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Trotz der schlechten Ernte ließen sich die Barnimer den Spaß nicht nehmen und trafen sich am Sonnabend zur Party

Erntedank
Prachtvoller Umzug, schönes Fest

Hans Still / 16.09.2018, 20:11 Uhr
Trampe Mit einem prachtvollen Umzug und einem zünftigen Fest zeigten sich die Einwohner des Amtes Biesenthal-Barnim am Wochenende dankbar für die diesjährige Ernte. Obgleich die Ergebnisse wegen der Dürre hinter den Erwartungen blieben, wurde geschunkelt, gelacht, gegessen und getrunken.

Schenkelklopfen im Schlosspark-Festzelt, die „Märkische Musikanten“ lassen am Sonnabendnachmittag keinen namhaften Hit der Volksmusik aus. Auch vor dem Zelt sind die Bänke besetzt, den mehr als eintausend Gästen zieht der Duft vom Bratstand verlockend in die Nasen.Die Bierwagen bleiben noch mäßig umlagert, dafür haben lokale Standbetreiber wie Britta Bahnsen aus Tuchen-Klobbicke gut zu tun. Sie reicht gerade einen Likör, gewonnen aus feinsten Schwarzen Johannisbeeren, an Manon Gönder weiter. Die Eberswalderin verkostet mit Tochter Charlene das edle Getränk und entscheidet sofort, „einen Likör nehmen wir mit“. Aus ihrer Begeisterung für das Fest macht sie kein Geheimnis: „Das ist alles wunderbar hier. Wir treffen so viele Eberswalder, alte Bekannte eben. Die geschmückten Fahrzeuge beim Umzug, der Aufwand insgesamt – das zu sehen ist doch eine Freude“, lobt die Frau begeistert.

Holger Lampe, Vorsitzender des Barnimer Bauernverbandes, schaut derweil aus einiger Entfernung zufrieden auf das Festgetümmel. Gerade hatte der Umzug von knapp 40 Fahrzeugen von Tuchen nach Trampe sein Ende gefunden. Bei goldigem Sonnenschein genossen die Teilnehmer die sechs Kilometer lange Strecke, ehe sie in die Tramper Dorfstraße abgebogen waren. Dort erwarteten die Gäste den Zug, applaudierten und winkten Bekannten zu. „Die Ernte war nicht so toll, aber sollen wir deswegen den Kopf in den Sand stecken“, sinniert Lampe nun.

Je nach Lage hatten wenigstens einige Barnimer Landwirte Glück und durften sich hin und wieder über Regen freuen. „Der Rapsertrag ging auf manchen Schlägen auf ein Drittel des Normalen zurück, beim Getreide liegt der Verlust bei 30 Prozent. Und trotzdem feiern wir heute sehr schön“, stellt Lampe demonstrativ fest.

Eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude liegt beim 60-Jährigen in der Luft. Gerade einmal vier Tage ist seine Wahl im Barnimer Kreistag zum Vizelandrat her, seitdem befindet er sich auf einer Art Abschiedstour. Immer wieder gratulieren Leute und wünschen ihm Glück. Seit 1987 war Lampe Chef der Tramper Genossenschaft – Bauer Lampe aus Trampe gilt lange als Institution im Kreis. „Als Geschäftsführer wird das mein letztes großes Event“, bedauert er, muss aber schmunzeln, wenn er an den 1. Oktober und seinen Amtsantritt im Eberswalder Paul-Wunderlich-Haus denkt.

Der Tramper Bürgermeister Peter Schmidt strahlt allerdings übers ganze Gesicht. „Die Mühe hat sich echt gelohnt, wir haben ja seit dem Jahresbeginn am Programm gearbeitet“, berichtet der Bürgermeister und entspannt sich angesichts des Erfolges. Im Festzelt haben in der Zwischenzeit Andreas Holm und Thomas Lück lautstark das musikalische Zepter übernommen, später folgten dann Tänzer aus dem polnischen Nowy Tomysl, Chöre aus Marienwerder und Jagdhornbläser aus dem Ort Klobbicke. Gefeiert wurde noch bis tief in die Nacht.

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