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Bessere Vernetzung der Ortsteile geplant / Landkreis stellt Finanzierung in Aussicht

Bürger fahren für Bürger
Schorfheide plant Bürgerbus

Susan Hasse / 14.06.2018, 06:45 Uhr
Schorfheide (MOZ) Die Gemeinde Schorfheide plant die Einrichtung eines Bürgerbusses, um die Ortsteile verkehrstechnisch besser miteinander zu vernetzen. Der Landkreis Barnim hat bereits Zustimmung signalisert und Zuschüsse in Aussicht gestellt. Nun werden ehrenamtliche Helfer für das Projekt gesucht.

„Der öffentliche Nahverkehr in der Gemeinde Schorfheide ist verbesserungswürdig“, findet Bürgermeister Uwe Schoknecht. Zwar sei Finowfurt recht gut angebunden, doch vor allem in Richtung Groß Schönebeck würden viel zu wenige Busse fahren.  Es fehle zudem an vernetzten Angeboten in die Tourismusregion Schorfheide.

Um diese Missstände zu beheben, hat die Gemeinde Schorfheide nun das Konzept eines Bürgerbusses entwickelt. Vorbild ist ein Projekt in der Partnergemeinde Korschenbroich am Niederrhein. Dort gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren ein ähnliches Konzept und zwar erfolgreich. Rund 40 eherenamtliche Fahrer betreiben dort eine Buslinie rund um die kleine Stadt. Das Prinzip soll nun für die Gemeinde Schorfheide übernommen werden: Bürger fahren für Bürger. Überall dort, wo sich der klassische Nahverkehr nicht mehr rechnet, könnten künftig Kleinbusse fahren.

Die Gemeinde Schorfheide hat sich bereits mit dem Landkreis Barnim, der für den öffentlichen  Nahverkehr zuständig ist, zusammengesetzt. Der Landkreis hat mittlerweile einen Vorschlag  für eine mögliche Streckenführung festgelegt. Eine Linie würde zwischen Groß Schönebeck und Schluft und Böhmerheide aufgebaut werden. Auch könnte endlich der Lückenschluss  zwischen Groß Schönebeck und Eichhorst hergestellt werden. Langfristig könnte die gesamte Linie vom Bahnhof Groß Schönebeck über Eichhorst bis zum Kaiserbahnhof Joachimsthal entlang des Werbellinsees führen.

Allerdings ist der Weg von der bloßen Idee zum funktionierenden Bürgerbus noch lang. „Wir brauchen vor allem engagierte Personen, die Lust haben, so ein Projekt organisatorisch zu begleiten“, meint Schoknecht. Es gehe darum, die Mobilität für die Menschen hier vor Ort zu sichern. Neben zwei oder drei organisationsstarken Köpfen würden rund zwei Dutzend Fahrer gesucht, die bereit sind, die Fahrdienste mit dem Bürgerbus zu übernehmen. Jeder von ihnen würde dann zweimal monatlich im Einsatz sein.

Die Ortsbeiräte der neun zur Gemeinde gehörenden Ortsteile fangen bereits an, sich in ihren Dörfern nach Freiwilligen umzuschauen. Auch Bürgermeister Uwe Schoknecht versucht engagierte Ehrenamtler zu finden. Erst wenn sich ausreichend Fahrer finden, können die nächsten Schritte gemacht werden. Zumindest theoretisch ist schon vieles vorbereitet, so ist etwa die rechtliche Seite bereits weitestgehend abgeklärt: die Fahrer des Bürgerbusses würden über den zu gründenden Bürgerbus-Verein versichert und Mitglied in einer Berufsgenossenschaft. Zudem wird eine Kooperationsvereinbarung mit der Barnimer Busgesellschaft angestrebt.

Als Fahrzeug für die angedachten Linien kommt ein Kleinbus mit bis zu acht Sitzplätzen infrage. Auch hier hat der Landkreis bereits signalisiert, sich an der Finanzierung maßgeblich  beteiligen zu wollen. Eigentlich denkbar gute Startbedingungen für ein Projekt der besonderen Art.

Wer sich für die Mitarbeit am Projekt Bürgerbus interessiert, kann sich in der Schorfheider Gemeindeverwaltung telefonisch unter 03335 453412 oder per E-Mail kontakt@gemeinde-schorfheide.de melden.

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