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Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg stellte auf Exkursion des Entwurf des Managementplans vor

Natur
Stauwerk soll das Weesower Luch retten

So sieht sie aus: Frank Berhorn (3.v.r.) von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg zeigt ein Bild einer Rotbauchunke. Im Weesower Luch war sie nicht mehr nachweisbar. Erläuterungen zum Managementplan gab es von Planer Michael Chucholowski (4.v.r.)
So sieht sie aus: Frank Berhorn (3.v.r.) von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg zeigt ein Bild einer Rotbauchunke. Im Weesower Luch war sie nicht mehr nachweisbar. Erläuterungen zum Managementplan gab es von Planer Michael Chucholowski (4.v.r.) © Foto: Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 04.05.2018, 06:15 Uhr
Weesow Auf einer Exkursion hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg die Ergebnisse der Managementplanung für das Weesower Luch vorgestellt.

„Wenn wir etwas Glück haben, können wir vielleicht noch Rufe der seltenen Rotbauchunke hören“, machte Frank Berhorn die rund 20 interessierten Teilnehmer der Exkursion auf das eher seltene Erlebnis neugierig. Dass dies überhaupt möglich wäre, liegt vor allem daran, dass der Igelpfuhl in diesen Tagen mit Wasser gefüllt ist. „Zum Zeitpunkt der Kartierung war die Rotbachunke nicht nachweisbar“, so der Mitarbeiter der Stiftung.

Das wegen seiner besonderen Gewässer und Feuchtgebiete unter europäischen Schutz gestellte Weesower Luch leidet seit Jahren unter starkem Wassermangel. Als Folge der weltweiten Veränderungen des Klimas und der Entwässerung der Region sind die Pegelstände in den vergangenen zwanzig Jahren stetig gefallen. Dies hat Auswirkungen auf die Artenvielfalt in dem fast 60 Hektar großen Gebiet. Der Kammmolch, der Große Feuerfalter und eben die Rotbauchunke sind kaum noch zu finden.

Vor zwei Jahren hatte die Stiftung das Planungsbüro Dr. Szamatolski + Partner GbR mit der Erstellung eines Managementplans für das Luch beauftragt. Die Mitarbeiter beschäftigten sich mit den Ursachen für das Wasserdefizit. Dazu gab es Gespräche mit Landnutzern, aber auch Workshops und Exkursionen. Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse sollen Maßnahmen abgeleitet werden, die helfen können, das Wasser langfristig im Gebiet zu halten und das Gebiet als Lebensraum für die seltenen Amphibien zu schützen. Die Maßnahmen wurden vorab mit den örtlichen Landeigentümern und Nutzern abgestimmt.

Michael Chucholowski vom beauftragten Planungsbüro wies darauf hin, dass die Kleingewässer in einem schlechten Zustand sind. Sie führten nicht mehr ganzjährig Wasser, verschiedene Tierarten könnten sich deshalb nicht mehr entwickeln.

Als wichtige Maßnahme wird deshalb ein Stauwerk am Hohen Graben vorgeschlagen.  Darüber hinaus solle ein Pfuhl vertieft werden. „Damit werden auch andere Arten aufgewertet“, so Chucholowski. Als Beispiel nannte er die Rohrweihe, einen Greifvogel, der feuchte Standorte brauche.

An der Exkursion nahm auch Klaus Hoff von der Firma Procon Solar GmbH teil. Das Unternehmen ist prakisch Nachbar des Weesower Luchs, baut nebenan eine Photovoltaikanlage auf. Hoff versicherte, dass man weder Pestizide noch Düngemittel einsetzen werde und verwies auf die Streuobstwiese, die als Ausgleichsmaßnahme entstehen wird. „Wir werden uns gegeneinander nicht wehtun“, versicherte der Unternehmensvertreter. Auf die Frage von Karl Lehmann, wie es denn mit einer finanziellen Zuwendung des Unternehmens für das Weesower Luch wäre, reagierte Hoff ablehnend. „Flora-Fauna-Habitat-Gebiete brauchen keine Spenden“, erklärte er.

Thomas Wenzel, der Ortsvorsteher von Weesow, betonte, dass das Unternehmen für jeden Bauabschnitt „einen Betrag X“ überweist. Für das Geld wolle man einen straßenbegleitenden Radweg zwischen Weesow und Willmersdorf bauen, so Wenzel. Nach Angaben des Werneuchener Bürgermeisters Burkhard Horn gibt es „viele Begehrlichkeiten“. Letztlich müssten die Stadtverordneten entscheiden, wofür die Mittel eingesetzt werden sollen, so der Verwaltungsleiter.

Frank Berhorn rief die Anwohner auf, sich für die Erhaltung des Weesower Luchs zu engagieren. „Wir brauchen Ihre Anregungen und Hinweise“, sagte er. Nach seinen Worten soll der Managementplan in einem Jahr  fertiggestellt sein. Dann werde man einen Projektträger suchen. Möglicherweise steige dann die Stadt Werneuchen mit ein, hieß es.

In der von Ackerbau geprägten Landschaft um Werneuchen stellt das Luch ein wichtiges „Trittsteinbiotop“ dar. Insbesondere Amphibien nutzen das inselartige Schutzgebiet auf ihren Wanderungen zu den weiter entfernten Gewässern.

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