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Feinabstimmung mit der Stadt Bernau folgt in kommenden Wochen / Sechs Stadtbuslinien vorerst geplant

Stadtbuslinien-Konzept
Ausbau der Angebote bis 2025

Andrea Linne / 16.08.2018, 22:00 Uhr
Bernau (MOZ) Bernau. 100 000 Menschen leben im Mittelbereich Bernau. Ein Großteil pendelt täglich ein und aus. Den Nahverkehr, vor allem auch im Stadtgebiet von Bernau attraktiver zu machen, dazu ließ der Kreis Barnim die TU Dresden für sich arbeiten. Erste Ergebnisse hörte der Wirtschaftsausschuss am Mittwoch in Bernau.

Ziel ist es, über Stadtbuslinien wesentlich dazu beizutragen, dass der innerstädtische Zielverkehr in Bernau reduziert werden kann. Dazu wurden Analysen erstellt, Ziele untersucht und neue Wohngebiete, die bis 2025 besiedelt werden, einbezogen. Für Kreis-Dezernent Dr. Wilhelm Benfer bleibt Dreh- und Angelpunkt dieser Untersuchungen der Bahnhof Bernau. Taktgebend seien die S-Bahn-Linie 2, die noch immer nur alle 20 Minuten fährt, der Regionalexpress 3 sowie die Regionalbahn 24.

In einer ersten Analyse habe sich demnach ergeben, bis zu sechs Buslinien zu etablieren, die auf verschiedenen Strecken Ortsteile und Wohngebiete erschließen und anbinden, aber auch aneinander anknüpfen. Nils-Friso Weber, zuständig für den Personen- und Nahverkehr im Landkreis Barnim, verwies auf sogenannte Grund- und erweiterte Angebote. Bypässe sollen Überlandlinien zudem anbinden oder entlasten. Wo wollen die Menschen in Bernau hin? Auch das wurde untersucht. Arbeitsplatz, Einkauf, Arzt, Schule sind Hauptziele, die angesteuert werden. Hingegen ist noch völlig unklar, welche Kosten anfallen, wie viele Busse fahren oder welche Personalfragen zu lösen sind.

Auch Benfer hob auf ein wesentliches Problem ab. Sollte die Stadt Bernau sich dazu entschließen, einen Einrichtungsverkehr in der City einzurichten, müssten alle Trassen und Linien auf ihre Machbarkeit hin neu untersucht werden. Das wiederum würde die vorhandenen Ideen erneut verschieben.

Für den Bernauer Bürgermeister André Stahl war das vorgelegte Konzept „ein Schritt in die richtige Richtung“. Noch im August sollen weitere Feinabstimmungen mit dem Landkreis erfolgen, versprach das Stadtoberhaupt. Einige Fragen dürften dennoch offen bleiben, weil sie noch nicht ausdiskutiert wurden.

Hingen war klar, dass zu den wichtigsten Neubaugebieten, die dringend an den ÖPNV und den Bahnhof angeschlossen werden müssen, vor allem Gebiete wie der Pankebogen, das Heeresbekleidungsamt an der Schwanebecker Chaussee, Rehberge, Friedenstal und Schönow gehören. Bis 2035, das hatte André Stahl ausgeführt, dürften in Bernau bis zu 46 000 Einwohner leben.

Der Wirtschaftsausschuss des Kreises, der sich vor der Beratung auf der Baustelle für das neue Rathaus in Bernau umgeschaut hatte, zeigte sich beeindruckt von der immensen Entwicklung. Außer Falkensee hat sich keine ostdeutsche Stadt so entwickelt, dass die Bevölkerung stetig gewachsen ist. Diesem Trend soll der Stadtbusverkehr Rechnung tragen.

Auch wenn die Hoffnung, die S2 eines Tages im Zehn-Minuten-Takt und den RE3 im 30-Minuten-Takt anzubinden, nach wie vor besteht. Stahl betonte, dass es erste Kunde davon gebe, dass ein Planungsbüro ein Überholgleis untersuchen solle, um die S2, die ab Röntgental noch eingleisig fährt, öfter bedienen zu können. Zunächst müsse die Mobilitätsstrategie 2030 des Landes Brandenburg den Zehn-Minuten-Takt festschreiben, um „über Lippenbekenntnisse hinaus“ zu kommen. Stahl: „Dann können verbindliche Entscheidungen und Beschlüsse folgen.“

Bernau wächst weiter. Allein 2017 wurden 290 Anträge auf Mehrfamilien- und 200 auf Einfamilienhäuser gestellt. Mit der Ladestraße ist innerstädtisch eine erste Entlastung vorhanden. Die Stadtbuslinien jedoch bleiben über das vorhandene Angebot hinaus dringend. Die Hoffnung der Nachbargemeinde Panketal, auch enger angeschlossen zu werden, wurde in den vorliegenden Untersuchungen nicht berücksichtigt. Alles müsse auch bezahlbar bleiben und realisierbar sein, so Weber. Aktuell gibt Bernau 51 000 Euro in den Öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Der Kreis zahlt für den Barnim 3,1 Millionen Euro, das Land 6,2 Millionen Euro. Über kommunale Beteiligung sei zu sprechen, hieß es im Ausschuss am Mittwoch. Bauliche Ergänzungen wie Haltestellen müssten folgen. Bis 2025 soll ein tragfähiges Konzept umgesetzt sein.

Bis dahin gibt es vor allem eine frohe Kunde für alle Pendler: Die Wiltbergstraße in Berlin-Buch wird am 29. August geöffnet. Dann fährt auch der Bus 893 wieder vom S-Bahnhof Zepernick zum S-Bahnhof Buch und weiter zum Prerower Platz. Die Umleitungsstrecke wird dann entfallen.

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