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Denkmal steht seit 20 Jahren an der Bernauer Stadtmauer

Denkmal
Deserteuren für ihren Mut gedankt

Mahnung: Christina Wendt und Dieter Gadischke erinnerten an die Debatten zur Idee des Deserteurdenkmals.
Mahnung: Christina Wendt und Dieter Gadischke erinnerten an die Debatten zur Idee des Deserteurdenkmals. © Foto: Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 15.10.2018, 06:00 Uhr
Bernau Rund 30 Menschen haben am Freitagabend am Denkmal an der Bernauer Stadtmauer allen Deserteuren gedacht, die den Mut hatten, sich dem Krieg zu verweigern. Dazu  hatten der Initiativkreis Deserteurdenkmal sowie das Netzwerk für Weltoffenheit Bernau aufgerufen.

Nach einleitender Musik, gespielt von einem Flüchtling aus Eritrea auf dem Zupfinstrument Krar, begrüßten Christina Wendt und Dieter Gadischke alle, die sich in „rauer werdenden Zeiten für andere Menschen interessieren und sich für Menschenrechte, Humanität und Demokratie einsetzen“. Beide bedauerten, dass der 92-jährige Bildhauer Friedrich Schötschel, er hatte das Denkmal geschaffen und eigentlich sein Kommen zugesagt, aus gesundheitlichen Gründen leider absagen musste. „Wir danken Ihnen für Ihr Schaffen, für Ihre Schlichtheit und Menschlichkeit“, so der Jugendwart der evangelischen Kirche Barnim.

Christina Wendt vom Initiativkreis und Gadischke erinnerten anschließend an die heftigen Debatten zur Idee des Deserteurdenkmals. So habe damals ein Lehrer des Gymnasiums und CDU-Stadtverordneter das Mahnmal als „ ein verlogenes Symbol von unreifen Aussteigern mit oberflächlichem Gedankengut“ bezeichnet. In der Stadtverordnetenversammlung stimmten schließlich drei Viertel der Mitglieder für das Deserteurdenkmal. Von den „unreifen Aussteigern“ seien heute viele Lehrer, Ingenieure, Künstler und Manager und sie engagierten sich weiterhin gegen Hass und Gewalt, Hetze und Jagd auf Menschen, so Gadischke.

„Damals wie heute gab es keine sicheren Fluchtwege nach Deutschland, Menschen, die den Krieg überlebt haben, sterben auf der Odyssee an den Mauern der Festung Europa“, so Christina Wendt. Denen, die es dennoch nach Deutschland schafften, drohe die Abschiebung. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir den Geflohenen beistehen“, betonte der Jugendwart. Man versuche die Menschen vor der Bedrohung durch Nazis und AfD, aber auch vor der Abschiebemaschinerie des deutschen Staates zu schützen.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung, bei der auch Kerzen entzündet wurden, berichteten Deserteure und Kriegsverweigerer aus Eritrea und Syrien im Klub am Steintor über ihre Flucht und das Leben im Barnim.

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