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Hobrechtsfelder Dorfstraße dient vielen Lkw als Umfahrung / Anwohner fordern Verkehrsberuhigung

Protest
Lärm an der Rumpelpiste

Klare Forderungen: Vertreter der Bürgerinitiative Hobrechtsfelde, hier mit Uwe Naete, Nadine Brabandt samt Tochter Gerda (v.l.) und Andreas Bossmann (r.), trafen sich am Dienstagmorgen mit Zepernicks Ortsvorsteher Maximilian Wonke.
Klare Forderungen: Vertreter der Bürgerinitiative Hobrechtsfelde, hier mit Uwe Naete, Nadine Brabandt samt Tochter Gerda (v.l.) und Andreas Bossmann (r.), trafen sich am Dienstagmorgen mit Zepernicks Ortsvorsteher Maximilian Wonke. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Andrea Linne / 27.02.2018, 22:00 Uhr
Panketal (MOZ) Wenn die Gläser im Schrank wackeln und ohrenbetäubender Lärm durch die Fenster drückt, ist es wieder soweit. Dann rollen Lkw über die gepflasterte Hobrechtsfelder Dorfstraße. Das ruft jetzt die Bürgerinitiative Hobrechtsfelde auf den Plan.

Bei klirrender Kälte hatten sie am Dienstagmorgen den Zepernicker Ortsvorsteher Maximilian Wonke (SPD) an die Dorfstraße geholt, um ihre Probleme praktisch zu verdeutlichen. Andreas Bossmann, Sprecher der Initiative, hat sich besonders darüber aufgeregt, dass ein Umbau der Straße bisher abgelehnt wird. "Dass die Schwerlaster hier durchdonnern, obwohl wir eine Tempo-30-Zone sind, ist unerträglich", berichtet Bossmann, der vor allem die fehlenden Kontrollen moniert. So würden am frühen Morgen die Fahrzeuge vom Hof einer Schönower Firma alle über die Dorfstraße rumpeln - und das keinesfalls mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit.

Ulf Heitmann, Vorstand der Genossenschaft Bremer Höhe, der die Gebäude an der Dorfstraße gehören, bestätigt die erheblichen Beeinträchtigungen seiner Mieter. Allerdings sieht er auch ein Problem darin, in dem denkmalgeschützten Bereich in Hobrechtsfelde tiefgreifende bauliche Veränderungen vorzunehmen. "Die Dorfstraße stammt von 1906/07, so eine Pflasterarbeit mit dieser Bogenspannung würden Firmen heute kaum mehr hinbekommen", gibt Heitmann zu bedenken. "Da wir aber denkmalgeschützt sind, müsste die Straße wieder gepflastert werden." Bisher habe es keine Setzungsrisse in den Häusern entlang der Straße gegeben, aber die Belastung liege bei deutlich um die 80 Dezibel, schätzt der Genossenschaftsvorstand ein. Messungen gibt es nicht. Vielmehr sieht Heitmann im Verändern der Vorfahrtsregelungen 2011 eine Verschlechterung der Situation. "Wenn Fahrzeuge auf der Dorfstraße keine Vorfahrt hätten, würde das den Verkehr sicher beruhigen", blickt Heitmann auf eine Option. Schutzwürdig seien in der Dorfstraße auch die Reste der früheren Gleise der Hobrechtsfelder Wirtschaftsbahn.

Im Bürgerbudget Panketal, das für 2018 am Montagabend beschlossen wurde, gab es einen Antrag auf Bremsschwellen für die Dorfstraße. Allerdings kam der Antrag aufgrund des Zustandes der Durchfahrt nicht in die engere Auswahl. Das Fachamt hatte angemerkt, dass zunächst gemeinsam mit der Denkmalbehörde über die Verkehrsberuhigung und einen möglichen Ausbau zu sprechen sei.

Aber auch an der Winterthur-, Steenerbusch- und Küßnachter Straße hatte es im Rahmen des Bürgerbudgets ähnliche Wünsche zur Verkehrsberuhigung gegeben. Stefan Stahlbaum (Bündnis 90/Grüne) betonte deshalb in der Gemeindevertretung: "Es ist ein deutlicher Wunsch nach verkehrsberuhigenden Maßnahmen in Panketal auszumachen. Das sollten wir künftig berücksichtigen."

Kreisdezernent Matthias Tacke sieht den Landkreis nicht in der Pflicht. Mit der 3,5-Tonnen-Begrenzung und 30er-Schildern habe die Untere Verkehrsbehörde auf Wünsche der Gemeinde reagiert. Die Hobrechtsfelder, die sich hilfesuchend an den Ortsbeirat Zepernick gewandt haben, der sie laut Wonke unterstützen werde, wünschen sich vor allem mehr Kontrollen und Tempomessungen. Nachts wollen sie ruhig schlafen können.

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