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Berliner Investoren und Borchardt-Gastronom steigen in Liegenschaft im Brandenburger Umland ein

Überraschung
Schloss Dammsmühle verkauft

Sanierungsbedürftige Fassade: Die Wiederherstellung von Schloss Dammsmühle dürfte Millionen Euro verschlingen.
Sanierungsbedürftige Fassade: Die Wiederherstellung von Schloss Dammsmühle dürfte Millionen Euro verschlingen. © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 09.11.2017, 22:55 Uhr
Schönwalde (MOZ) Das Schönwalder Schloss Dammsmühle ist überraschend verkauft worden. Neue Eigentümer sind offenbar Berliner Unternehmer, die nach MOZ-Informationen einen Hotelbetrieb mit gehobener Gastronomie planen. Der bisherige Projektmanager Gerd Matern erfuhr erst kürzlich vom bevorstehenden Verkauf.

Gerade zwei Monate ist es her, als Projektmanager Gerd Matern gegenüber der MOZ von den Sicherungsarbeiten und der Winterfestmachung auf Schloss Dammsmühle berichtete. Die kalte Jahreszeit sollte zur Entkernung des Schlosses genutzt werden. Zumindest in den Bereichen, in denen bereits zum Sommer 2018 wieder das Licht angehen sollte, um Gäste zu Kaffee und Kuchen, zum Dinner oder eben zur Übernachtung zu begrüßen. Einen Hotelbetrieb inklusive mehrerer Restaurants mit unterschiedlichen Formaten gehörten zu Matern Plänen, die mit dem Geld süddeutscher Finanziers jederzeit als abgesichert dargestellt wurden. "Die Finanzen sind da, Geld ist kein Problem", antwortete Matern regelmäßig auf entsprechende Fragen.

Dass nun alles ganz anders kommen wird, überrascht den Projektmanager offenkundig selbst. "Ich werde in Dammsmühle keine Bauvorhaben mehr umsetzen", so Materns Reaktion am Donnerstag. Zehn Jahre hatte der Manager in sein mit "Schaufenster Brandenburg" überschriebenes Projekt investiert, nun wurde ihm offenkundig ein Maulkorb verpasst. "Ich bin nicht befugt, weitere Auskünfte zu erteilen", erklärte Matern und informierte abschließend noch darüber, er werde sein Konzept nun in einem anderen Landkreis umsetzen.

Die neue Eigentümer sind nach MOZ-Informationen Berliner Geschäftsleute, zu denen auch der durch das In-Restaurant Bochardt bekannte Gastronom Roland Mary gehören soll. Bestätigt wurde diese Information durch Marys Büro am Donnerstag nicht. Am Grundstücksverkauf beteiligt ist ein Wandlitzer Immoblienmakler.

Die Schönwalder Ortsvorsteherin Maria Brandt (SPD) reagierte am Donnerstag hoffnungsvoll auf die neueste Entwicklung. "Wir hoffen ja seit Jahren, dass es mit Schloss Dammsmühle voran geht. Möglicherweise stehen jetzt Investoren hinter dem Projekt, die auch über die nötigen Finanzen verfügen", erklärte die Ortsvorsteherin in einer ersten Stellungnahme.

Immerhin gibt es seit Ende August eine Baugenehmigung des Kreises für die Ertüchtigung des Schlosses. So beabsichtigte Matern, einen Ballsaal mit 120 Plätzen zu errichten, ebenso einige sanierte Suiten mit Blick auf den idyllisch gelegenen See. Ein Biergarten in Blickweite zum wieder funktionstüchtigen Brunnen sollte dann ebenfalls eröffnet werden. Ein Restaurant mit regionaler Küche und eine Bar wurde geplant, um beispielsweise Hochzeiten, Firmenfeiern oder Filmdrehtage realisieren zu können. "Früher gab es hier monatlich bis zu 70 Veranstaltungen, das Schloss war als Ausflugsort beliebt. Genau dahin wollen wir zurück", hatte Matern im Zusammenhang mit der frischen Baugenehmigung noch im September geäußert.

Letztlich fehlte den Investoren möglicherweise doch das nötige Kleingeld, um die anspruchsvollen Vorhaben umzusetzen. Allein die dringend notwendigen Vorarbeiten im Umfeld des Schlosses erfordern Geld, Kraft und Konsequenz. Immer wieder schleppen Unbekannte ihre Abfälle, ihren Unrat und Hausmüll auf das Areal, um diese illegal zu entsorgen. Auch gibt es Gefahrenquellen wie alte Brunnen und Abwassergruben auf der Liegenschaft. Mehrfach drangen Vandalen in das Schloss ein, um sich auszutoben. Entsprechend hoch ist der Sanierungsbedarf, der die Millionengrenze mehrfach übersteigen dürfte.

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