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Eine aufgelockerte Bebauung wünschen sich die Anwohner in Rüdnitz. Und mehr zeit für eine Entscheidung.

Protest
Auszeit für Planung in Rüdnitz gefordert

Auf dem Rodelberg: Sören Opel, Wolfgang Weigt und Holger Kalinka (v.l.) stehen auf dem Hügel am Rand des Baugebiets "Sechsrutenstücke". Die Altlastenuntersuchung ergab zwar eine Entwarnung, doch vermuten Zeitzeugen auch im Umfeld Ablagerungen.
Auf dem Rodelberg: Sören Opel, Wolfgang Weigt und Holger Kalinka (v.l.) stehen auf dem Hügel am Rand des Baugebiets "Sechsrutenstücke". Die Altlastenuntersuchung ergab zwar eine Entwarnung, doch vermuten Zeitzeugen auch im Umfeld Ablagerungen. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 15.05.2019, 06:45 Uhr
Rüdnitz (MOZ) Rüdnitzer Anwohner appellieren an die Gemeindevertreter, die Entscheidung über den Entwurf des Bebauungsplanes für das Wohngebiet "Sechsrutenstücke" zu verschieben. Aus ihrer Sicht gibt es noch zu viele offenen Fragen. Sie sprechen sich nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung des rund 4,8 Hektar großen Areals aus. Sie vermissen allerdings ein Verkehrskonzept, kritisieren die "Insellage" des Baugebiets innerhalb des Ortes und fordern eine Reduzierung der Baugrundstücke von rund 64 auf maximal 40.

Ziel der Gemeindevertretung ist es, die Stellungnahmen zu dem Bebauungsplan für die "Sechsrutenstücke" noch vor der Kommunalwahl abzuwägen. Anderenfalls wird befürchtet, dass der Beschluss aufgrund der Neubildung der Gemeindevertretung erst in einigen Monaten gefasst werden kann, die Vorgaben der Landesplanung bis dahin aber überarbeitet wurden.

Die Gruppe von Anwohnern, die sich in Rüdnitz zusammengefunden hat, ordnet sich bewusst keiner Fraktion der Gemeindevertretung zu, sagt Holger Kalinka. Viele Anwohner würden aber ihre bisher vorgebrachten Stellungnahmen nicht berücksichtigt sehen, bisherige Beschlüsse seien nur mit einzelnen Gegenstimmen gefasst worden.

Verkehrsprobleme befürchtet

Auch ohne die neu geplante Kita in diesem Bereich würde der Verkehr aufgrund der dichten Bebauung stark zunehmen, sagt Sören Opel. Darunter würde der Feldweg als unzureichende Zufahrt leiden. Der Anschluss an die Danewitzer Straße müsse erneuert werden. Der bessere Standort für die Kita wird an der Bahnhofstraße gesehen.

Vermutet wird zudem, dass die unausgebauten Straßen befestigt würden und so Ausbaubeiträge zu zahlen sein. Auch aus Sicht der Gemeinde, so Sören Opel, sei das Vorhaben "finanziell ein heißes Eisen". Der Gemeinde gehört das Areal zu einem großen Teil, sie will es an die Bauwilligen verpachten. Doch für die Erschließung und für die Altlastenbeseitigung müsse sie erst in eine Vorleistung in Millionenhöhe gehen, zugleich soll aber auch die Kita finanziert werden.

Zwar liegt das neue Wohngebiet innerhalb des Ortes, doch der Verkehr, so ein weiteres Argumente der Anwohner für ein Nachdenken über die Planung, werde lediglich über den Feldweg in die neue Siedlung gelangen. Dort zirkuliere dann der Verkehr. Eine unmittelbare Verbindung zu den umliegenden Siedlungsgebieten bestehe somit nicht, begründen Holger Kalinka und Sören Opel die "Insellage".

Nicht zuletzt wird zum Thema Altlasten in dem Rodelhügel eine "Unbekannte" gesehen. Voruntersuchungen hätten zwar ergeben, dass die Referenzwerte nicht überschritten werden, doch Zeitzeugen hätten darauf hingewiesen, dass auch im Umfeld des Hügels Müll beseitigt worden sei.

Sammlungvon Unterschriften

Die von Anwohnern gegründet AG Sechsrutenstücke hat einen eigenen Entwurf für die Bebauung des Areals zwischen Mittel-, Birken- und Feldweg vorgelegt. Der Anteil der Grünflächen wurde zwar im Laufe der Planung um 4000 Quadratmeter vergrößert. Die Gruppe tritt darüber hinaus für eine lockerere Bebauung ein und sammelt dafür Unterschriften (Kontakt: sechsruten@gmx.de).fos

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