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Anwohner fordern Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und werden seit mehr als einem Jahr von der Stadtverwaltung hingehalten

Verkehr
Proteste aus der Konrad-Zuse-Straße

Dichter Verkehr: Weil die Konrad-Zuse-Straße der kürzeste Weg von der Oranienburger Straße über die Schönower Chaussee und das Blumenhag-Vertel bis zur Zepernicker Chaussee ist, machen Auto- und Lkw-Fahrer die Anlieger- zur Durchgangsstraße.
Dichter Verkehr: Weil die Konrad-Zuse-Straße der kürzeste Weg von der Oranienburger Straße über die Schönower Chaussee und das Blumenhag-Vertel bis zur Zepernicker Chaussee ist, machen Auto- und Lkw-Fahrer die Anlieger- zur Durchgangsstraße. © Foto: Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 02.11.2018, 21:29 Uhr
Bernau (MOZ) Immer mehr Bernauer ächzen unter dem Verkehr in der Stadt. Diesmal sind es die Anwohner der Konrad-Zuse-Straße, die sich über rasende Autofahrer und Lärmbelästigungbeschweren. Seit einem Jahr versuchen sie vergeblich, eine Änderung der Situation zu erreichen.

Als Janek Laddey und seine Familie vor 14 Jahren in ihr neues Haus einzogen, war die Konrad-Zuse-Straße bereits so gebaut, wie sie heute immer noch ist - eine Anliegerstraße zum Vorzeigen, mit Bürgersteigen auf beiden Seiten, Einengungen der Fahrbahn an mehreren Stellen, dazu leichte Aufpflasterungen zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Später kamen die Ausweisung als Tempo-30-Zone und ein Durchfahrtverbot für Lkw hinzu.

Doch je mehr Jahre vergingen, desto rasanter wuchs der Verkehr. Im August 2017 schrieb Janek Laddey einen Brief an den Bürgermeister. „Es ist im Verlauf der letzten Monate/Jahre auffällig geworden, dass sich die Konrad-Zuse-Straße immer mehr zur Durchgangsstraße entwickelt“, stellte er fest. Der Berufs- und Fremdverkehr nutze sie  als Abkürzung und Verbindungsstraße zwischen Oranienburger und Schönower Chaussee. Hinzu kämen Lkw und Busse, die das Durchfahrtsverbot und Autofahrer, die das Tempolimit ignorierten. „Durch den erhöhten Verkehr in Kombination mit der erhöhten Geschwindigkeit besteht eine Gefahr der Anwohner, deren Kinder sowie aller Fußgänger. Auch Fahrradfahrer trauen sich nicht mehr, auf der Straße zu fahren und nutzen deswegen die Gehwege“, schilderte Janek Laddey die Situation. Der Familienvater, der als Bundespolizist in Berlin tätig ist, warnte aus all diesen Gründen vor einer „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ und bat im Auftrag der Anwohner die Stadtverwaltung „um Unterstützung, durch geeignete Maßnahmen mehr Sicherheit und letztlich eine Erhöhung der Lebensqualität herbeizuführen“.

Zunächst reagierte die Stadtverwaltung ziemlich schnell. Das Ordnungsamt ließ eine Verkehrszählung durchführen und stellte Anfang November fest, „dass das Verkehrsaufkommen mit zirka 1685 Fahrzeugen am Tag nicht unerheblich ist“ und „dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h oftmals überschritten wird“. Wie das Ordnungsamt damals einschätzte, „kann auf das Verkehrsaufkommen und -verhalten nur mit Hilfe baulicher Einrichtungen, beispielsweise der Errichtung von Fahrbahnschwellen, Einfluss genommen werden, um eine Verkehrsberuhigung zu erzielen“. Dies werde vom Bauamt geprüft, erklärte die Stadtverwaltung schriftlich Anfang November 2017. Dann ruhte still der See.

Auf eine Anfrage von Janek Laddey Mitte Dezember 2017, wie weit die Prüfungen gediehen seien, erfolgte keine Reaktion. Erst am 30. Juli dieses Jahres räumte das Ordnungsamt in der Konrad-Zuse-Straße „einen Handlungsbedarf für die Stadt“ ein, ließ die Anwohner nun aber wissen: „Zunächst solle die Fertigstellung der Wohnbebauung in der Emmy-Noether- und Marga-Faulstich-Straße abgewartet werden.“ Dann, im Frühjahr 2019, werde es eine erneute Überprüfung des Verkehrsaufkommens in der Konrad-Zuse-Straße geben. Mit der Aufstellung von mobilen Dialogdisplays und gegebenenfalls auch Verkehrskontrollen durch die Polizei wolle man bis dahin für die Einhaltung von Tempo 30 sorgen. Ähnliche Antworten auf ihre Beschwerden erhielten auch andere Anwohner der Konrad-Zuse-Straße wie Brigitte Schreiber. Sie hatte Bürgermeister André Stahl auf dem Neubürger-Empfang im Spätherbst 2017 direkt auf die Probleme angesprochen und schriftlich mehrere Vorschläge gemacht, wie die Situation möglicherweise zu verändern wäre. Darauf, so klagt die Bernauerin, sei von Seiten der Stadt niemand eingegangen.

Unterstützung erhalten die Anwohner der Konrad-Zuse-Straße nun von BVB/Freie Wähler. Zur kommenden Stadtverordnetenversammlung hat die Fraktion einen Antrag eingebracht, mit der die Verwaltung verpflichtet werden soll, für eine Verkehrsberuhigung in der Konrad-Zuse-Straße zu sorgen. Zwei konkrete Punkte fordert BVB/Freie Wähler - zum einen „bauliche Maßnahmen zur Einhaltung der Tempo-30-Regel und des Durchfahrverbotes für Lkw“ und zum anderen „geeignete Schritte zur Minderung der Lärmbelästigung, insbesondere aufgrund der Pflasterung“.

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