Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stromausfall
Stadtverordnete sitzen im Dunkeln und vertagen sich

Sabine Rakitin / 03.06.2018, 06:45 Uhr
Bernau Eine Information über die Stellungnahme des Rathauses zum 2. Entwurf der Landesentwicklungsplanung Berlin-Brandenburg - Hauptstadtregionwar das einzige Thema, das Bernaus Stadtverordnete am Donnerstag etwas intensiver diskutierten.

Die Sitzung am Donnerstag stand unter keinem guten Stern. Wie schon Ende April funktionierte die Live-Übertragung im Internet nicht. Technische Probleme seien die Ursache, erklärte Hauptamtsleiterin Viola Lietz auf Nachfrage von CDU-Fraktionsvize Daniel Sauer.

Dann konnten wichtige Themen auf der Tagesordnung wie die Änderung des Flächennutzungsplanes zu Gunsten einer neuen Wohnsiedlung in Lobetal oder die Ausführungsplanung für den grundhaften Ausbau der Krimhildstraße in Nibelungen nicht entschieden werden. Kurz vor der regulären Pause gegen 18.30 Uhr sorgte ein Stromausfall nämlich dafür, dass die Volksvertreter im Dunkeln saßen und die Mikrofone stumm blieben. Das änderte sich auch nicht, als die Einwohnerfragestunde um 19 Uhr hätte aufgerufen werden müssen. Zunächst waren die Mitglieder des Präsidiums leicht ratlos. Hildegard Bossmann (Linke), die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, schlug schließlich vor, die Sitzung zu unterbrechen und am kommenden Mittwoch, 17 Uhr, weiter zu führen. Dem schloss sich die Mehrheit der Volksvertreter an und verließ den Tagungsort.

Insgesamt knapp 60 Minuten war die Stromversorgung in der Innenstadt wegen eines Kabeldefektes an der Sachtelebenstraße unterbrochen. Dass das Licht gegen 19.20 Uhr wieder anging, erlebte eine Reihe von Mitgliedern des Stadtparlamentes schon im „Elysium“.

Inhaltlich war in der abgebrochenen Sitzung lediglich zu einem Thema intensiver diskutiert worden. Eine Information des Rathauses über die Stellungnahme der Stadt zum 2. Landesplanentwurf Berlin-Brandenburg Hauptstadtregion hatte Péter Vida (BVB/Freie Wähler) zum Anlass für die Frage genommen, ob es langfristig wünschenswert sei, innerstädtische Flächen so zu versiegeln wie Bernau es jetzt tue oder ob es nicht besser wäre, in die Breite - also in die Oretsteile - zu gehen? „Dieses ständige Zubauen führt zu einer ökologischen Katastrophe“, warnte Vida. Zudem werde seiner Ansicht völlig unterschätzt, dass mit der zunehmenden Einwohnerzahl auch die Verkehrsflächen wachsen müssten. Schon jetzt sei die Stadt verstopft.

Bürgermeister André Stahl (Linke) wies Vida daraufhin, dass die Landesentwicklungsplanung Möglichkeiten für Bernau aufzeige. „Das heißt aber nicht, dass wir die Optionen, die wir haben, ausschöpfen müssen.“ Der Rathauschef verteidigte die Entwicklung der Stadt. „Wir nutzen nur bereits Flächen, die vormals bereits versiegelt waren“, führte er an und nannte als Beispiele die ehemaligen militärischen Liegenschaften an der Schwanebecker Chaussee und am Schönfelder Weg oder das einstige Kabelwerksgelände in Schönow. „Wir wollen eben keine extensive Zersiedlung der Landschaft durch Einfamilienhäuser“, machte er klar.

Stadtverordnete wie Thomas Dyhr (Bündnis 90/Die Grünen) verwahrten sich dagegen, dass die Stadt sich nicht um die Verkehrssituation kümmere. Er habe bislang keine Ausschusssitzung erlebt, in der die Verkehrsbelastung im Zusammenhang mit Bauprojekten nicht ein Thema gewesen sei, so Dyhr.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG