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Spareffekte
Energiedetektive am Werk

Kerstin Ewald / 29.03.2019, 07:00 Uhr
Werneuchen (MOZ) Raumtemperaturen messen, Wärmebilder schießen, Energiesparhäuser bauen und Mitschüler überzeugen – die Grundschule im Rosenpark nimmt mit anderen Schulen und Kitas an einem Programm teil, mit dem die Stadt zum Energiesparen motivieren will.

"So, jetzt müssen wir nur noch die Glühlampe reinschrauben", sagt Alex (elf Jahre). "Mmh, warum leuchtet sie jetzt nicht?", fragt Emma (zehn Jahre). "Vielleicht hast du die Batterien falsch herum eingelegt?"– "Nee, hab ich nicht!", verteidigt sich Emma. Zusammen haben sie sich aus der Anleitung eines Elektro-Baukastens die Und-Schaltung ausgesucht und montieren nun die Bauteile auf die Konstruktionsplatte. Währenddessen brummt es am anderen Tisch schon. David und Martin haben ebenfalls eine Leitung zusammengesteckt und lassen einen Propeller steigen. Mit ein wenig Fingerstubsen klappt das.

An der Arbeitsgruppe (AG) "Energiedetektive" nehmen heute neun Schüler teil. In diesem und im letzten Schuljahr versucht die AG, betreut von der stellvertretenden Schulleiterin Anka Sachse und Horterzieherin Zeck, verschiedene Energielecks an der Schule aufzuspüren. Dafür haben sich die Schüler auch mit den technischen Grundlagen von Energieerzeugung und -verbrauch auseinandergesetzt. So haben sie sich von Hausmeister Andreas Kühn die Funktionsweise der Heizung im Keller erklären lassen und haben Luftkissengleiter aus Luftballons und CDs gebaut. Die Vorgängergruppe hatte bei ihrem Besuch im Technikmuseum Modellsets für Energiesparhäuser besorgt, die die neue Generation der "Energiedetektive" in diesem Jahr zusammengebaute. Dabei treibt die Schüler nicht nur theoretisches Interesse um. Vielmehr versuchen sie, ihre neu erworbenen Kenntnisse auch an die Mitschüler und ihre Familien weiterzugeben.

"Bitte beim Verlassen Fenster zu, Heizung auf zwei, Licht aus", steht auf den laminierten Schildchen, die die Energiedetektive an jedes Klassenzimmer gehängt haben. Und sie instruierten dabei auch ihre Mitschüler: Jede Klasse misst nun die Raumtemperatur, die dann in eine Kurve eingetragen wird. "Klappt gut", resümiert Anka Sachse, "nirgends ist es viel zu heiß oder zu kalt." Das mag auch an den neuen Thermostaten liegen, die Hausmeister Kühn im Zuge des Programms eingebaut hat. Mit einer Wärmebildkamera, die die Stadt eigens für das Energiesparprogramm samt einer Reihe anderer nützlicher Messinstrumente und Demonstrationsutensilien anschaffte, zeigten die Energiedetektive, wo Wärme an der Schulfassade abfließt. "Wir sind im Haupthaus ganz gut aufgestellt, etwas mehr Wärme geht an den Containern verloren", erklärt Lehrerin Sachse.

Die beteiligten Schulen und Kitas wurden von der Stadt für ihr Engagement belohnt. Nach einer Anerkennungsprämie nach dem ersten Projektschuljahr im Herbst 2017 floss in den Folgejahren jeweils die Hälfte der finanziellen Einsparung bei Strom, Heizung und Wasser wieder an die teilnehmende Einrichtungen zurück. Die Rosenpark-Schule konnte schon einmal 200 Euro erringen, letztes Jahr waren es immerhin noch53 Euro.

Das Projekt "Werneuchen spart Energie" wird durch den Berliner externen Dienstleister "stratum" begleitet.  "Stratum" führte in Abstimmung mit Britta Kopischke von der Werneucher Bauverwaltung, Erziehern und Lehrern sowie Hausmeistern Vorbereitungsseminare durch, begleitet und dokumentiert das Projekt. Auch, wenn die die Schüler durch Wissen und Fleiß nicht in unglaublichem Maße Ressourcen einsparen können. – Lerneffekt und Spaßfaktor scheinen enorm.

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