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"Zirkus – das ist unser Leben!"

Buntes Zirkusleben in Familie: Zirkusdirektor Roberto, Jolina, Lorenzo, Pferd Santos und Shirley (v.l.)
Buntes Zirkusleben in Familie: Zirkusdirektor Roberto, Jolina, Lorenzo, Pferd Santos und Shirley (v.l.) © Foto: Renate Meliß
Renate Meliß / 04.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 06.05.2019, 05:51
Ahrensfelde (MOZ) Die bunten Wimpel flattern im Wind, 20 weiße Wohnwagen hinter dem Zaun, das bunte Kassenhäuschen davor und in der Mitte das große Zelt – so zeigt sich der Zirkus Samadhi. Große Raubtiere wie Löwen und Tiger sucht man hier vergeblich, dafür gibt es Pferde, Ziegen, Esel, Laufenten, Tauben und ein schottisches Highland-Rind. "Wir gehören zu einer sehr alten Zirkusfamilie", erzählt Bianca Ortmann, die das Zepter des Zirkus Samadhi in der Hand hält. "Einst gehörte alles zum Zirkus ‚Barley’, doch dann wurde unsere Zirkusfamilie immer größer, so dass sich aus einem insgesamt sieben Zirkusse entwickelten." Die Gründung des Zirkus Sahmadi liegt 22 Jahre zurück. "Heute sind wir hier drei Geschwister, auch unsere 84-jährige Mutter reist noch immer mit." Bruder Marcus Ortmann ist für die Tierdressuren zuständig, die beiden Töchter Shirley (19) und Jolina (11) sind Artistinnen und Ehemann Roberto Feuerspucker und "Mann für alle Fälle".

Bevor sich der Vorhang für die zweistündige Vorstellung hebt, gibt es im Zirkus viel Arbeit. "Um 6 Uhr geht es los mit der Tierfütterung", erzählt Bianca Ortmann. Dann gehen die Kinder in die Schule – immer in dem Ort, in dem die Familie gerade gastiert. "Zirkuskinder kennen es nicht anders. Sind wir an einem neuen Platz für einige Wochen, so besuchen wir zuerst immer mit Flyern und Plakaten die Schule und melden unsere Kinder zum Unterricht an." Gibt es da keine Schwierigkeiten mit dem Lernen? "Ach, mal sind unsere Kids weiter, mal die anderen", sagt die Mutter.

Unterwegs ist der Zirkus vor allem in Berlin-Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. "In Ahrensfelde sind wir das erste Mal – und haben bisher leider Pech gehabt. Ostern zum Beispiel ist an beiden Tagen die Show ausgefallen. – mangels Publikum. Das Wetter war wohl zu schön", vermutet Bianca Ortmann.

Gastspiel endet am Sonntag

Sie kennt die Nöte und Sorgen nur zu gut, die ein Familienzirkus hat. Kosten für Futter und Strom beispielsweise fallen an, auch wenn es keine Einnahmen gibt. "Wenn wir früher an einem neuen Ort ankamen, war mit dem ersten Wagen der gesamte Platz schon voll mit Kindern. Heute dagegen sind Handys und Laptops wichtiger", stellt Bianca Ortmann fest. Dennoch: "Zirkus – das ist unser Leben", sagt Bianca Ortmann. "Ich war immer Artistin mit Luft- und Bodenakrobatik und einer tollen Reiternummer zusammen mit meinem Bruder. Es war ein schönes Leben, immer auf Reisen, immer woanders, überall Freunde." Ein bisschen Wehmut schwingt in ihren Worten mit.

Nur noch an diesem Wochenende gastiert der Zirkus Sahmadi auf dem Platz am Netto-Markt in Ahrensfelde. Vorstellungsbeginn am Sonnabend ist um 16 Uhr, am Sonntag bereits um 11 Uhr. Dann zieht der Zirkus weiter.

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