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Gemeinde Wandlitz leidet unter Falschparkern und setzt zusätzliche Mitarbeiter im Außendienst ein

Falschparker
Knöllchenalarm an den Badeseen

Sabine Rakitin / 13.08.2018, 20:00 Uhr - Aktualisiert 13.08.2018, 20:07
Wandlitz (MOZ) 643 schriftliche Verwarnungen wegen Falschparkens am letzten Juli-Wochenende, 806 am ersten August-Wochenende - mit vier zusätzlichen Außendienstmitarbeitern versucht das Ordnungsamt, dem Parkchaos in der Gemeinde Herr zu werden. „Wir wollen den Besuchern nicht das Badevergnügen verderben“, beteuert Ordnungsamtsleiterin Ilka Paulikat. „Vielmehr geht es darum, sowohl für die Gäste als auch die Anwohner Sicherheit zu gewährleisten. Denn wenn in einem Notfall beispielsweise der Rettungswagen oder die Feuerwehr wegen zugeparkter Straßen nicht oder nicht rechtzeitig zur Einsatzstelle gelangen, können die Folgen dramatisch sein“. stellt sie fest.

Die Außendienstmitarbeiter sind angehalten, mit den Falschparkern zu reden, so sie diese an den Fahrzeugen antreffen. „Mir kommt es darauf an, dass sich die Leute bewusst sind, dass es nicht nur für andere, sondern auch sie selbst gefährlich ist, wenn sie beispielsweise in den Kurven der Straße zwischen Lanke und Ützdorf parken“, sagt die Ordnungsamts-Chefin.

Verständnis für das Knöllchen, das sie an ihrer Windschutzscheibe wegen Falschparkens finden, haben die wenigsten Tagestouristen. Die E-Mails, die das Ordnungsamt erhält, zeugen weder von Einsicht noch von „guter Kinderstube“. „Ich werde die 25 Euro Abzocker-Gebühr mit Sonntagszuschlag überweisen und hoffe, dass dieser nach fast 30 Jahren Aufbau ‚Ost’ auch in Wandlitz für den Aufbau verwendet wird“, schrieb beispielsweise „ein blöder Wessi, der auch fast 30 Jahre nach der Wende einen unbefestigten Feldweg ohne Gehweg, ohne Verkehrszeichen, ohne Beschilderung und ohne Beleuchtung nicht als eine Straße nach STVO erkennt“.

Eine andere Familie fragte: „Füllt die Gemeindeverwaltung in Ützdorf am Liepnitzsee sonntags die klamme Stadtkasse auf?“ und stellt im selben Atemzug fest: „Andere würden es Abzocke nennen...“ Die Schilderung des Geschehens aus Sicht der Betroffenen, dass es keine freien Parkplätze in Ützdorf gegeben habe, und auch kein Hinweis darauf ersichtlich gewesen wäre, dass sich „offensichtlich etwas weiter die Straße Am Liepnitzsee  hinauf noch ein weiterer Parkplatz befindet“, vernehmen Ilka Paulikat und ihre Kollegen des öfteren. Doch ein riesiges Hinweisschild in eben dieser Straße zeigt deutlich, dass es hinter dem Campingplatz noch einen privat betriebenen Parkplatz gib - mit immerhin 600 Pkw-Stellflächen. „Allerdings muss dort ein Entgelt bezahlt werden“, weiß Ilka Paulikat. Zu übersehen sei das Hinweisschild eigentlich nicht, findet sie. Der Ützdorfer Horst Geiseler indes beobachtet das Kreuz- und Quer-Parken in dem winzigen Ort schon seit vielen Jahren. „Gut wäre, wenn das Schild bereits unten an der Einfahrt in die Straße stehen würde“, glaubt er.

Schwerpunkte für die Einsätze der Wandlitzer Ordnungsamtsmitarbeiter sind neben der Straße am Liepnitzssee in Ützdorf und der Straße am Obersee in Lanke der Lanker und Liepnitzweg in Wandlitz, die Siedlung Gorinsee und die Hobrechtsfelder Straße in Schönwalde sowie Anliegerstraßen im Bereich des Stolzenhagener Sees. Von den rund 74 000 Euro Einnahmen, mit denen die Gemeinde in diesem Jahr durch Verwarngelder rechnet, sind 43 000 Euro eingegangen.

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