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Bis zu zwölf Kilometer lange Staus keine Seltenheit / Zwischen Finowfurt und Lanke fehlt grundhafter Ausbau

Straßenbau
Sanierungsfall A11 nervt alle

Staufalle: Seit Dienstag wird  auf der Autobahn A11 zwischen Finowfurt und Lanke die Fahrbahn erneuert.  Auf einer Länge von neun Kilometern erhält die Fahrbahn Richtung Berlin eine  neue Asphaltdeckschicht. Die Vorbereitungsarbeiten für die Umschwenkung des Verkehrs in  Richtung Berlin liefen bereits seit dem 20. August. Seitdem gibt es in beide Fahrtrichtungen lange Staus.
Staufalle: Seit Dienstag wird  auf der Autobahn A11 zwischen Finowfurt und Lanke die Fahrbahn erneuert.  Auf einer Länge von neun Kilometern erhält die Fahrbahn Richtung Berlin eine  neue Asphaltdeckschicht. Die Vorbereitungsarbeiten für die Umschwenkung des Verkehrs in  Richtung Berlin liefen bereits seit dem 20. August. Seitdem gibt es in beide Fahrtrichtungen lange Staus. © Foto: Thomas Burckhardt
Hans Still / 06.09.2018, 21:01 Uhr
Bernau (MOZ) Autofahrer auf der A 11 müssen kilometerlange Staus ertragen. Grund sind mehrere Baustellen sowie die Begrenzung der Fahrbahn auf einen Richtungsstreifen. An Wochenenden eskaliert die Situation regelmäßig. Dann bekommen die Dörfer an der Autobahn die Folgen zu spüren.

Die Verkehrswarnung im Radio lässt nichts Gutes erahnen: Stau auf der A 11 bei Lanke und Finowfurt, Ortskundige sollen besser Umleitungen wählen. Bis zu zwölf Kilometer lange Staus sind an den Wochenende leider keine Seltenheit mehr. Freitagabend rollen die Ausflügler in Richtung Ostsee, sonntags geht es retour. Pendler kennen die Verkehrsprobleme der A 11 längst und versuchen, so gut es geht, sich auf diese Dilemma einzustellen. „Am Freitag fahre ich zum Feierabend in Bernau erst gar nicht auf die Autobahn, sondern nehme gleich die Strecke Biesenthal, Ruhlsdorf, Marienwerder und Finowfurt, um dort in Richtung Uckermark auf die A 11 zu kommen“, berichtet beispielsweise der Trockenbauer Robert Kilian aus Angermünde. Er ist einer von tausenden Pendlern zwischen Uckermark, Barnim und Berlin. Innerhalb der Woche sei das Problem zwar nicht ganz so gravierend, aber auch werktags müsse jederzeit mit Stau gerechnet werden.

Wer nach Gründen für die einspurige Verkehrsführung sucht, landet zwangsläufig bei Thomas Otto vom Landesbetrieb Straßenbau. Er ist der zuständige Leiter der Autobahnmeisterei im A11-Abschnitt vom Dreieck Barnim bis zur Abfahrt Joachimsthal. „Unser größtes Problem ist neben dem bescheidenen Zustand der A 11 die zu geringe Ausbaubreite. Wir können wegen der heutigen Sicherheitsanforderungen bei Reparaturen pro Richtung nur einspurig fahren lassen. Genau genommen fehlt uns mindestens ein viertel Meter Fahrbahnbreite, um wenigstens auf einen zwei-zu-eins-Verkehr zu kommen“, klagt der Bernauer Autobahnmeister. 11,50 Meter wäre übrigens eine normal ausgebaute Autobahn breit, doch von diesem Standard befindet sich die A 11 noch Jahre ent-fernt.

Denn der grundhafte Ausbau verschiebt sich seit Jahren, und das wird möglicherweise weiterhin so bleiben. Dabei nimmt der Verkehr Jahr für Jahr zu. Ein weiterer Grund dafür, dass selbst instand gesetzte Autobahnabschnitte nur wenige Jahre störungsfrei funktionieren.

Bei den aktuellen Baustellen zwischen Lanke und Finowfurt geht es auf einer Strecke von 9,3 Kilometern um die Erneuerung der Deckschicht. Einem Wundpflaster gleicht das Vorhaben – vermutlich wird es nicht einmal zehn Jahre lang halten. Otto bestätigt zudem den Eindruck vieler Pendler, die sich wundern, wie selbst vor nicht allzu langer Zeit instand gesetzte Abschnitte kurzfristig wieder Dellen, Risse oder gar Löcher aufweisen. „Die Belastungen sind einfach zu groß. Und vielleicht wird Bitumen auch nicht mehr so heiß wie früher verarbeitet und damit weniger verdichtet.“

Ebenfalls nicht nebensächlich: Zwischen Lanke und Finowfurt gab es seit dem Bau der Autobahn unter Hitler noch nie eine grundhafte Instandsetzung.

Mindestens bis zum 19. Oktober bleiben beide Baustellen zwischen den Landkreisen bestehen. Ob es dann vorbei sein wird mit Stau, Stress und Ärger erscheint heute noch nicht sicher. „Geplant wurde so, alles weitere sehen wir dann“, reagiert Otto auf diese Frage.

Ortsvorsteher wie der Prendener Hans-Joachim Auge wissen ein Lied davon zu singen, was die A11-Verkehrsprobleme für die angrenzenden Orte bedeuten. „Besonders während der Sommerferien gab es Tage, an denen der Rückstau bis hinter Prenden reichte“, erinnert Auge. Konkret fuhren an einem Sonntag die Ostsee-Heimkehrer in Finowfurt ab, suchten über Marienwerder den Weg nach Prenden, um dann wieder auf die A 11 zu kommen. Einen Kilometer vor Prenden gingen bereits die Warnblinkanlagen an, der Rückstau zog sich tatsächlich durch den kompletten Ort bis zur Anschlussstelle Lanke/Prenden.

Ein anderes Phänomen beschreiben Wandlitzer, Summter und Zühlsdorfer: Immer mehr Autofahrer fahren in Richtung A11 bereits in Mühlenbeck von der A 10 runter, um in Wandlitz auf die A 11 zu kommen. Wenigstens bis zum 21. September ist die Variante allerdings ausgeschlossen – am Donnerstag wurde die Autobahnauffahrt Wandlitz komplett gesperrt. 2019 steht übrigens erneut eine zehnwöchige Baustelle in Rede – zwischen Werbellin und Finowfurt, eventuell im Frühjahr.

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