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Auf den Spuren Gustav Lilienthals

Kai-Uwe Krakau / 08.05.2017, 06:45 Uhr
Bernau (MOZ) Mit dem Projekt "Brüder der Landstraße erinnert das Heimatmuseum Bernau im Mai an den Sozialreformer und Baumeister Gustav Lilienthal. Am Wochenende standen dabei seine "zerlegbaren Häuser" im Mittelpunkt.

Lilienthal gilt als der Erfinder verschiedener Elemente der Vorfertigung, er wurde zum ersten Fertighaus-Erbauer Deutschlands. Seine Spuren hat der gebürtige Anklamer dabei auch in Bernau, oder genauer gesagt in Lobetal, hinterlassen. Dort standen bis vor Kurzen noch seine Häuser, die zumindest in Teilen erhalten geblieben waren. Einige Fragmente, wie beispielsweise ein Fenster, wurden am Sonnabend auf dem Anhänger eines Traktors in den Bernauer Stadtpark gebracht. Dort sollen sie noch bis zum Hussitenfest bleiben - und zum Nachdenken anregen.

"Damals ging es darum, rasch menschenwürdigen Wohnraum für obdachlose Menschen zu schaffen", sagt Julie Rüther. Gemeinsam mit Janina Janke ist die studierte Bühnenbildnerin verantwortlich für das Projekt "ANKOMMEN. bauen wohnen leben". Es hatte im vergangenen Jahr mit Veranstaltungen unter dem Thema "Heimkino" begonnen, die "Brüder der Landstraße" sind nun die zweite Station.

"Lilienthal und seine Arbeit sind auch heute wieder aktuell", ergänzt die Regisseurin Janina Janke. Angesichts der zahlreichen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, müsse man diskutieren, wie diese untergebracht werden können. Dem kann auch Bernd Eccarius nur zustimmen. "Es gibt ein Recht auf Wohnraum. Die Frage ist, wie es umgesetzt wird", so der Leiter des Stadtmuseums.

Mit Musik sowie einer Grillparty wurde im Stadtpark noch bis in den Nachmittag hinein gefeiert.

Wer mehr über Gustav Lilienthal und seine Bedeutung in der Gegenwart erfahren wollte, besuchte am Sonntag ein Expertengespräch. Unter der Moderation von Annekathrin Bach diskutierten am Stadtgärtnerhaus unter anderem Jan Cantow von der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal,Bernd Lukasch vom Lilienthal- Museum Anklam sowie Friedemann Seeger vom Verein Baudenkmal Bundesschule Bernau.

Am Freitag wird im Stadtpark zum Freiluft-Filmabend eingeladen. Ab 21 Uhr ist dort der Dokumentarstreifen "Die Stadt als Beute" zu sehen". Einen Bau-Workshop mit dem Ex-Bernauer Sven Lüdecke gibt es dann am Sonnabend ab 11 Uhr am Stadtgärtnerhaus. Hobby-Handwerker können dabei an einem sogenannten "Little Home" für Obdachlose mitarbeiten.

Etwa vier Stunden sollten eingeplant werden, die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt (Anmeldung unter Tel. 03338 365288). Im abschließenden Podiumsgespräch dieser zweiten Projekt-Station geht es dann um das Thema "Recht auf Wohnen - Tendenzen und Initiativen" (Sonntag, 15 Uhr).

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