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Am historischen Speicher lockt ab 1. Juni Gastronomie. Der Förder­verein plant außerdem den Einbau eines Aufzugs und Mühlentage zu Pfingsten.

Speicher
Drei Männer am Grill

Sorgen für Leben am Speicher: Die neuen Gastronomen Christian Fröhlich, Mike Carroll und Thomas Lubina (v.l.) wollen ab Juni voll durchstarten. Die Terrasse lockt dann mit 60 Sitzplätzen.
Sorgen für Leben am Speicher: Die neuen Gastronomen Christian Fröhlich, Mike Carroll und Thomas Lubina (v.l.) wollen ab Juni voll durchstarten. Die Terrasse lockt dann mit 60 Sitzplätzen. © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 25.04.2019, 08:30 Uhr
Hobrechtsfelde (MOZ) Die Terrasse ist eingedeckt, große Sonnenschirme bieten dem Wanderer Schutz. Aus dem Gastro-Container wird kühles Bier gereicht, dazu die Bratwurst von Büffelzüchter Thomas Richter aus Schwante – so könnte das Szenario ab 1. Juni aussehen. Drei Gastronomen haben sich zusammengetan, um etwas anzuschieben. Der Förderverein des Naturpark Barnim, der in dem Speicher eine Ausstellung betreibt und weitere Umbauarbeiten plant, ist Verpächter.

Pacht für drei Jahre

Dabei haben sich die Barnimer mit Mike Carroll vom Spargelhof Kremmen und Thomas Lubina, der Cafés in Glienicke, Tegel und Frohnau betreibt, sowie dem Vertriebsfachmann Christian Fröhlich ein erfahrenes Team ausgesucht. "Wir haben sehr konkrete Vorstellungen von dem, was hier passieren soll", beschreibt der 49-jährige Lubina, der in Malz lebt und damit die Region gut kennt. Auf drei Jahre wurde der Vertrag mit dem Förderverein geschlossen, zwei Container dienen als Küchen- und Sanitärersatz. Immer von April bis Oktober, so rechnet der 44-jährige Christian Fröhlich, kann künftig die Saison dauern. Koch Mike Carroll, der auf dem Spargelhof Kremmen gerade an jedem Ostertag 6500 Menschen bewirtet hat, plant Gerichte aus der regionalen Küche. "Wir müssen sehen, was geht, werden sicher einiges vorbereiten und in Hobrechtsfelde eher eine Art Imbiss vorhalten. Aber auch Kaffee und Kuchen soll es an den Wochenenden geben", erzählt der 54-Jährige. Der Berliner selbst hat vor einigen Jahren über den Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Schwante nach Kremmen gefunden. Jetzt möchte er mit seinen zwei Geschäftspartnern etwas Neues aufziehen.

"Wir sind im Norden Berlins und in Brandenburg sehr gut vernetzt und werden die Werbetrommel schlagen", verspricht Fröhlich, dem man die Lust am Geschäft anmerkt. Voller Elan packt er mit an. Thomas Lubina ist fest überzeugt davon, dass in Hobrechtsfelde etwas geht.

Bisher liegt der Speicher oftmals noch im Dornröschenschlaf. Zwar werden auf dem Gut Führungen auf die Wildpferdeweiden angeboten, können Kinder eine Ponyschule besuchen oder sich die Ausstellung im Speicher anschauen. Seit einigen Wochen jedoch hat sich richtig was getan.

Ranger Dirk Krone hat mit seinen Mannen Hochbeete gezimmert, aus denen schon Zwiebeln, Rosmarin und Petersilie lugen. Das Klettergerüst ist von der Scheune hin zum Speicher umgezogen. Dafür steht auch die Gemeinde Panketal finanziell ein. Sie hat das Ansinnen des Fördervereins unterstützt.

50 Mitglieder hat der Verein, dem seit der Neuwahl erneut Petra Bierwirth vorsteht. Mit einem Haushalt von nur einigen tausend Euro haben die Vereinsmitglieder doch schon einiges bewegt. Demnächst soll der Aufzug in den Speicher eingebaut werden, um ihn auch für alle Besucher zugänglich zu machen. Dafür konnten 225 000 Euro an Fördermitteln, auch der Europäischen Union, eingeworben werden. Die 58-Jährige betont: "Wir sind eben nur einige Vorstandsmitglieder, da geht manches etwas langsamer voran."

Der Trichterraum wurde ausgebaut und hält für die Gastronomie und Veranstaltungen etwa 50 Plätze vor. Gemeinsam mit Jürgen Wolf vom Mühlenverein Berlin-Marzahn will sich der Speicher auch auf Grundlage einer erstellten Dokumentation zur vorhandenen Mühlentechnik am Deutschen Mühlentag beteiligen, der am 10. Juni stattfindet. Ende Mai macht das Festival "Klanglandschaften" mit Wanderungen, Hörstationen und Konzerten der Gemeinde Mühlenbecker Land Station am Speicher.

Zunächst einmal aber herrschte am Mittwoch Trubel in Hobrechtsfelde. Das "Heimatjournal" des RBB drehte den ganzen Tag Filme, auch über den Speicher. Zu sehen ist die Sendung am Sonnabend um 19 Uhr.

Bis dahin haben die Gastronomen noch zu tun. 60 Terrassenplätze stehen ab 1. Juni offen.

Rieselfelder undBesucherzentrum

Das Stadtgut Hobrechtsfelde wurde nach James Hobrecht benannt. Seit 1875 wurden im Norden Berlins Berliner Abwässer verrieselt. Man nutzte diese Art der Düngung vor allem für den Gemüseanbau und versorgte den Norden Berlins mit Produkten. Darüber ist im Speicher einiges zu erfahren. Die Ausstellung im Speicher ist von April bis Oktober zu besichtigen. Kontakt: Telefon 0175 7604416.⇥li

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