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Mit dem Bundesparteivorsitzenden haben sich die Niederbarnimer Liberalen eine prominente Verstärkung geholt, die nicht nur FDP-Sympathisanten überzeugte.

Wahlkampf
Lindner zieht Zuhörer in seinen Bann

Hält Bildungsföderalismus nicht für die Lösung, sondern das Problem: FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner
Hält Bildungsföderalismus nicht für die Lösung, sondern das Problem: FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner © Foto: Wolfgang Rakitin
Sabine Rakitin / 11.05.2019, 16:30 Uhr
Zepernick (MOZ) Die Mensa der Grundschule in Zepernick ist am Mittwochabend gut gefüllt. Etwa 100 Frauen und Männer haben die Einladung der Niederbarnimer FDP angenommen, den Bundesvorsitzenden der Partei, Christian Lindner, live zu erleben. Der eloquente Politiker, beliebter Gast in TV-Talkshows, ist bekanntermaßen immer für eine Überraschung gut. Das zieht in Zepernick an diesem Abend nicht nur FDP-Mitglieder und -Sympathisanten an, sondern auch viele Neugierige.

Er habe keinen Zweifel, dass es Lindner gelingen werde, die Panketaler zu motivieren, zur Wahl zu gehen, sagte der Eberswalder Martin Hoeck, der die Veranstaltung anmoderierte. "Wir sind sehr guten Mutes, im Herbst wieder in den Landtag einziehen zu können", verbreitete das Mitglied des Präsidiums des FDP-Landesvorstandes Zuversicht. Zumindest was Lindners Rolle an diesem Abend betraf, sollte Hoeck Recht behalten. Der Bundesvorsitzende begeisterte mit seinem fast 70-Minuten-Vortrag – "ohne Stichwortzettel", wie ein Zuhörer später bewundernd bemerkte.

Gut 100 Leute jetzt zwei Wochen vor Europa- und Kommunalwahlen in diesem Saal – "das ist ein ganz deutliches Signal, dass mit den Freien Demokraten in Brandenburg wieder zu rechnen ist", stellte Lindner launig fest, um sodann seine Auffassungen quer durch die Bundes- und Europapolitik zu verkünden. Wie gewohnt geht er vor allem mit SPD, Linken und Grünen hart ins Gericht. "Ganz praktische Themen im Leben spielen in der Politik keine Rolle mehr. Es geht nur noch um Superreiche und Bedürftige" beklagt er. "Und was passiert mit denen dazwischen?" fragt Lindner. Die Antwort gibt er natürlich selbst: "Die Mitte der Gesellschaft wird alleingelassen." Dabei sei doch das beste Mittel zur Bekämpfung von Radikalismus und Extremismus, "eine Politik für die Mitte zu machen". Und der hat sich die FDP bekanntlich nicht erst mit ihrem Bundesvorsitzenden Lindner verschrieben.

Für den Liberalen ist "die wichtigste soziale Frage eine gute Bildung". Er hält den Bildungsföderalismus für überholt. Der sei keine Lösung, sondern selbst zum Problem geworden, erklärt Lindner und tritt für eine gemeinsame Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen ein. Das Zusammenwirken bei der Grundausstattung von Bildungseinrichtungen sei nur ein erster, kleiner Schritt. 16 – im Wesentlichen unabhängige – Bildungssysteme im Land seien nicht dazu angetan, die dringend benötigte individuelle Förderung durchzusetzen. "Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig und müssen auch so behandelt werden" ist er überzeugt. Er fordert nach der Exzellenzinitiative für Hochschulen "eine zweite Exzellenzinitiative für Berufsschulen". Nicht nur dafür erhält Christian Lindner in Panketal Beifall.

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Bundesparteivorsitzende Martin Hoeck Bann Christian Lindner Bildung

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