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Weißenseer Straße während der Bauphase gesperrt

Sanierung
Drei neue Brücken für Bernau

Ersatzbau: Für die Eisenbahnbrücke „Weißenseer Straße“ war eine Umplanung erforderlich. Der Entwurf sieht nun einen vierten Stahlüberbau für ein eventuelles zweites S-Bahn-Gleis vor.
Ersatzbau: Für die Eisenbahnbrücke „Weißenseer Straße“ war eine Umplanung erforderlich. Der Entwurf sieht nun einen vierten Stahlüberbau für ein eventuelles zweites S-Bahn-Gleis vor. © Foto: Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 13.09.2018, 07:30 Uhr
Bernau Die Brücken an der S-und Fernbahnstrecke nach Bernau sind mehr als 100 Jahre alt. Ab 2021 sollen die Anlagen durch Neubauten ersetzt werden. Im Stadtgebiet sind drei Eisenbahnüberführungen betroffen.

Dabei handelt es sich um die Brücken an der Weißenseer Straße, der Bahnhofstraße sowie der Börnicker Chaussee. Insgesamt werden im Abschnitt Berlin-Karow und Bernau sukzessive 13 Überführungen erneuert. Zu einem ersten Informationsgespräch hatte die Deutsche Bahn AG am Dienstagabend in die Grundschule am Blumenhag eingeladen – rund 70 Bernauer waren gekommen.

Als „Nadelöhr“ bezeichnete dabei Projektleiter Jens Kulecki die Weißenseer Straße. Dort habe es noch Hinweise der Kommune und der Deutschen Bahn gegeben, inzwischen wurde das Planrecht beantragt. An der Landesstraße 200 sollen insgesamt vier eingleisige Stahlüberbauten entstehen. Ein Überbau sei dabei für ein „eventuelles“ zweites S-Bahn-Gleis vorgesehen, so Kulecki. Es wird eine Linksabbiegespur in die Ladestraße geben, außerdem entstehen beidseitig Gehwege. Man werde eine Art „Straßen-Trog“ bauen, die lichte Höhe beträgt 4,50 Meter. Der Entwurf werde derzeit angepasst und soll Ende Oktober dem zuständigen Eisenbahn-Bundesamt vorgelegt werden. Man müsse dann mit einer Bearbeitungsdauer von zwei bis zweieinhalb Jahren rechnen, so der Projektleiter.

Besonders wichtig: Die Straße soll über die gesamte Bauphase gesperrt sein – und die dauert bis zum April 2023. Kulecki sieht das allerdings „nicht kritisch“ und zwar unter einer Voraussetzung: Die Ladestraße ist bereits fertiggestellt. Für die Dauer von sieben Tagen wird  jedoch „fast gar nichts fahren“, also auch keine Regional- und Fernzüge sowie S-Bahnen.

Bei der Brücke an der Bahnhofstraße sind dagegen keine weiteren Anpassungen erforderlich, dort gibt es lediglich einen Ersatz des alten Bauwerkes. Das alte Stellwerk wird abgerissen, zwei Fahrspuren führen unter den Gleisen hindurch. Während der Bauarbeiten gibt es einen Schutztunnel für Fußgänger. Die Errichtung von Lärmschutzwänden sei beantragt. „Wir bauen dann, was im Planungsverfahren beschieden wird“, so Kulecki.

An der Börnicker Chaussee, dort kommt es durch Linksabbieger in die Breitscheidstraße oft zu Staus, soll die Situation entschärft werden. „Wir werden die Brücke aufweiten“, kündigte Kulecki an. Dies bedeutet, es gibt eine Spur stadtein- und eine Spur stadtauswärts. Die Linksabbiegespur beginnt künftig bereits unter der Brücke. Einschränkungen soll es an der Börnicker Chaussee lediglich beim Ein- und Ausbau der Hilfsbrücken geben. Das könne „eventuell zwei Wochenenden betreffen“, so der Projektleiter. Er versicherte, dass man während der Bauarbeiten nicht gleichzeitig alle drei Bereiche sperren werde. Auch die Hilfsbrücken würden nacheinander eingebaut. Dadurch sei dann immer nur eine Straße nicht befahrbar, hieß es.

„Gibt es einen koordinierten Terminplan? Wer informiert die Öffentlichkeit?“, wollte ein Bernauer wissen. Man werde sich mit der Stadt abstimmen und sei bestrebt, das Bauinfo-Portal aktuell zu halten, antwortete Kulecki. Wann welche Züge fahren, wisse er jedoch nicht. Dort müssten sich die Fahrgäste auf den Internetseiten der Deutschen Bahn informieren.

Auch der Zehn-Minuten-Takt bei der S-Bahn spielte in der Diskussion eine Rolle. Nach Auffassung von Kulecki ist dieser bereits möglich. „Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen“, sagte der Projektleiter. Für die Bestellung des Nahverkehrs sei aber das Land verantwortlich. „Nach der erweiterten Planung können wir vielleicht 2030 mit einem dichteren Takt rechnen“, ergänzte Wolfgang Kirsch, der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr. Die nächste Infoveranstaltung soll es 2020 geben.

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