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Bahnchef Bröcker will bessere Verbindung nach Klosterfelde prüfen / Anhänger für Räder eher unwahrscheinlich

Bahn
30-Minuten-Takt nicht unmöglich

Politikerbesuch: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (li.) lässt sich von Disponent Alexander Urbschat und vom NEB-Geschäftsführer Detlef Bröcker (re.) in der Leitstelle der Heidekrautbahn in Basdorf die Abläufe bei der Koordinierung erläutern
Politikerbesuch: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (li.) lässt sich von Disponent Alexander Urbschat und vom NEB-Geschäftsführer Detlef Bröcker (re.) in der Leitstelle der Heidekrautbahn in Basdorf die Abläufe bei der Koordinierung erläutern © Foto: Sergej Scheibe
Hans Still / 10.04.2018, 20:15 Uhr
Wandlitz (MOZ) Mit einem fulminanten Statement stachelt Detlef Bröcker, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die Politik zum Handeln auf. „Es wäre nichts dümmer und schädlicher, als das Baurecht für den Bahnhof Wilhelmsruh verfallen zu lassen“, sagte Bröcker im Beisein des CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen.

Mit seiner Meinungsäußerung wirbt Bröcker einmal mehr für die Revitalisierung der ehemaligen Stammstrecke über Berlin-Wilhelmsruh nach Gesundbrunnen.  Immerhin 50 Prozent mehr Fahrgäste verspricht die Wiederbelebung der Strecke, für die Bröcker die Chancen mittlerweile bei „55 Prozent“ verortet. Damit signalisiert der Geschäftsführer „vorsichtigen Optimismus“ - noch vor einem Jahr habe seine Prognose bei zehn Prozent gelegen. „Die Sache wird sich noch in diesem Jahr entscheiden“, glaubt er. Die Landespolitiker in Berlin und Brandenburg seien mittlerweile sensibilisiert. 17 Millionen Euro kostet das Bauvorhaben, im Bereich Schiene eine absolut kleinteilige Summe. Der Geschäftsführer  stellt vor Koeppen weitere Vorteile heraus. „Die zweimonatige Zeit der Umbauten, in der mit der Bahn nichts mehr ging und sämtliche Kunden Belastungen hinnehmen mussten, hätten wir mit der Stammstrecke besser abfedern können.“

Koeppens Antrittsbesuch bei der NEB bescherte ihm am Dienstag zügig ein Wiedersehen mit Kernthemen seiner politischen Arbeit. Als Berichterstatter im Wirtschafts- und Energieausschuss sowie im Verkehrsausschuss stellte sich der Bundestagsabgeordnete vor, um sogleich in fachliche Gespräche einzutauchen. So kritisierte er die Brandenburger Eigenart, Regionalisierungsmittel des Bundes mit der Gießkanne einzusetzen, um Belange im öffentlichen Personennahverkehr zu bestreiten. „Die Regionalmittel sind für die Verbesserung von Frequenzen und Taktzeiten vorgesehen. Und eigentlich reichen sie auch in allen Bundesländern aus.“ Daher müssten diese Förderungen des Bundes auch in Brandenburg „zweckgebunden“ eingesetzt werden. Bröcker skizzierte hingegen die Probleme, denen das Unternehmen sich zu stellen habe. So habe 2016 gezeigt, wie der Ausfall von Technik und Probleme beim Personal gravierende Auswirkungen auf die Servicequalität der NEB hätten. „Personal bleibt ein schwieriges Thema“, sagte Bröcker, der zugleich in Aussicht stellte, dass sich die Serviceprobleme von 2016 nicht wiederholen würden. Demnach sei das Unternehmen entsprechend gut aufgestellt.

Keine Chance sieht Bröcker derzeit für die aktuelle Forderung, den 30-Minuten-Takt bis nach Klosterfelde auszudehnen. Am Donnerstag befasst sich die Wandlitzer Gemeindevertretung mit diesem Thema. „Das ist nicht völlig ausgeschlossen, allerdings sind zuvor noch umfangreiche sicherheitstechnische Untersuchungen nötig“, reagierte Bröcker auf eine entsprechende Frage und sagte zu, in diesem Jahr noch entsprechende Untersuchungen veranlassen zu wollen. Im Ergebnis eines Bahnunfalls in Sachsen-Anhalt waren diverse Vorschriften noch einmal verschärft worden, erklärte der Geschäftsführer dazu.Weitaus schwieriger werde es bei der Forderung nach mehr Platz für Bahnreisende mit Fahrrädern an den Wochenenden. Demnach sei es für die mittelständische NEB nicht zumutbar, spezielle Anhänger zur Aufnahme von Rädern anzuschaffen. „Wir reden hier von fünf Wochenende im Jahr 2017, an denen wir tatsächlich zu viele Fahrgäste mit Rädern hatten. Da die Fahrgäste aber von den Bahnhöfen zu den Badeseen radeln wollen, können wir nur ermutigen und motivieren, auch längere Strecken mit dem Rad zu fahren. Wir können nicht einen Millionen-Betrag in die Hand nehmen, um in Kooperation mit einer Universität einen entsprechenden Anhänger konstruieren zu lassen. Das ist auch eine Frage von technischen Zulassungen“, reagierte Bröcker.

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