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Jubiläum
Ein Aushängeschild für die Stadt

Sabine Rakitin / 16.04.2018, 21:00 Uhr - Aktualisiert 17.04.2018, 13:29
Bernau (MOZ) Einer der ältesten Schützenvereine in Deutschland, die Schützengilde 1418 zu Bernau, feiert in diesem Jahr sein 600-jähriges Bestehen. Auf einer Festsitzung am vergangenen Wochenende erinnerte die Gilde an ihre wechselvolle Geschichte.

Bernau. Einer der ältesten Schützenvereine in Deutschland, die Schützengilde 1418 zu Bernau, feiert in diesem Jahr sein 600-jähriges Bestehen. Auf einer Festsitzung am vergangenen Wochenende erinnerte die Gilde an ihre wechselvolle Geschichte.
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600 Jahre Schützenverein Bernau-Schützengilde1418

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Es kommt nicht oft vor, dass ein Verein auf eine 600-jährige Geschichte zurückblicken kann. Im Landkreis Barnim gibt es mit der Schützengilde 1418 zu Bernau nur einen einzigen. Entsprechend wichtig war es Landrat Bodo Ihrke (SPD) am vergangenen Sonnabend, an der Festsitzung zum Jubiläum der Gilde teilzunehmen. Diese sei über sechs Jahrhunderte mit der Entwicklung der Gesellschaft eng verwoben, ein Spiegelbild von Gemeinsinn und ausgeprägtem Engagement, lobte er.

Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke) erinnerte daran, dass die Schützengilde zu einer Zeit gegründet wurde, als die Welt nur drei Kontinente hatte und die Politik in Burgen und Klöstern gemacht wurde. „Und ich bin sicher: Die Hussiten wurden zurückgedrängt, weil es die Schützengilde gab“, erklärte er augenzwinkernd. Auf alle Fälle aber sei der Verein immer wieder in seiner langen Geschichte auch überregional erfolgreich gewesen und habe sehr gute Schützen hervor gebracht. „Mit solchen Erfolgen ist die Gilde ein Aushängeschild für Bernau“, zeigte sich Stahl überzeugt.

Ein Grußwort übermittelte auch der Vorstandsvorsitzende des Kreissportbundes Barnim, Ronald Kühn. Gegründet als elitäre Gemeinschaft, oft mit militärischem Hintergrund, sei der Schützengilde in den zurückliegenden Jahrzehnten die Entwicklung zu einem modernen Sportverein gelungen, lobte Kühn. Über das sportliche Schießen hinaus würden Traditionen gepflegt und das Schützenbrauchtum bewahrt. „Der Gemeinschaftsgedanke ist im Verein fest verankert“, hob der Kreissportbund-Chef hervor.

1. Schützenmeister der Gilde ist Tino Tschersich. Mit Unterstützung der beiden Ehrenvorsitzenden der Gilde, Rolf Gerlach und Uwe Börner, ist es gelungen, eine Liste mit den Namen der 18 Wieder-Gründungsmitglieder aus dem Jahre 1990 zu beschaffen. Sechs Männer, die damals dabei waren, sind auch heute noch in der Gilde aktiv. Der 1. Schützenmeister ehrte Horst Thom, Wolfgang Bergmann-Plietzsch, Friedhelm Trill, Uwe Börner, Andreas Raddatz und Bernd Eccarius am Sonnabend mit dem „Gildetaler“, der eigens aus Anlass des 600-jährigen Jubiläums geprägt worden ist. „Das habt Ihr gut gemacht“, bescheinigte Tino Tschersich den Männern.

Einfach sei es nach der Wende nicht gewesen, die Gilde wiederzubeleben, erzählte Uwe Börner. „Wir hatten überhaupt keine Erfahrungen“, erinnerte er sich. 45 Jahre zuvor - am 30. Oktober 1945 - waren alle Schützenvereine in der sowjetischen Besatzungszone aufgelöst und deren Eigentum beschlagnahmt worden. Auch die Bernauer Gilde verlor ihr Schützenhaus, das Mitte der 1920-er Jahren an der Oranienburger Straße errichtet worden war.

In der DDR wurde 1952 die Gesellschaft für Sport und Technik gegründet. Nur dort war es fortan möglich, Schießsport zu betreiben. Die Pflege von Tradition und Brauchtum, wie in Schützenvereinen über Jahrhunderte hinweg Usus, war im Arbeiter- und Bauern-Staat nicht gewollt.

Nachdem die Mauer 1989 gefallen war, wurden die Karten neu gemischt. Schnell fand sich eine Gruppe von Bernauern zusammen, die an Gilde-Zeiten anknüpfen wollte. Sie nahm Kontakt zu einem Westberliner Schützenverein auf, um sich beraten zu lassen. Noch weit vor der deutsch-deutschen Wiedervereinigung wurde die Schützengilde 1418 zu Bernau am 9. April 1990 neu gegründet.

Die Festsitzung am Sonnabend im Schützenhaus An der Viehtrift war der Auftakt zu den Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr. Weitere Höhepunkte werden der 29. Landesschützentag des Brandenburgischen Schützenbundes vom 14. bis 16. September in Bernau und die 6. Bernauer Tage des Donners sein, die am 23. Juni stattfinden.

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