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Zum Birkholzer Dorffest gibt es gleich mehrere Ausstellungen zu besichtigen

Ausstellung
Kleine Geschichte der Mausefallen

Olav Schröder / 19.06.2018, 06:15 Uhr
Birkholz (MOZ) Der Erfindungsreichtum der Menschheit hat auch vor Mausefallen nicht Halt gemacht. Beim Dorffest in Birkholz gab es eine Auswahl zu besichtigen. Gottfried Lau hat sie über Jahre gesammelt und zur weiteren Pflege in andere Hände übergeben.

Es gibt ein Mausefallenmuseum in Güntersberge im Harz und in Neroth in der Eifel. Und es gab die zweitägige Präsentation beim Birkholzer Dorffest, die sofort die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich gezogen hat. Gottfried Lau hat die unterschiedlichen Typen von Mausefallen akribisch gesammelt, nicht weil er am Fangen, das oft genug mit dem Tod der Tiere verbunden war, interessiert ist, sondern an dem wechselseitigen Verhältnis, das zwischen Mensch und Maus seit Jahrtausenden besteht. In 8000 Jahren ließen sich die Menschen viel einfallen, um den Kampf gegen die Nager im Haus zu gewinnen. Einige Objekte sind als solche auf den ersten Blick kaum zu erkennen und erinnern eher an Küchengeräte.

Mitunter wurden die Mausefallen auch verboten, wie Ulrich Buhrow sagt, der die Ausstellung mit organisiert hat. Ein Beispiel ist eine besonders perfide Falle, in der das Opfer über eine schiefe Ebene durch eine Röhre in einen Wassertank geleitet wird und ertrinkt. Ein Schnappmechanismus sorgt dafür, dass der Weg für einen weiteren Nager freigegeben wird. Die Falle, so Ulrich Buhrow, wurde in den 1970er-Jahren verboten.

Außerdem gibt es Reusenfallen, in denen eine Maus lebend gefangen wird. Durch einen spitz zulaufenden Zugang fällt sie in den eigentlichen Käftig, kommt aber nicht mehr auf die Idee, die Falle auf demselben Weg wieder zu verlassen. Weitere Typen sind Klotz-, Schnapp-, Wippen- und Schlagfallen. Ulrich Buhrow berichtet, dass sich zum Beispiel auch Wilhelm Busch des Themas angenommen hat und dass vereinzelt Mäuse auch verzehrt wurden, in dem man sie in Honig und Mohn wendete und frittierte.

Gottfried Lau hat seine Sammlung an Natalie Gude Losada übergeben. Auch für sie spiegelt sich in den Objekten die Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Tier wider. Faszinierend findet sie, wie sich das unerwünschte Zusammenleben in der Sprache niedergeschlagen hat. „Da beißt die Maus keinen Faden ab“ erinnere daran, dass Speisen vor den Nagern sicher aufgehängt wurden.

Bei Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke) kommen die Aktivitäten gut an. „Birkholz zeigt, dass es das Dorfgemeinschaftshaus mit Leben erfüllen kann“, sagte er zur Eröffnung des Dorffestes. Zu sehen war dort nicht nur die Mausefallenausstellung, Spielzeug aus der Zeit um 1920 und Strohminiaturen. Zugleich wurde eine Fotoausstellung von Micha Winkler eröffnet. Seine Aufnahmen aus der Landwirtschaft werden in den kommenden Wochen noch gezeigt. Nach dem Ausbau der Straße am Anger erkundigte sich Ortsvorsteher Dieter Geldschläger. Auch für sie werde es eine Lösung geben, so Stahl, auch wenn diese nicht gleich im nächsten Jahr realisiert werde.

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