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Geschwindigkeit
Nächtliches Schneckentempo

Symbolfoto
Symbolfoto © Foto: Michael Dietrich/MOZ
Kerstin Ewald / 11.02.2019, 20:15 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim hat eine nächtliche Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h für die Ortsdurchfahrt Ahrensfelde auf der Bundesstraße 158 angeordnet. Bald werden die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Biesenthal die rotumrandeten Tempolimit-Schilder aufstellen. Schon in den nächsten drei Wochen kann damit gerechnet werden, heißt es aus der in Eberswalde ansässigen Straßenverkehrsbehörde Barnim. Deren Leiter Marcel Kerlikofsky erklärte hierzu: „Mit der Geschwindigkeitsreduzierung sollen die Anwohner der Dorfstraße zwischen 22 und 6 Uhr vor dem Straßenverkehrslärm geschützt werden.“ Das beschere ihnen dann hoffentlich deutlich ruhigere Nächte. Vor allem sei dies in der warmen Jahreszeit wichtig, wenn die Fenster nachts geöffnet blieben.

Beantragt wurde die Verkehrsberuhigung, so heißt es aus dem Büro der Straßenverkehrsbehörde, durch die Gemeinde Ahrensfelde. Die Kommune hatte im Jahr 2017 die zweite Stufe ihres Lärmaktionsplans beschlossen und setzte damit eine Richtlinie der Europäischen Union zu „zur Bekämpfung von Umgebungslärm“ um.

Die kommunale Lärmbekämpfung stützt sich auf inzwischen schon zum dritten Mal aktualisierte Untersuchungen des Ingenieurbüros „brenner Bernhard“. Die beauftragten Fachleute hatten Lärmbeeinträchtigungen durch Straßenverkehrslärm auf mehreren Straßen im Gemeindegebiet hervorgehoben. Neben Geschwindigkeitsbeschränkungen bei Straßen mit mehr als zehn Prozent Lkws empfiehlt das Ingenieurbüro auch einen Strauß anderer Maßnahmen. Dazu gehören bessere Fahrbahnbeläge, flüssig fließender Verkehr, die Förderung öffentlicher Verkehrmittel und – last but not least – eine Umgehungsstraße.

Eine eigene schalltechnische Untersuchung des Landesbetrieb Straßenwesens stützte die Ergebnisse des kommunalen Lärmaktionsplanes  und hielt ein nächtliches Tempolimit auf der Ahrensfelder Dorfstraße für unumgänglich. Ende Januar hatte der Kreis den Landesbetrieb Straßenwesen beauftragt, entsprechende Tempo-30-Schilder aufzustellen.

Von der aktuellen Umsetzung des Tempolimits zeigten sich einige Kommunalpolitiker überrascht. Der Ahrensfelder Ortsvorsteher Klaus Joachim jedenfalls freut über die Maßnahme und rechnet mit einer Erleichterung für die Anwohner: „Bislang brausen Lkws von Blumberg kommend die ganze Nacht mit 60 oder 70 km/h über die Dorfstraße. Das Tempolimit lässt die Leute dort garantiert besser schlafen.“ Dennoch ist mit gemischten Reaktionen und angeregten Diskussionen zu rechnen. Nicht alle sehen in diesem Tempolimit einen Sinn.(kew)

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