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Erik Hoeppe präsentierte Titelmelodien von James-Bond-Filmen und zog dafür viele Register

Konzert
Agent 007 auf der Kirchenorgel

Außergewöhnliches Repertoire auf der Orgel: Erik Hoeppe spielt Filmmelodien aus James-Bond-Klassikern.
Außergewöhnliches Repertoire auf der Orgel: Erik Hoeppe spielt Filmmelodien aus James-Bond-Klassikern. © Foto: Wolfgang Rakitin
Kerstin Ewald / 28.08.2018, 06:13 Uhr - Aktualisiert 28.08.2018, 13:51
Bernau (MOZ) „Georgelt, nicht gerührt!“ - Unter diesem Motto spielte Erik Hoeppe am Sonntag James-Bond-Themen auf St Mariens ehrwürdigen Kircheninstrument. Popmusik aus einem Agenten Thriller präsentiert auf der Kirchenorgel? Passt denn das? Die Frage stellte Kantorin Britta Euler bei ihrer Begrüßung, und gleiches mögen sich auch einige Gäste gefragt haben. Im Prinzip ja, aber..., so muss man frei nach Radio Eriwan antworten.

„James Bond jagt Dr. No“, so hieß der allererste Streifen der 007-Serie, er kam 1962 mit Sean Connery als Bond in die Kinos. Eine ruhige, spannungsgeladene Titelmelodie, komponiert vom Urgestein der James-Bond-Filmmusik John Barry. In der Interpretation von Erik Hoeppe, der für ungewöhnliche Orgelprogramme bekannt ist, bekommt der Titel etwas Mystisch-sakrales und ist ein Hörgenuss.

Auch die nonchalant-unbeschwerte Musik von „Liebesgrüße aus Moskau“, komponiert von Barry und Matt Monro klingt interessant auf der Kirchenorgel. Hoeppe, der für jeden Titel neue Register zieht, orgelt den Titel frech dahin, so dass er wie aus dem Leierkasten klingt.

Die Amerikanische Sängerin und Komponistin Sheryl Crow trug die Titelmelodie zu „Der Morgen stirbt nie bei“ und wurde mit dem Lied für den Grammy Award nominiert. Der sphärisch klingende Titel bekommt durch Hoeppes Interpretation etwas Hymnisches und wirkt majestätisch gut auf der Kirchenorgel.

Andere Titel, vor allem die besonders rhythmischen, wirken leider leicht verschwommen in der georgelten Präsentation. Kann sein, dass die „Königin aller Instrumente“ dem Musiker, der sie bedient, Staccatos und punktgenaue Akzentuierung schwer macht.

Trotzdem - und auch, wenn manche älteren Konzertbesucher offensichtlich von der Vorstellung etwas überstrapaziert diese in der Pause verließen, - ist es Erik Hoeppe hoch anzurechnen, dass er sich immer wieder auf neues Terrain vorwagt.

Ausgezeichnete Unterhaltungsqualitäten zeigte er auch bei einem James-Bond-Pausenquiz. So erfuhr man ganz nebenbei, dass Ian Fleming, Autor der Romangrundlage zu den James-Bond-Filmen, selbst als Geheimdienstagent gegen die Nationalsozialisten eingesetzt worden war und beim Sex auf Sadomaso-Praktiken stand.(kew)

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