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Jubiläumskonzert
Ansteckende Sangesfreude

Sabine Rakitin / 11.02.2019, 07:15 Uhr - Aktualisiert 11.02.2019, 15:17
Blumberg (MOZ) An die 200 Besucher erlebten am Sonnabend in der Aula des Docemus-Campus ein herausragendes Konzert mit den Don Kosaken Serge Jaroff. Anlass für den Auftritt des berühmten Ensembles war das 55-jährige Bestehen der Chorgemeinschaft Blumberg.

Die Blumberger sind mutig. Der seit 55 Jahren bestehende gemischte Chor hat sich zu seinem Jubiläum den Don Kosaken Chor, 1920 von Serge Jaroff gegründet, eingeladen. Russische Männerchöre, das weiß fast jeder, sind ungeheuer stimmgewaltig. Da können die Frauen und Männer aus Blumberg, die sich in ihrer Freizeit zum gemeinsamen Singen treffen, niemals mithalten. Doch macht eine Sängergemeinschaft wie diese nicht auch aus, dass sie im Wissen um eigene Unzulänglichkeit die Vollkommenheit anderer erst recht anzuerkennen vermag?

Ihr Jubiläumskonzert am Sonnabend in der Aula des Docemus-Campus eröffnen die Gastgeber mit drei Liedern selbst. Sie klingen nicht perfekt, aber solide und werden dafür von den Zuhörern im voll besetzten Saal mit herzlichem Beifall bedacht. Die meisten haben in der Vergangenheit schon viele schöne Stunden mit den Blumberger Sängerinnen und Sängern unter Leitung von Georg Baumgärtner verbracht, waren selbst Mitglied des Chores oder sind deren Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde. Was macht da schon ein falscher Ton aus, ein verpatzter Einsatz?

Als die Frauen und Männer aus Blumberg die Bühne verlassen und im Publikum Platz genommen haben, folgen die 14 Don Kosaken und ihr Dirigent. Mit donnernden Stimmen eröffnen sie ihren rund 70 Minuten langen Vortrag mit dem Kirchenlied „Credo“ des russischen Komponisten Alexander Tichonowitsch Gretschaninow (1864–1956). Es folgen weitere kirchliche Gesänge wie „Vater unser“, „Herr erbarme dich unser“ oder „O Herr wir singen Dir“ von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow. Ob Countertenor, Tenor, Bariton oder Bass - jede einzelne Stimme ist einzigartig.  Der Chor als Gesamtkunstwerk sorgt bei den Zuhörern für Gänsehaut. Dem einen oder anderen laufen Tränen über die Wangen, so ergreifend sind die Lieder und die Stimmen der Männer. Immer wieder laute Bravo-Rufe aus dem Publikum, vor allem aber aus den Reihen des Blumberger Chores. Kaum jemand kann sich diesem Bann entziehen, der von den diszipliniert in gleicher Haltung auf der Bühne stehenden Don Kosaken ausgeht. Der zweite Teil des Konzertes ist den in aller Welt bekannten russischen Weisen wie „Moskauer Nächte“, „Schneegestöber“ oder „Abendglocken“ von Serge Jaroff vorbehalten. Und natürlich darf „Kalinka“ nicht fehlen – Zugaben inklusive.

Es ist ein sehr besonderer Moment, als der gemischte Chor Blumberg am Ende auf die Bühne zurückkehrt. Unter Leitung von Georg Baumgärtner singen die Frauen und Männer gemeinsam mit den Don Kosaken zum Abschied „Guten Abend, gut’ Nacht!“ Die Sangesfreude der beiden Chöre steckt an. Leise summt das Publikum mit.

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