Wohnungsbau verfolge sie nicht das Ziel der Gewinnmaximierung. Die Bevölkerung erwarte auch sozialen Wohnungsbau. "Niemand, der sich in Bernau heimisch fühlt, darf irgendwann einmal das Gefühl haben, dass er ausgegrenzt wird."

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