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Orkan "Xavier" hinterlässt auch im Landkreis Barnim eine Spur der Verwüstung

Das große Aufräumen

Kein Durchkommen: Reihenweise sind auf dem Weg zum Schloss Dammsmühle Bäume umgefallen. Am Freitag beseitigten Mike Goerke, René Unger, Peter Weckerle, Lutz Gasmann und Florian Raht von der Feuerwehr Lanke die Sturmschäden.
Kein Durchkommen: Reihenweise sind auf dem Weg zum Schloss Dammsmühle Bäume umgefallen. Am Freitag beseitigten Mike Goerke, René Unger, Peter Weckerle, Lutz Gasmann und Florian Raht von der Feuerwehr Lanke die Sturmschäden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin, Sven Klamann, u / 06.10.2017, 21:36 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Das Sturmtief Xavier, das in der Nacht zum Freitag mit Spitzengeschwindigkeiten von 130 Kilometern pro Stunde über Berlin hinweggefegt sein soll, hat auch im Barnim jede Menge Chaos angerichtet.

Der Orkan hat überall Bäume entwurzelt und auf Häuser, Autos und Wege stürzen lassen. Von "chaotischen Zuständen auf allen drei Betriebshöfen" spricht beispielsweise Alexander Greifenberg, Verkehrsleiter bei der Barnimer Busgesellschaft. Die sturmbedingten Schwierigkeiten seien weder in Eberswalde noch in Bernau und Bad Freienwalde beherrschbar gewesen. "Mir fehlt auch noch immer ein aktueller Überblick über alle Schäden", sagt der Verkehrsleiter am Freitag.

"Das gesamte Stadtgebiet von Bernau war betroffen", sagt der Chef der freiwilligen Feuerwehr, Jörg Erdmann. Zu rund 100 Einsätzen sind seine Männer und Frauen zwischen Donnerstag, 17 Uhr und Freitag, 17 Uhr, ausgerückt. Etwa 80 Einsatzkräfte waren in den 24 Stunden im Einsatz.

"Besonders groß waren die Schäden in Birkholz, Birkholzaue und Birkenhöhe", schätzt er ein. Aber auch in der Innenstadt wütete "Xavier" - deckte Dächer ab, wie in der Hussitenstraße und an der Lohmülenstraße, wirbelte Bauzäune in die Luft wie an der Bürgermeisterstraße 25. "Glücklicherweise sind es im Wesentlichen nur Sachschäden", sagt Jörg Erdmann. Lediglich eine Frau sei von einem herabstürzenden Ast auf ihr Auto leicht verletzt worden.

Der Stadtbrandmeister selbst war am Donnerstag auf dem Rückweg von Dresden nach Bernau, als der Sturm losbrach. Er hatte mit anderen Feuerwehrleuten die "Florian-Messe" in der Elbestadt besucht. "Auf der Autobahn gab es etliche Unfälle", erzählt Erdmann."Wir haben von unterwegs versucht, unsere Leitstelle zu erreichen und dann auch die Polizei in Bernau, aber es ging nicht", schildert er.

Die Regionalleitstelle in Eberswalde, die für die Kreise Barnim, Uckermark und Oberhavel zuständig ist, war zeitweise völlig überlastet. Deshalb konnte der Lagedienstführer Marcel Haupt am Freitagmorgen nur schätzen, dass es insgesamt mehr als 800 sturmbedingte Einsätze gegeben habe. "Im Barnim sind die Feuerwehren am Donnerstag von 16 bis 22 Uhr 248-mal gefordert gewesen", sagt Haupt.

Über den Einsatz der Leitstelle gibt es in den Reihen der Feuerwehr offenbar unterschiedliche Einschätzungen. Während Bernaus Stadtbrandmeister sagt, es habe in allen Brandenburger Leitstellen Probleme gegeben, kritisiert ein Feuerwehrmann aus dem Niederbarnim, der ungenannt bleiben will, dass das Leitstellensystem ausgefallen und auf keine andere Kommunikationsebene umgestiegen worden sei. "Die Zahl der Mitarbeiter in der Leitstelle reicht für die drei Landkreise Barnim, Uckermark und Oberhavel nicht aus", steht für ihn fest. Dagegen verweist Werneuchens Stadtwehrführer Rainer Sachse auf die Extremsituation. Mit dem Lagedienst sei abgesprochen worden, dass die Feuerwehren die Koordination selbst übernehmen, erzählt der Stadtbrandmeister von Werneuchen. "Das hat auch funktioniert", steht für ihn fest.

Mehrere Wehrführer klagen am Freitag darüber, dass die Feuerwehren auch bei kleinsten Schäden gerufen wurden. So stellt der Panketaler Thomas Bielicke klar, dass die Feuerwehr zur Abwehr von Gefahren für Menschen und Sachen zuständig sei und "kein Dienstleister zur Beseitigung von Bäumen" ist. Solche Anrufe blockierten die Telefonleitungen bei echten Notfällen, stellt er fest. Auch Jörg Erdmann aus Bernau sagt: "Die Feuerwehr ist kein Dienstleistungsunternehmen!". Selbst im Laufe des Freitags seien seine Leute gerufen worden, weil sie Bäume beschneiden sollten, erzählt er. "Das machen wir nur, wenn Gefahr im Verzug ist!", stellt er klar. Wenn keine Gefahr bestehe, ergänzt Bielicke, müssten Privatfirmen mit den Arbeiten beauftragt werden.(Seite 17)

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