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Bürgerinitiative lud zum Ausflug ein / Anfrage für acht Anlagen im Liepnitzwald / Antrag zum Golfplatz / Baustopp bei Klosterfelde

Protest
Wandern gegen Windradriesen

Protest gegen Windräder im Wald: Vom Jägerheim in Ützdorf machten sich die Wanderer auf den Weg in den Liepnitzwald.
Protest gegen Windräder im Wald: Vom Jägerheim in Ützdorf machten sich die Wanderer auf den Weg in den Liepnitzwald. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 14.01.2018, 19:23 Uhr - Aktualisiert 15.01.2018, 09:47
Ützdorf (MOZ)

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Es war bereits die siebte Neujahrswanderung in den beliebten Bernauer Wald, zu der die Bürgerinitiative "Hände weg vom Liepnitzwald" eingeladen hatte. Die Initiative wendet sich gegen die beschlossene Ausweisung eines Windeignungsgebiets im Liepnitzwald. Bis heute, erinnert Hans-Jürgen Klemm, Sprecher der Initiative, sei zwar die ursprünglich vorgesehene Fläche von 577 Hektar auf knapp die Hälfte verringert worden. Doch seit wenigen Wochen sei bekannt, dass es Bestrebungen gebe, acht Windkraftanlagen in dem zum Windeignungsgebiet Wandlitz gehörenden Berliner Teil des Liepnitzwaldes zu errichten. Dem Berliner Senat liege eine Anfrage hierzu vor. Betroffen wären rund 110 Hektar des gut 260 Hektar umfassenden Gebietes im Süden von Lanke. Mehr als zwölf Hektar Wald würden gefällt werden, so Hans-Jürgen Klemm. Für Lanke bedeute dies, dass es künftig einmal im Norden von einer neuen Kiesgrube und der Müllverfüllung der alten Grube, im Westen von der Autobahn ohne Lärmschutzwand und im Süden von Windrädern umgeben sein könnte.

Die Windräder sollen weit gestreut im ältesten Teil des Liepnitzwaldes mit hochwertigem Buchenbestand aufgestellt werden, kritisiert die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant. Die Höhenunterschiede im Wald würden eine aufwendige Zuwegung und damit eine zusätzliche Versiegelung bedeuten. "Letzten Endes wird der Wald komplett zerstört. Es entsteht nichts anderes als eine Industriebrache", so die Bürgermeistern.

Doch nicht nur das: Es liege zudem ein Antrag vor, neben dem Golfplatz bei Prenden ein mehr als 200 Meter hohes Windrad aufzustellen. Dafür sei eine rund 20 Kilometer lange Zuwegung durch den Wald vorgesehen. Ein solches Vorhaben würde den Golfplatz, der sich seit 25 Jahren dem sanften Tourismus verschrieben habe, in seiner Existenz und damit die dortigen Arbeitsplätze und weitere Stellen im Tourismus gefährden.

Allerdings, so Jana Radant, gebe es auch positive Nachrichten. Für die geplante Aufstellung von zwei Windrädern in Klosterfelde liege ein richterlicher Baustopp vor. Das Landesumweltamt hatte deren Aufstellung trotz einer Veränderungssperre genehmigt. Der Baustopp zeige, so die Bürgermeisterin, dass sich der Einsatz lohne. Sie forderte ein Umdenken vom Land, um die Wälder als "Brandenburgs Schatz" zu erhalten.

Unter den Teilnehmern der Wanderung waren Wandlitzer Gemeindevertreter, Bernauer Stadtverordnete, mehrere Ortsvorsteher sowie Annett Klingsporn aus Ruhlsdorf, die sich um die Kandidatur als Landrätin bewirbt. Ilona Gerlach aus Schönwalde, die erstmals an einer Neujahrswanderung teilgenommen hat, stellte klar, dass sie nicht grundsätzlich gegen die Nutzung der Windkraft sei "Ich bin aber entschieden gegen die Aufstellung von Windrädern im Wald." Durch die Anlagen würden nicht nur vom Aussterben bedrohte Tierarten vertrieben, unterstreicht Bernd Gerlach. "Alle Fluchttiere werden verdrängt."

Die Tatsache, dass es sich beim Liepnitzwald um wertvollen Mischwald handelt, sei nicht genügend berücksichtigt worden und habe zu der Ausweisung des Windeignungsgebiet geführt, sagt Klaus Meier-Giesecke und erinnert daran, dass der Bestand an Laubbäumen im Rahmen des Waldumbaus in Brandenburg eigentlich gefördert werden soll.

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