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Läuft alles gut, könnte der Supermarkt in zwei Jahren öffnen

Versorgung
Ladeburger bekommen einen Nahversorger

Sara Friedrich / 12.01.2018, 06:15 Uhr
Ladeburg (MOZ) So nah waren die Ladeburger einem Nahversorger noch nie. In zwei Jahren könnte das Geschäft in der Zepernicker Straße endlich die Türen öffnen.

Mike Wöhler, Expansionleiter der Norma-Gruppe, die den Discounter errichten will, erläuterte den Teilnehmern der Ortsbeiratssitzung am Mittwoch, dass der Kaufvertrag für ein Grundstück in der Zepernicker Straße kommende Woche beurkundet wird. Damit komme sein Haus dem Wunsch der Ladeburger nach einem Nahversorger im ersten Schritt nach.

Die baurechtlichen Voraussetzungen, die im Anschluss erst einmal geschaffen werden müssen, könne man allerdings nicht allein, sondern nur mit Hilfe des Ortsbeirates, der Politik und - vor allem - der Stadt umsetzen.

Konkret geändert werden müsse hier der Flächennutzungsplan. Zudem soll ein Bebauungsplan für das Projekt erstellt werden. Erst dann wird der Bauantrag zur Genehmigung des Vorhabens gestellt.

Wöhler, der bereits Erfahrungen mit dem Neubau einer Filiale in Britz hat, prognostiziert, dass nach etwa 18 Monaten das Baurecht herbeigeführt werde und die Errichtung einer Filiale beginnt. Die Bauphase an sich beziffert er erfahrungsgemäß auf sechs Monate. Die Investitionskosten sind mit 2,5 Millionen Euro kalkuliert. Mietverträge mit einem Getränkemarkt und einem Backshop, die den Supermarkt säumen sollen, seien bereits geschlossen. Die Filiale an sich wird etwa 1000 Quadratmeter groß sein und einen zeitgemäßen Verkaufsraum mit breiten Gängen beinhalten. Insgesamt umfassen die Räumlichkeiten rund 1500 Quadratmeter.

Dem Einwand eines Bürgers, dass es sich hier "nur" um einen niedrigpreisigen Discounter handele, wurde entgegnet, dass ein guter Marktleiter sehr wohl einschätzen könne, was die Kunden in Ladeburg bevorzugen und sein Sortiment entsprechend zusammenstellen wird. Wöhler richtete seine Bitte an alle beteiligten Partner: Nur wenn das Projekt zügig mitgetragen wird, könne es auch mittelfristig realisiert werden. Sei das Baurecht da, werde man unverzüglich mit den Bauarbeiten beginnen.

Baudezernent Jürgen Jankowiak vertrat die Stadtverwaltung von Bernau und ergänzte, dass sich für dieses Projekt ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan eignen würde. Tatsächlich seien 18 Monate für das baurechtliche Verfahren "nicht so illusorisch". Das hänge allerdings auch davon ab, "was noch im Rahmen des Verfahrens an Problemen zu Tage tritt." Erfahrungsgemäß könne es kompliziert werden, wenn sich etwa herausstellt, dass bedrohte Tiere auf dem Gelände beheimatet sind.

Der ursprünglich geplante Standort im Bereich An der Plantage werde im Rahmen des Verfahrens mit "angefasst". Ihm wird der Status eines Sondernutzungsgebietes wieder entzogen.

Daniel Sauer, Ortsbeiratsmitglied in Ladeburg, verwies auf die kommende Stadtverordnetenversammlung am 8. März, in der das Thema schon auf das Tableau kommen könnte: "Für den Ortsbeirat ist es wichtig, dass jetzt seitens der Stadtverwaltung im engen Zusammenwirken mit dem Investor sehr zügig die erforderlichen Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung eines Bebauungsplans angestoßen und durchgeführt werden. Für die Ladeburger muss dieses Projekt im Rathaus eine hohe Priorität haben", erklärte er. Sauer dankte schließlich ausdrücklich dem Ortsvorsteher Horst Seefeld. Er habe sich persönlich über Jahre hinweg dafür eingesetzt, dass Ladeburg endlich einen eigenen Nahversorger erhält. Deswegen sei man jetzt so weit wie nie zuvor.

Eine Bürgerin wollte im Rahmen der angeschlossenen Bürgerfragestunde noch konkret vom Baudezernenten wissen, wie man sich als Einzelperson überhaupt in Bauplanungen einbringen könne. Jürgen Jankowiak empfahl zwei Wege: direkt über den Kontakt der entsprechenden Ansprechpartner in der Stadtverwaltung. Und indirekt, indem man die im Rathaus ausgelegten Baupläne zum entsprechenden Zeitpunkt sichtet und dann eben gegebenenfalls innerhalb der Frist beanstandet.

Die Mitglieder des Ortsvorstandes empfehlen, diese Möglichkeit auch wirklich wahrzunehmen und sich möglichst frühzeitig einzubringen. Zu einem späteren Zeitpunkt habe man meist keine Handhabe mehr, Planungen noch zu beeinflussen und dann Änderungen herbeizuführen.

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