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Leichtathletik
Starter trotzen Wetterkapriolen

Dirk Schaal / 13.03.2019, 02:15 Uhr
Marienwerder (MOZ) Mehr als 790 Läufer und Walker starteten über die unterschiedlichen Strecken beim 15. baff Natur Marathon. Höhepunkt war natürlich die Strecke über die 42,195 Kilometer, die bei Barnimer Laufveranstaltungen derzeit einmalig ist.

So manch einem Läufer kamen morgens beim Blick durchs Fenster Zweifel auf, ob er denn den Weg nach Marienwerder auf sich nehmen sollte. Grauverhangen der Himmel, stetig der Regen und stürmischer Wind waren da wenig einladend für Bewegung im Freien.

Schon vor dem offiziellen Startschuss ging Sigrid Eichner auf die Marathon-Distanz. Mehr als 2100 Marathon-Läufe hat die 78-jährige Berlinerin bereits absolviert – und ginge es nach ihr, würden da noch etliche hinzukommen. Damit die anderen nicht so lange beim Zieleinlauf auf sie warten müssen, durfte sie vorab auf die Strecke, die sie nach 6:30:33 Stunden wieder verließ.

"Nur ganz kurz haben wir überlegt, ob wir bei dem Wetter lieber zu Hause bleiben,  aber das war keine wirkliche Option", berichteten die Bernauer Dunja Marx und Jörn Seelig. Den Marathon hatten sich die beiden ausgesucht, für Jörn Seelig schon eine gewohnte Sache, für Dunja Marx war es erst der Dritte. Ein Zeitvorgabe hatten die beiden nicht, ankommen war das Ziel. Auch das war schon sehr hochgesteckt bei dem Wetter, und außerdem hatte Dunja Marx immer stärker mit Rückenproblemen zu kämpfen. Über unterschiedliche Themen sprachen beide während des Laufes, mal war jeder für sich mittels Kopfhörer in Musik versunken, dann war der aktuelle Zustand Gesprächgegenstand. "Das Schöne in Marienwerder ist, dass man problemlos in eine kürzere Strecke wechseln kann, auch während des Laufes. So hielten wir uns diese Option offen, aber Dunja hat sich trotz Schmerzen bis zum Ende durchgekämpft", berichtete Jörn Seelig.  Für die beiden 46-Jährigen war es also eine gelungene Generalprobe, denn bereits in 14 Tagen verlängert sich die Strecke auf 61 Kilometer, die beide beim Schweriner Seen-Trail bewältigen wollen.

Bereits seit dem vorigen Jahr versuchte sich der Bernauer Michael Tschendel an der Drei-Stunden-Marke über die 42,195 Kilometer. "Ziel war es eigentlich, beim Berlin Marathon unter drei Stunden zu bleiben, aber am Ende wurden es 3:10 Stunden. Umso schöner, dass es nun geklappt hat", freute er sich über seine 2:59:34 Stunden und Platz drei. Dabei war er gar nicht  "voll auf dem Dampfer", quälte sich mit Magen- und Darmproblemen herum. Sein nächster Marathon ist der in Berlin, da möchte er diese Zeit bestätigen. Ansonsten wird er um den Altersklassensieg bei der Barnimer Laufserie kämpfen, bei der Konkurrenz in der M 30 sicher ambitioniert.

Unter 3,5 Stunden wollte der Eberswalder Dennis Machander in Marienwerder bleiben. "Wegen des Wetters hatte ich mich wärmer angezogen und am Anfang deshalb auch mächtig geschwitzt. Dann kamen Regen, Hagel und der böige Wind, da habe ich wieder gefroren. Irgendwie war das ein Lauf mit allen Widrigkeiten", sagte er. Direkt aus der Nachtschicht kam der 28-Jährige an den Start. "Das hat sich auf der Strecke bemerkbar gemacht", verriet der Eberswalder. In der zweiten Runde holte ihn ein emotionales Tief ein. "Da hatte ich wirklich überlegt, ob ich den Lauf zu Ende schaffe." Mit viel Kampf und Überwindung schaffte es Dennis Machander dennoch, nach 3:26:38 Stunden und mit über 3100 verbrauchten Kilokalorien lief er ins Ziel. "Der Lauf war für mich eine Standortbestimmung. Am 18. Mai möchte ich die 73,9 Kilometer beim Rennsteiglauf schaffen."

Eines hört man von allen Marathonis: Die Kilometer um die 30er herum sind die schlimmsten. "Hast du die 32 Kilometer geschafft, dann läufst du das Ding auch irgendwie zu Ende", erklärte Dennis Machander.

Zwei Läuferinnen waren bislang bei allen Auflagen des Naturmarathons dabei, Sabine Oswald-Göritz, meist beim Halbmarathon, und die Klosterfelderin Silke Stutzke, die sich 2008 und 2011 in die Siegerliste der langen Distanz einschreiben konnte.

Doch auch auf den kürzeren Strecken tat sich allerhand. So gab es Punkte für die Barnimer Laufserie, aber auch überraschende Sieger. "Ich glaube, ich war zum ersten Mal vor Marco Terei im Ziel. Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht", sagte der Eberswalder Marc Rathsmann nach dem Zieleinlauf über den Viertelmarathon in 38,27 Minuten.

Gerade mal drei Minuten fehlten den Bernauern Ines Sobotta (1:37:11, 2.) und Mike Hantke (1:22:40, 3.) auf die Sieger des Halbmarathons. Der Barnimer Dennis Gehde (2:05:28) holte Platz drei über den Dreiviertelmarathon, der Eberswalder Dirk Heise (2:19:51) belegte den sechsten Platz über die gleiche Distanz.

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