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Für Birkholz, Birkenhöhe und Birkholzaue soll ein Konzept erarbeitet werden – die Planer waren nun gemeinsammit Einwohnern in den Ortsteilen unterwegs.

Dorfspaziergang
Ein Radweg nach Bernau

Kai-Uwe Krakau / 12.05.2019, 15:15 Uhr
Bernau (MOZ) Dieter Geldschläger, der umtriebige Ortsvorsteher von Birkholz, drängt die kleine Gruppe immer wieder zur Eile. Zu viel ist in dem 300-Seelen-Dorf zu sehen, eine Menge zu besprechen. Die vorgesehenen drei Stunden, das ahnt man bereits, werden wohl kaum ausreichen. Ein kurzer Blick in die alte Dorfkirche, dann geht es schon weiter. An der Feuerwehr vorbei, zum privaten Landkindergarten und der modernen Biogas-Anlage. "Das ist unsere Schilfkläranlage", sagt Geldschläger wenig später stolz.

Nach dem kleinen Spaziergang trifft man sich im Dorfgemeinschaftshaus. "Wir wollen Ihre Anregungen, Wünsche und Ideen aufnehmen", lässt Sylvia Hischfeld die Birkholzer wissen. Das Ziel, so die Leiterin des Stadtplanungsamtes, sei ein Entwicklungskonzept für die drei "B"-Dörfer. Dieses müsse die Stadtverordnetenversammlung in einem Selbstbindungsbeschluss absegnen – rechtlich nicht bindend, aber doch eine "Richtschnur".

Erwartungen gedämpft

Die Birkholzer haben ihre Forderungen: Der Straßenbau muss endlich erfolgen, die versprochenen sieben Parkplätze am Dorfgemeinschaftshaus lassen immer noch auf sich warten, ein Fußgängerweg fehlt und die Neubauernsiedlung braucht einen Kinderspielplatz. "Die Stadt hat acht Ortsteile, da müssen wir sehen, was machbar ist", versucht Sylvia Hirschfeld große Erwartungen zu dämpfen. Doch nach der Zusammenkunft scheint klar: Die Verwaltung muss weiter mit den Birkholzern rechnen. "Wir wollen keine Versprechungen, sondern Taten", so Geldschläger.

"Auf dieser Fläche soll unser kleines Dorfgemeinschaftshaus entstehen", berichtet Heidi Scheidt bei ihrem Dorfspaziergang des Planern der Stadt und des Büros Blau aus Berlin. "Wir sind in Birkenhöhe eben bescheiden". Auch einen Spielplatz soll es geben, der jüngste Birkenhöher, Jonathan, war bei der Runde schon mal dabei. Große Probleme gibt es im Ortsteil mit dem Verkehr. Auf dem Börnicker Landweg würde sich kaum jemand an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. Das sei vor allem für Kinder gefährlich, meint ein Anwohner.

An der Kreuzung mit der Blumberger Chaussee soll es nun, so Heidi Scheidt, einen Kreisverkehr geben. Man sei in der ersten Planungsphase, hatte die Ortsvorsteherin vom Landesbetrieb Straßenwesen erfahren. "Als Optimistin rechne ich noch mit fünf Jahren".

Einige Einwohner wünschen sich auch einen kleinen Einkaufsladen, sehen aber auch ein, dass das unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nur schwer zu realisieren ist. Eine bessere Busverbindung, so heißt es in der Runde, wäre auch gut. Bisher fährt der letzte Bus kurz nach 20 Uhr in Richtung Birkenhöhe, zu früh für viele Veranstaltungen.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht bei den Birkenhöhern ein Radweg nach Bernau. Dafür wollen sie am 2. Juni, gemeinsam mit den beiden anderen "B"-Ortsteilen, auch wieder demonstrieren. "Was in 30, 40 Jahren nicht gemacht wurde, kann man in drei Jahren nicht nachholen", sagt die Ortsvorsteherin abschließend und ist dann doch wieder ganz Realistin.

Gefahren an der Hauptstraße

"Früher gab es durchaus Reibereien, jetzt leben wir in Frieden", sagt Wolfgang Mischewski mit Blick in Richtung Rathaus. Ansonsten kann der Ortsvorsteher von Birkholzaue kaum klagen. Die Straßen seien in Ordnung, die Beleuchtung funktioniere, es gebe einen Kinderspielplatz. "Der Radweg muss aber kommen", findet Mischewski. Auch die Raserei auf der "Hauptstraße" macht ihm Sorgen. Dort strebe man wenigstens morgens und nachmittags eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde an, so der Ortsvorsteher.

Auf dem Rundgang durch die Siedlung, hier leben rund 530 Männer, Frauen und Kinder, geht es dann vor allem um das geplante Dorfgemeinschaftshaus. "Es ist unverständlich, warum das so lange dauert", meint eine Einwohnerin. Eigentlich hätten die Senioren dort im vergangenen Jahr schon zu ihrer Weihnachtsfeier zusammenkommen sollen. Auch die "Sanierung" der Müllhalde, ein paar Meter von der Festwiese entfernt, sorgte in den vergangenen Monaten für reichlich Ärger bei den Anwohnern. Es habe viel Lärm und Dreck gegeben, an einigen Häusern gebe es Risse. "Einige nutzen Birkholzaue nur zum Schlafen, machen aber sonst nichts", so eine Frau.

Bei der Erarbeitung des Konzepts, so Sandra Schneider vom Büro Blau, befinde man sich derzeit in der Analyse-Phase. "Anschließend wollen wir dann Entwicklungsziele und ein Leitbild formulieren", so die Diplom-Ingenieurin.

In zwei Workshops, einen für Birkholz und einen  für Birkenhöhe und Birkholzaue, sollen dann Ideen für Maßnahmen gesammelt werden. Die Abschlussveranstaltung für alle drei Ortsteile ist im Oktober geplant.

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