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In Joachimsthal schrillen die Alarmglocken. Zwei renommierte Betriebe sind zu.

Schluss
Zwei Gastronomen weniger in Joachimsthal

Kneipenkultur ade: Noch hängen die Schilder an der ehemaligen Kneipe „Zum Bauernbengel“ der Familie Ruf in Alt-Grimnitz. Hier ging Ende Dezember das letzte Glas Bier über den Tresen.
Kneipenkultur ade: Noch hängen die Schilder an der ehemaligen Kneipe „Zum Bauernbengel“ der Familie Ruf in Alt-Grimnitz. Hier ging Ende Dezember das letzte Glas Bier über den Tresen. © Foto: Susan Hasse
Susan Hasse / 11.01.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 12.01.2019, 15:10
Joachimsthal (MOZ) Gleich zwei alteingesessene Gastronomen in Joachimsthal haben seit Dezember geschlossen und verringern die gastronomische Vielfalt in der Stadt weiter.

Aus familiären Gründen hat die Gaststätte im Joachimsthaler Stadtteil Alt-Grimnitz „Zum Bauernbengel“ am 31. Dezember ihre Pforten für immer geschlossen. Inhaber Jürgen Ruf wird künftig lediglich einen mobilen Imbisswagen betreiben, mit dem er auf Festen und Veranstaltungen, wie etwa beim Neujahrsblasen am Askanierturm am 1. Januar unterwegs ist, heißt es. Die großzügigen und idyllisch gelegenen Räumlichkeiten in Alt-Grimnitz, die auch regelmäßig von den Einwohnern für Familienfeiern und Vereinstreffen genutzt wurden, sollen zu Wohnraum umgebaut werden, heißt es weiter. Mit dem Bauernbengel stirbt eine bei den Einwohnern beliebte Kneipe im klassischen Sinne. Hier traf man sich zum wöchentlichen Stammtisch und tauschte die neusten Nachrichten und Gerüchte im Ort aus. Orte wie diese sind bekanntlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Ebenfalls aus familiären Gründen musste auch die Gaststätte „Zum Storchenkietz“ im Dezember schließen. Wie einer vor Weihnachten erschienenen Danksagung zu entnehmen ist, ist der bisherige Inhaber Dieter Kietzmann mit nur 66 Jahren verstorben. Wie und ob es hier weitergeht, ist derzeit noch völlig offen. Für eine Stellungnahme war niemand zu erreichen. Die Gaststätte, die an der Ecke Töpferstraße/Bahnhofsstraße unter schattenspendenden Bäumen und einem ab April belebten Storchennest liegt, war im Sommer bei Fahrradtouristen beliebt. Die Lokalität von „Charlie“ war aber auch gern besucht von Einheimischen für ein Feierabendbier oder den Frühschoppen am Sonntag. Beliebt waren etwa die Skatrunden und das Eisbeinessen. Das Storchenkietz liegt logistisch ideal direkt am Usedom-Radweg mitten in der Stadt. Für Joachimsthal dürfte der Verlust schmerzlich sein. Erst Anfang 2018 hatte die Traditionsgaststätte der Familie Bockisch in Grimnitz altersbedingt geschlossen.

Gastronomie gilt derzeit im ländlichen Raum als schwieriges Geschäft. Vor allem der Personalmangel und die bürokratischen Vorgaben im Arbeitsrecht und die zahlreichen Hygienevorschriften engen die Spielräume der Gastronomen ein. Viele klagen darüber, dass sie keine passenden Leute mehr finden. Das führt so weit, dass etwa die Gaststätte „Zur Schorfheide“ in Eichhorst einen weiteren Ruhetag einführen musste, weil nicht genügend Personal da ist. Und so wundert es nicht, dass selbst interessante Standorte leer stehen. Eine avisierte Neueröffnung am Standort der ehemaligen „Seerandperle“ am Werbellinsee in Joachimsthal (Tonwerk) ist bislang nicht zustande gekommen. Das Objekt stand die gesamte Sommersaison und aktuell leer. Zukunft hier: ungewiss.

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