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Studenten der Hochschule geben Eberswaldern Tipps zum Umgang mit Brot in die Hand

Konsum
Ein Beutel gegen Verschwendung

In den Beutel damit! Pascal Schäfer, Charlotte Franz und Marco Dorow von der HNE (von links) zeigen Simon Reuter aus Berlin, wie lange Brot in ihren Beuteln aus Baumwolle frisch bleibt.
In den Beutel damit! Pascal Schäfer, Charlotte Franz und Marco Dorow von der HNE (von links) zeigen Simon Reuter aus Berlin, wie lange Brot in ihren Beuteln aus Baumwolle frisch bleibt. © Foto: Andreas Gora
Marco Marschall / 07.12.2018, 08:00 Uhr - Aktualisiert 07.12.2018, 08:13
Eberswalde (MOZ) Nachdem Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) herausgefunden haben, dass 20 Prozent der Eberswalder Brot wegwerfen, haben sie nun Stoffbeutel mit Tipps gegen diese Verschwendung verteilt. Wie wäre es zum Beispiel mit Brotsuppe?

Vor der Ladentür von Bäcker Wiese in der Friedrich-Ebert-Straße lässt Sophia Krebber (28) Passanten Brotstückchen probieren. „Was schätzen Sie wie alt das Brot ist“, fragt sie die Tester. Der Hintergedanke ist schnell klar. Es handelt sich nicht um frisches Brot, sondern um solches, das drei Tage alt ist, aber gut gelagert immer noch schmeckt. Wie das geht und was man noch tun kann, um aufs Wegwerfen von Brot zu verzichten, erklärt ein bedruckter Stoffbeutel. Wer am Donnerstag bei Wiese ein Brot kaufte, bekam ihn gratis dazu. Spendiert vom Bäcker und der Hochschule. „Aus 100 Prozent Baumwolle, fair trade“, erklärt die Studentin. Insgesamt 250 Beutel wurden gefertigt.

Beim Hebewerk-Verein wurden mit Siebdruck vier Tipps aufgebracht: „Lagere dein Brot bei Raumtemperatur in deinem Brotbeutel. Ist Brot übrig, dann teile es mit deinem Nachbarn oder friere es ein. Oder backe es in feuchtem Backpapier auf. Dann wird es wieder knusprig. Ist doch noch etwas übrig, werde kreativ. Zur Not gibt’s Brotsuppe.“

Sind die Regeln praxiserprobt? „Brotsuppe ist köstlich. Es gibt da ein italienisches Rezept mit Tomate und Gewürzen“, schwärmt Sophia Krebber. Und auch mit der Lagerung im Stoffbeutel kennen sich die Studenten aus. Weizenbrot habe die kürzeste Haltbarkeit – etwa eine Woche. Roggen- und Vollkornbrot halte sich sogar sechs bis zwölf Tage. „Mit der Schnittstelle nach unten lagern und am besten im Stück kaufen. Geschnitten trocknet es schneller aus“, sagt Marco Dorow (27), der wie seine Kommilitonin Unternehmensmanagement studiert.

Die Idee zur Stoffbeutelaktion bei Bäcker Wiese ist im Modul Umweltmanagement entstanden. Grundlage für die Beschäftigung mit dem Thema war eine Studie des WWF, wonach in manchen Geschäften jede fünfte Backware liegen bleibt. Die Reste werden zwar mitunter gespendet, landen aber auch im Tierfutter – 400 000 Tonnen pro Jahr werden der Schweinemast zugeführt. Nach Schätzungen in der Studie beziffert sich der Verlust bei Backwaren in Deutschland auf 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr. Das entspreche der Ernte eines Ackers größer als Mallorca.

Die Studierenden hatten daraufhin 120 Eberswalder befragt, wie sie mit ihrem Brot umgehen. Ein Fünftel gab zu, Brot wegzuwerfen. Dieses Ergebnis wurde anschließend mit Bäckermeister Björn Wiese im Hörsaal diskutiert. Von der daraus entstandenen Aktion versprechen sich die Beteiligten, ein Bewusstsein fürs Handwerksprodukt zu schaffen. „Ich finde aber auch die Idee des Teilens gut“, sagt Sophia Krebber.

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