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Die geschredderten Altreifen im Recyclingmaterial eines landwirtschaftlichen Weges haben ein Nachspiel. Abgeordnete befassen sich damit.

Verklappt
Unrat im Recycling wird zum Kreisthema

Hans Still / 23.07.2018, 06:45 Uhr
Wandlitz/Klandorf Mitglieder der Kreistagsfraktion von BVB/Freie Wähler haben sich nach MOZ-Berichten über geschredderte Altreifen im Recyclingmaterial eines landwirtschaftlichen Weges zwischen Zerpenschleuse und Klandorf vor Ort begeben und eigene Untersuchungen angestellt. Dabei wurde, so der Fraktionsvorsitzende Thomas Strese, eine ganze Reihe Unrat gefunden. An mehreren Stellen wurden bis zur Tiefe von 40 Zentimetern Sondierungen vorgenommen. Die Ergebnisse bestätigen offenkundig die Beobachtungen des Klandorfers Arno Gielsdorf, der die Behörden beim Landkreis sowie die Gemeinden Schorfheide, Wandlitz und das Amt Biesenthal auf die Gefahren aufmerksam gemacht hatte.

PVC, Styropor, Silikon, Kabelreste, Teile von Altbatterien, Glasscherben, Porzellan, Altgummi, Folien verschiedener Art fanden sich laut Strese innerhalb von weniger als 20 Minuten an nur drei Stellen. Die Materialien füllen demnach einen halben 60-Liter-Korb. Das Ergebnis wurde dokumentiert und das Bodenschutzamt des Landkreises wurde über das Ergebnis nebst Geodaten von den Fundstellen informiert.

Wie Strese der MOZ sagte, werde das Thema nun auch in der Kreispolitik sowie auf kommunaler Ebene eine Rolle spielen. „Im Unterbau des Weges sind Materialien verklappt worden, die dort absolut nicht hingehören. Das ist ein absolutes Wespennest“, so der Eindruck Streses, der die angekündigte Untersuchung durch ein unabhängiges Umweltlabor durchaus kritisch betrachtet. „Ich hoffe stark, dass wirklich genau untersucht wird. Aus unserer Sicht ist es mit Bohrungen auch nicht getan. Hier muss die Spitzhacke zur Hand genommen werden, um den Müll zu finden. Tatsache erscheint uns, hier wurde gegen Geld von Bürgern Müll angenommen, der hier auf billige Art und Weise verbuddelt wurde. Es ist nicht hinnehmbar, dass Feld- und Waldwege unter dem Siegel einer kostenneutralen Wegebefestigung als de facto Müllkippe missbraucht werden.“

Die Kosten für die unabhängige Bodenuntersuchung muss nach Informationen von Mark Büttner vom Bodenschutzamt des Landkreises die Schorfheider Firma HMR Recycling GmbH tragen. Geschäftsführer Horst Maaß hatte sich nach eigenen Angaben mit der Gemeinde Schorfheide über eine Befestigung des Weges geeinigt. Allerdings quert der Weg auch das Gebiet von Wandlitz und Marienwerder.

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