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Rassige Rennen und heiße Konzerte: Freunde von alten Motorrädern, Sportwagen und guter Musik fiebern dem 1. September entgegen

Motorrad
Ein Festtag für die Bernauer Schleife

Hans Still / 25.08.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 26.08.2018, 14:33
Bernau (MOZ) Eine Woche vor dem großen Erinnerungstag an die Renntradition der Bernauer Schleife am 1. September steht das komplette Programm. Der Veranstalter MC Bernauer Schleife organisiert einen Tag, der den Freunden von Rennsport und Motorentechnik wie der siebente Himmel  vorkommen muss.

Es sind verrückte Geschichten, die die Besitzer älterer Motorräder oder Fahrzeuge zu berichten wissen. Die Historie seiner Norton Manx, kennt der 44-jährige Alexander Weck aus Zeuthen mittlerweile bis ins Detail. Nach intensiven Recherchen weiß der Besitzer der 1952 ausgelieferten Norton genau, durch welche Hände das wertvolle Zweirad ging. Erstbesitzer war Rudolf „Rudi“ Knees, der damit 1952 Deutscher Meister in der Halbliterklasse (500 Kubikzentimeter) wurde. Rennen auf dem Schleizer Dreieck und auf dem Sachsenring wurden durch ihn mit der Maschine gewonnen. Später erwarb der Rennfahrer Edgar Barth das heiße Eisen. Er war damit auch auf der Bernauer Schleife unterwegs, ist sich Dirk Stannek, Vereinsvorsitzender des MC Bernauer Schleife, sicher. Die legendäre Maschine wird am 1. September im Bernau samt Besitzer zu sehen sein – wie auch eine Vielzahl weiterer historischer Motorräder und Rennwagen. „Wir erwarten auf dem Gelände der Barnimer Kreisverkehrswacht etliche sehenswerte Maschinen und bieten Rennaction pur sowie einen musikalisch bestens besetzten Abend“, beschreibt der auf Vorfreude gestimmte Vereinsvorsitzende Stannek das Tagesprogramm. Gemeinsam mit den Partnern vom Born to be Wild MC Wild East strickten die Bernauer Rennsportler ein familientaugliches Programm mit Benzingeruch, rassiger Rennatmosphäre, zwei heißen Konzerten und natürlich kulinarischer Versorgung in allen Facetten.

Die Gäste bekommen von 10 Uhr an bis in die Nacht packende Unterhaltung geboten: So gibt es einen großen Ausstellungsteil zur Vereins- und Renngeschichte, ein Fahrerlager, ein großes Festzelt wartet mit Bierwagen und Cocktailbar auf Gäste. Und oft heißt es „Vorsicht an der Rennstrecke“, denn auf einem Rundkurs werden sich etliche Motorradfahrer heiße Rennen liefern. Ganz zu schweigen von der Bühne und den zwei abendlichen Konzerten sowie einer Laser- und Feuershow. Freuen können sich die Besucher beispielsweise auf ein Wiedersehen mit den Melkus RS 1000 und den Formelrennwagen MT 77, die in der 70-er Jahren von Ulli Melkus und Hartmut Thaßler konstruiert wurden. Zum Gelingen tragen auch die vielen Besitzer historischer Motorräder bei. Beispielsweise werden sich die Enthusiasten des MC Werneuchen 1906 mit ihren Zweirädern präsentieren und im Rundkurs Corso fahren. Dieter Tessmann vom Zweiradmuseum Werder bringt nicht nur Maschinen wie die AWO RS, die MZ RS oder vom Typ Panonia mit, er wird als Zeitzeuge der Bernauer Schleife gemeinsam mit dem Bernauer Dieter Ziemer im Interview den Gästen über die damalige Zeit berichten. Nicht minder interessant: Ein in Prenzlau in der Uckermark beheimatete AWO-Club freut sich schon auf die Ausfahrt nach Bernau, denn hier erwartet sie die Rennstimmung der 60-er Jahre. Auf der mit Strohballen abgesteckten Piste liefern sie sich ein scharfes Rennen im Stile dieser Zeit. Bis zu zehn Maschinen sind angekündigt, für Stannek fraglos ein Höhepunkt des Tages.

Damit nicht genug, wie das Programm zeigt. So wird auch das Gedenken an die verstorbenen Funktionäre der Bernauer Schleife nicht vergessen. Um 12.30 Uhr startet vom Verkehrswachtgelände ein Robur-Shuttle zum Bernauer Stadtpark, dort befindet sich seit fünf Jahren ein Gedenkstein zur Erinnerung an die drei bei einem Rennunfall am 26. September 1954 verstorbenen Rennfunktionäre. Gemeinsam mit den Veteranen der Renngeschichte legen die Enkel vom MC Bernauer Schleife und die Rocker vom BtbW MC um 13 Uhr Gestecke nieder. Auf dem Gelände der Kreisverkehrswacht läuft zu dieser Zeit das freie Training der AWO-Jünger, die um 16 Uhr zum scharfen Rennen antreten wollen. Supermoto-Fahrer aus dem Rennsport-Mekka Oschersleben beweisen gegen 15 Uhr den Gästen mit diversen Stunts ihr fahrerisches Können und treten ebenfalls zum Rennen an.

Der Abend gehört der Musik. Slot Machine gibt ab 18 Uhr ein Konzert und wird die Bühne rocken. Ab 20 Uhr  lässt die Berliner Rockabilly-Band Hot Jumpin‘ 6  den Rock ’n’ Roll der 40-er und 50-er Jahre aufleben. Mit Bläsern, Kontrabass, Gitarre und E-Piano entfacht die Truppe ein Feuerwerk, das selbst Nichttänzer vor die Bühne zieht.

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