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Bildung
Schulamt kehrt in Barnim zurück

Der genaue Standort ist noch nicht klar, aber nach Eberswalde geht es für das Schulamt zurück.
Der genaue Standort ist noch nicht klar, aber nach Eberswalde geht es für das Schulamt zurück. © Foto: Thomas Burckhardt/MOZ
Susan Hasse, Sabine Rakitin / 11.02.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 11.02.2019, 15:16
Bernau/Eberswalde (MOZ) Der Barnim soll wieder ein Schulamt bekommen. Besser gesagt, eine Außenstelle des Schulamtes Frankfurt/Oder wird in Eberswalde angesiedelt. Das bestätigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) gegenüber dieser Zeitung.

„Ich freue mich, wenn das klappt“, erklärt Britta Ernst. Am Dienstag werde sich das Regierungskabinett bei seiner Sitzung in Prenzlau mit dem Thema befassen, kündigt die Bildungsministerin an. Weitere Details, wie und vor allem wann die Behörde in der Barnimer Kreisstadt angesiedelt wird, werde das Ministerium in Kooperation mit dem Schulamt in Frankfurt/Oder erarbeiten. So müsse beispielsweise der genaue Standort geklärt werden. Die Außenstelle in Eberswalde soll „personell ausreichend ausgestattet werden“, heißt es in einer Pressemitteilung aus Potsdam.

„Die Region Barnim/Uckermark entwickelt sich gut“, stellt Ministerin Ernst fest. Vor allem die Entwicklungsachsen Werneuchen und Wandlitz sollen weiter gestärkt werden. Da vor allem junge Familien in diese Region ziehen, spiele das Thema Bildung eine wichtige Rolle.

Barnims Landrat Daniel Kurth (SPD) begrüßt die Ankündigung aus der Landeshauptstadt ausdrücklich. „Die Entscheidung ist richtig, denn gerade im südlichen Barnim, aber auch in den sogenannten Städten der zweiten Reihe wie Eberswalde, steigen die Zahlen der Schüler wieder an“, sagt er. „Das Wachstum wird sich durch die zusätzlichen Siedlungsachsen auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Dem muss die Struktur der Schulämter folgen.“

Kurth hatte sich in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Landrätin aus der Uckermark, Karina Dörk, im Auftrag und mit Rückendeckung beider Kreistage intensiv um eine Lösung für den Nordosten des Landes stark gemacht. „Jetzt gilt es, die Entscheidung schnell umzusetzen, um die Situation für die Schüler, die Eltern und insbesondere die Lehrer nachhaltig zu verbessern“, drängt Kurth.

Die Landesregierung hatte im Zuge einer Strukturreform die staatliche Schulaufsicht 2014 zentralisiert und das Schulamt für die Landkreise Uckermark und Barnim in Frankfurt/Oder angsiedelt. Fortan mussten Lehrer nach Frankfurt fahren, wenn sie mit der Schulaufsicht Fragen zu klären hatten. Es wurde immer wieder Kritik laut, etwa dass die Mitarbeiter der Behörde in Frankfurt viel zu weit weg wären, um die Probleme vor Ort zu kennen, geschweige denn lösen zu können.

Vor allem die Christdemokraten hatten im vergangenen Jahr das Thema für sich entdeckt. Im Wahlkampf um den Landratsposten im Barnim starteten sie sogar eine Petition, allen voran der damalige CDU-Landratskandidat Othmar Nickel, seit mehr als 25 Jahre Direktor der Tobias-Seiler-Oberschule in Bernau.

Der Kreistag Barnim forderte in einer Resolution die Rückkehr des staatlichen Schulamtes in die Region Barnim/Uckermark, ohne sich auf einen konkreten Standort festzulegen. Die CDU-Fraktion hingegen drängte auf den Standort Eberswalde. Auch in der Uckermark war das Thema von der neugewählten Landrätin Karina Dörk (CDU) aufgegriffen worden. Sie wollte das Schulamt gern in Prenzlau ansiedeln. Ansprüche meldete ebenso die Stadt Angermünde auf das Schulamt an.

Erst vor rund zwei Wochen war die vom CDU-Kreisverband Barnim initiierte Unterschriftensammlung für die Rückkehr des Schulamtes zum Petitionsausschuss nach Potsdam geschickt worden. Mehr als 1000 Barnimer, darunter viele Eltern und Lehrer, hatten die Petition unterzeichnet. Umso mehr begrüsst Kreisparteichef Danko Jur nun die Entscheidung aus Potsdam: „Gut, dass die rot-rote Regierung dem massiven Bürgerwillen nachgibt und die selbst verursachte Fehlentwicklung endlich korrigiert“, sagt er.

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