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Präsidentin "gelöchert"

Angeregte Diskussion: Die Schüler der achten Klasse hatten viele Fragen. Britta Stark (r.) und Thomas Günther (2.v.r.) beantworteten sie alle geduldig
Angeregte Diskussion: Die Schüler der achten Klasse hatten viele Fragen. Britta Stark (r.) und Thomas Günther (2.v.r.) beantworteten sie alle geduldig © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 17.03.2017, 06:50 Uhr
Bernau (MOZ) Hoher Besuch: Landtagspräsidentin Britta Stark tourte am Donnerstag durch mehrere Bildungseinrichtungen im Niederbarnim. Erste Station der SPD-Politikerin war am Morgen die Schule im Nibelungenviertel in Bernau.

Bei Kaffee und Plätzchen sprach Stark, die vom Landtagsabgeordneten Thomas Günther begleitet wurde, zunächst einige Minuten mit Schulleiter Roland Hiepel. Den Pädagogen interessierte dabei vor allem das Thema "Perspektiven der Förderschulen". Nach seiner Überzeugung sei eine gute Integration aller Schüler durchaus möglich, viele Lehrer seiner Schule vermissten aber eine Planungssicherheit, so Hiepel.

Der bildungspolitische Sprecher der sozialdemokratischen Landtagsfraktion betonte, dass die entsprechende Genfer Konvention auch in Brandenburg konsequent umgesetzt wird.

Nach Angaben von Günther sollen zu den 75 Einrichtungen, die bereits am Pilotprojekt "Inklusive Grundschule" (PING) teilnehmen, landesweit 52 hinzukommen. "Wichtig ist, dass die Ausstattung erhalten bleibt", so der SPD-Mann. Günther räumte zugleich ein, dass es momentan schwierig sei, Lehrer für die Schulen zu finden. "Wir leben von der Abwerbung aus anderen Bundesländern". Viele Uni-Absolventen würden dort Angebote annehmen, wo die Bedingungen besser seien.

Eine Erfahrung, die auch Schulleiter Hiepel gemacht hat. "Uns haben auch schon Kollegen nach zwei bis drei Jahren verlassen". Er schlug ferner ein Prämiensystem vor, das Lehrern zugute kommt, die beispielsweise Quereinsteiger in den Bildungseinrichtungen betreuen und unterstützen.

Den größten Teil des Besuches von Stark und Günther nahm anschließend jedoch eine Diskussionsrunde mit Schülern einer achten Klasse ein. Die Jugendlichen hatten sich gut vorbereitet und scheuten sich nicht, ihre Fragen zu stellen.

"Macht Ihnen die Arbeit Spaß?", wollte beispielsweise ein Schüler wissen. Britta Stark bejahte das ausdrücklich. Sie treffe interessante Menschen, kein Tag sei wie der andere, so die SPD-Politikerin. "Und was gefällt Ihnen nicht so?", lautete eine weitere Frage. "Wenn Menschen aggressiv werden, was mitunter schon mal vorkommt", erklärte die frühere ehrenamtliche Bürgermeisterin von Zepernick.

Auch die Schüler bewegt die Zukunft der Förderschulen in Brandenburg. Er fühle sich in der Einrichtung wohl und fürchte, dass sie abgeschafft werde, sagte Max. Die Anzahl der Förderschulen sinke sicherlich, völlig aus der Bildungslandschaft würden sie aber nicht verschwinden, zeigte sich Günther überzeugt.

Wie der Arbeitsalltag aussehe, ob sie Personenschutz habe und wie sie überhaupt zur SPD gekommen ist, waren weitere Fragen der Schüler. Britta Stark wiederum interessierte sich unter anderem dafür, welche Berufe die Jugendlichen ergreifen wollen. Die Palette reichte dabei vom Maler über den Koch bis zum Bundeswehrsoldaten.

Zum Abschluss der Gesprächsrunde bat ein Schüler um ein Autogramm - und erhielt es von Britta Stark auf die Brotbüchse. Zudem lud die SPD-Politikerin die Klasse zu einer Visite im Potsdamer Landtag ein. Sie wolle dann auch selbst kochen, kündigte die gelernte Technische Zeichnerin an.

Weitere Stationen der beiden Politiker waren die Grundschule Zepernick, das Paulus-Praetorius-Gymnasium und die Tobias-Seiler Oberschule.

An der Schule im Nibelungenviertel werden 180 Mädchen und Jungen von 22 Lehrern unterrichtet.

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